SV Rot Weiß Queckenberg
Fußball wie von einem anderen Stern
SV Swisttal - SV Rot Weiß Queckenberg 6:1 (4:1)
Queckenberg. Nach dem Schlusspfiff wussten die Zuschauer gar nicht so recht, wer jetzt wen über die recht deftige 1:6 Auswärtsniederlage beim SV Swisttal hinwegtrösten sollte: der ziemlich ratlose Trainer seine Jungs, diese ihre Fans oder eben wiederum diese treue Pilgergemeinschaft aus Queckenberg ihre tapfer bis zur Schlussminute kämpfenden rot-weißen Spieler beziehungsweise die wie versteinert wirkenden Betreuer den zur Zeit nicht zu beneidenden Trainer Uwe Lohaus.
Denn eins muss erwähnt werden, auch wenn es sich ob des mehr als eindeutigen Ergebnisses wie eine Verschlimmbesserung des Spielgeschehens liest: Die Queckenberger lieferten auf der Kunstrasenanlage bei Buschhoven eine gute Vorstellung und wollten unbedingt zählbares mitnehmen. Beleg dafür war unter anderem der schnelle Ausgleich zum 1:1. Die Mannschaft ließ sich eben nicht von dem frühen Rückstand in der fünften Minute schocken, sondern beackerte unermüdlich das Kunstgrün gen Gehäuse der Gastgeber. Und nach einer Geimer-Ecke köpfte Kusche den Ball in Minute 13 in die Maschen.
Auch danach zeigten sich die Kerle von der Madbach angriffslustig und überzeugten in allen Mannschaftsteilen sowohl kämpferisch als auch fußballerisch. Doch ein berechtigter Elfer und ein schulbuchmäßiger Konter des Gegners brachten den RWQ um den Lohn seiner unablässigen Offensivbemühungen. Wobei wahrscheinlich fast jeder Fußballstammtisch am Sonntagmorgen das 4:1 als Abseitstreffer bewertet hätte. Die Queckenberger trafen das Tor nicht, und der Gegner bestrafte einmal mehr mit beinah hundertprozentiger Chancenverwertung.
Zweite Halbzeit
Im zweiten Durchgang schien es, als ob die Gastgeber lustlos den beruhigenden Vorsprung verwalten wollten und die Voreifler sich sehr früh in ihr Schicksal ergaben. Zwei weitere Treffer von Swisttal schraubten schließlich die Niederlage einmal mehr hoch auf das übliche RWQ-Niveau und so ergab sich letztendlich das bereits anfangs erwähnte Bild der quälenden und sorgevollen Fragezeichen auf der Stirn jedes einzelnen Verehrers des SV Rot Weiß Queckenberg, egal ob aktiv oder passiv.
Trotz dieser um mindestens zwei Tore zu hoch ausgefallenen Niederlage muss die tadellose Einstellung und Moral der Truppe angesprochen werden. Auch wenn in Hälfte zwei zumindest in der Vorwärtsbewegung sichtlich die Luft raus war, wurde jeder Zweikampf angenommen und verbissen geführt, trug die Mannschaft das Trikot in Ehren und voller Stolz. Jeder opferte sich für den Fehler des eigenen Kameraden auf und lebte so an jenem Sonntagmorgen den Geist von Sepp Herberger: Da standen tatsächlich elf Freunde auf dem Platz, die an der Seitenlinie noch jede Menge weitere gute Freunde um sich wussten.
Doch solange die Madbacher ihre zweifellos vorhandenen Qualitäten nicht endlich in Tore ummünzen, desto länger bleibt ihnen der Geschmack des Sieges verwehrt.
Vorschau
Das nächste Pflichtspiel bestreitet der RWQ zu ungewohnter Stunde: am Samstag, 19. November steigt mit der Nachholpartie gegen TuRa Oberdrees III ein absoluter Klassiker. Zudem wird das prestigeträchtige Derby erst um 19.30 Uhr unter Flutlicht angepfiffen.
Vielleicht kann die Lohaus-Truppe ja genau diese Atmosphäre, diesen Flair nutzen, um endlich in die Erfolgsspur zu finden. Zu wünschen wäre es den sympathischen Kickern von der Nummer eins Braun bis hin zu den eisernen Reservisten um Kappe, Jakobs und Steinberger allemal.
Aufstellung: Braun – Czernik, Declair, Jentsch, Becker – Sommer, Kusche, Klemm – Geimer, Klimaszewski, Degirmen.
Verstärkung: Arlt, Sommer, Commer.
Eiserne Reserve: Kappe, Steinberger, Jakobs.
