Volleyball-Bundesliga: VC Neuwied 77 – LiB Aachen
Frischer Wind und Abschiedsstimmung
Neuwied. Ein Hauch von Abschied lag schon über dem ersten Heimspiel der Deichstadtvolleys im neuen Jahr: Ende des Monats ist Abschied aus dem Volleyball-Oberhaus, Abschied auch von den verletzten Lisi Kettenbach und Lydia Stemmler, die am Spielfeldrand mit ihren Teamkolleginnen mitfieberten, Fans aus beiden Zuschauerlagern Autogramme gaben oder sich von Freunden verabschiedeten.
Willkommen dagegen beim Einmarsch ihrer temporären Ersatzspielerinnen: Maike Thielmann und Miriam Sevenich aus dem Regionalliga-Kader sowie Finja Kurtz (17) vom Nord-Zweitligisten BSV Ostbevern, die bereits in der vergangenen Saison bei Jugendmeisterschaften für die Rheinländerinnen debütiert hatte, wurden dem Bundesliga-Publikum vorgestellt und zeigten sich spielbereit: Alle drei erhielten von Cheftrainer Tigin Yaglioglu Kurzeinsätze in der 1. Bundesliga. In der Startsechs stand erneut Laura Berger anstelle von Maya Sendner.
Doch vieles blieb an diesem Donnerstagabend im gewohnten Rahmen. Zunächst das Endergebnis von 0:3 (20, 19, 14). Dabei hatte vor allem Satz 1 Anlass zur Hoffnung gegeben. Zwar geriet Neuwied schnell mit 1:6 in Rückstand und ließ dabei die Bandbreite des eigenen Fehlerpotenzials erkennen, doch dann zeigten die Gastgeberinnen zunehmend positive Ansätze. Zur Freude der immerhin 250 Zuschauer kämpften sie sich immer näher an die Ladies in Black heran, Abwehr und Zusammenspiel der Neuwiederinnen verbesserten sich ebenso wie die Chancenverwertung. Alle Angreiferinnen konnten punkten, allen voran Anna Hartig, die nach Spielende von Aachens Trainerin Maraike Hindriksen zur besten Neuwiederin gewählt wurde. Als die Gastgeberinnen zum 14:14 ausglichen und später sogar mit 19:17 in Führung gingen, war allen in der Halle klar, dass heute etwas gehen könnte. „Die Mädels wollten unbedingt gewinnen“, lässt Yaglioglu die entscheidenden Szenen Revue passieren. Zwei Lobs knapp ins Aus, Klara Singles Angriff bleibt an der Netzkante hängen, Laura Broekstra trifft ins Aus, Aachen führt 21:19 und gibt den Satz bis zum 25:20 nicht mehr ab. Mehr Routine? „Wenn die Dinger alle reingehen, würden wir jetzt darüber reden, wie mutig die Mädels sind und wie abgezockt sie gespielt haben. Jetzt reden wir von verschlagenen Angriffen...“, verdeutlicht er den schmalen Grat zwischen Sieg und Niederlage.
Die Partie war zu diesem Zeitpunkt jedenfalls vorentschieden, zumal Neuwied in den beiden folgenden Sätzen nicht mehr an die kämpferischen Szenen anknüpfen konnte. Vielleicht noch zu Beginn des 2. Satzes (19:25), als man bis zum 6:6 mithielt, oder gegen Satzende, als man nach einem 14:21 noch etwas Ergebniskosmetik zum 19:23 betreiben konnte.
Ähnliches war auch im letzten Durchgang (14:25) bis zum Zwischenstand von 9:9 zu sehen - die spielentscheidende bessere Chancenverwertung lag einmal mehr klar auf Aachener Seite. „Wir haben es heute über weite Strecken gut gemacht, darüber müssen wir genauso reden wie über unsere Fehler“,so Yaglioglu abschließend.BA
Jugendspielerin Finja Kurtz vor ihrem ersten Bundesligaeinsatz. Foto: Tobias Jenatschek
