Lokalsport | 24.08.2021

SV Rot Weiß Queckenberg

Gegen Villip kassierte man eine 1:6 Niederlage

Queckenberg. Am ersten Spieltag der neuen Kreisligasaison wurde an Beckers Kreuz in Villip eine wunderschöne Fußballgeschichte erzählt. Aufgrund der krankheitsbedingten Abwesenheit von Übungsleiter „Schimmel“ Döring zeichnete Hexenmeister Stefan Bures höchstpersönlich für dieses seelische Labsal verantwortlich. So verwandelte er den SV Rot-Weiß Queckenberg in ein tosendes, ungestümes und über 90 Minuten Feuer spuckendes Streitross. Vielleicht zelebrierte man nicht die allerhöchste Fußballkunst, jedoch waren unbändiger Siegeswille gepaart mit purer Lust am Fußballspielen und voll aufgeladenen Duracell-Akkus die Garanten dafür, dass dem gastgebenden SC keine Sekunde zum Luft holen vergönnt war. Der RWQ rauschte förmlich über das Kunstrasengeläuf. Die Viererkette formierte sich als vorderer Rand der Verteidigung an der Mittellinie, so dass sich Claßen teilweise ein Einsiedlerdasein im eigenen Sechzehner fristete.

Nach sechshundert Spielsekunden wurde das wilde Offensivspektakel belohnt und die zahlreich den Spielfeldrand säumenden Schlachtenbummler bejubelten die erste Führung in der noch jungen Spielzeit. Bures‘ gefühlvoller Flankenchip von der linken Außenbahn ins Gefahrenzentrum wurde von einem Villiper Abwehrspieler ins eigene Netz bugsiert. Jedoch standen auch die Schädel von A. Watty, Ring und Schmitz einnickbereit hoch in den Villiper Lüften, um der Pille die entscheidende Richtung geben zu können. Auf dieser hoch verdienten Führung ruhten sich die Kerle von der Madbach nicht aus. Unerbittlich und gierig auf den nächsten Treffer walzten sie alles platt, was sich ihnen in den Weg stellte. Angetrieben von dem an diesem Tage unaufhaltbaren Leifer drückte man der Partie weiter das rot-weiße Brandeisen auf, war jedoch im Abschluss nicht zielstrebig genug, um den Spielstand den Spielanteilen etwas anzugleichen.

Als man das Höllentempo auf etwas irdischere Werte drosselte, konnte der Gegner tatsächlich etwas durchschnaufen, überbrückte mit einem Diagonalball auf links das vorgerückte Mittelfeld und vollendete vom Strafraumeck sehenswert zum etwas überraschenden Ausgleich. Mit diesem bitteren Wermutstropfen machte sich etwas Ernüchterung breit unter den Queckies, und man fand nicht mehr zurück zu seinem sensationellen Fußballspuk. Somit stand zur Halbzeit ein gerechtes Remis zu Buche.

2. Halbzeit begann kämpferich

In der prallen Nachmittagssonne erinnerte Bures mit einem flammenden Appell an die bärenstarken ersten 20 Minuten und pustete alle Zweifel aus den Köpfen der Voreifler. Als ob es die letzten 25 Minuten des ersten Durchgangs nicht geben hätte, feuerte und röhrte, rammte und hämmerte der RWQ nun gen Villip-Kasten. Aufgrund der bedingungslosen Offensive, boten sich den Gastgebern zwar einige Räume zum Kontern, doch meist war bei Rammbock Paffenholz oder spätestens bei Fußballgott Uygur Endstation. Claßen jedenfalls erlebte einen geruhsamen zweiten Durchgang; ganz im Gegensatz zu seinem Gegenüber. Im Grunde war es nur der allzu oft der abermals zu registrierenden Unentschlossenheit der fauchenden und qualmenden Queckenberger geschuldet, dass hier nicht längst für klare Verhältnisse gesorgt wurde. Bis zur 65. Minute ließ man den RWQ-Mob schmoren und sich mehrmals die teilweise nicht mehr oder nur noch spärlich vorhandene Haarpracht raufen, bis die Kirsche wieder im Netz zappelte. Einmal mehr bewies Bures ganz viel Gefühl in seinem rechten Füßchen, spitzelte das Leder auf den an der linken Sechzehnerkante lauernden Schmitz. Und der löffelte das Bällchen nicht minder gefühlvoll ins lange Eck. Während er SC nun zunehmend am Krückstock ging, schaltete das rot-weiße Feuerroß von Trab hoch auf Galopp, als ob man der Apokalypse zu entfliehen versuchte. Klemm und Wappenschmidt schlossen jede Lücke, brachen mit dem Ball am Fuß immer wieder ein ins Feindesland, um hier für Angst und Schrecken zu sorgen. Ring ließ sich tief fallen, war sich für keine Drecksarbeit zu schade, um Bälle auch in der tiefsten Gangart von des Gegners Füßen zu stibitzen. Und Leifer wollte sich wohl für einen Werbespot empfehlen unter dem Motto „er läuft und läuft und läuft und…“. Allein die Vorentscheidung wollte nicht gelingen.

Als der souveräne Benyacou endlich ein Einsehen hatte mit den um Erlösung flehenden Gastgebern, hätten wohl einige der Rot-Weißen noch einen Halbmarathon absolvieren können, so voll gepumpt waren sie mit Adrenalin. Trotzdem waren auch sie froh, ob des knappen Vorsprungs, nun im ersten Punktspiel gleich den ersten Dreier bei einer äußerst ambitionierten Truppe eingefahren zu haben.

Erste Garde: Claßen – Wappenschmidt, Uygur, Cipera, Leifer – Schmitz, Paffenholz, Klemm, Bures, A. Watty – Ring

Verstärkung: Deuster, Coskun, Sommer, Declair, Jörger

Leider konnte sich die RWQ-Reserve im Vorspiel trotz eines extrem couragierten Auftritts nicht belohnen und verlor ebenfalls bei der zweiten Garde von Villip mit 1:6.

Vorschau: Wenn am 29. August der Mount Queck erstmals nach 321 Tagen seine Pforten wieder zu einem Punktspiel öffnet, empfangen die „kleinen“ Queckies ab 12:30 Uhr die Wundertüte MSV Bonn III. Ab 15:00 Uhr trifft der RWQ im ewig jungen Kreisliga-Scharmützel auf SV Niederbachem III.

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