1.000 Jugendliche des Christlichen Jugenddorfwerks zu Gast in Vallendar
Gemeinsam schneller, höher, weiter!
Sport, Spiele und Gemeinschaft unter dem Motto: „Beweg dein Leben“
Vallendar. Unter dem Motto „Beweg dein Leben“, sind 1.000 Jugendliche des CJD aus ganz Deutschland nach Vallendar gereist, um Sport zu treiben.
„33 Sekunden! Das ist Rekord.“ Der 17-jährige Adham aus Syrien kann es kaum fassen. Er keucht, aber strahlt über das ganze Gesicht. Zehn andere Jugendliche stehen um ihn herum, beglückwünschen und umarmen ihn. Keiner ist so schnell die neun Stockwerke im CJD Berufsförderwerk Koblenz hinaufgelaufen wie er. Der
Treppenlauf ist eines der Highlights des diesjährigen Sportfestivals des Christlichen Jugenddorfwerks CJD. Hier treffen sich mehr als 1000 Jugendliche mit und ohne Handicap aus ganz Deutschland, leben, kochen, musizieren und messen sich in den unterschiedlichsten Sportarten wie Wikingerschach, Einradfahren oder Fußball-Dart.
„Dabei geht es nicht darum, wer der oder die Beste ist, sondern wer am meisten
aus seinem Potenzial herausholt und sich am besten einschätzen kann“, erläutert Organisator Jens Letzig. Bei einem Schnupperkurs mit Freundschaftsspiel gegen eine
Profimannschaft im Rollstuhlrugby oder einem „Alle gemeinsam“-Festival im Freibad wird eine Verbindung zwischen Menschen mit und ohne Handicap hergestellt. „Dabei merken Menschen ohne Handicap, was man mit Handicap alles können muss“, so Letzig weiter.
Neben den sportlichen Aktivitäten lernen die Jugendlichen auch, zusammen zu leben und sich selbstständig zu organisieren. So müssen sie zunächst einige Zelte, in denen sie schlafen werden gemeinsam aufbauen. Dann werden Zeltplatz-Stadtteilsprecher gewählt. Diese „Bürgermeister“ der einzelnen Zeltplätze vertreten die Interessen der Teilnehmer, schlichten kleinere Streitereien und helfen ihren Leuten.
So lernen die Jugendlichen auch gleich, wie demokratisches Miteinander funktioniert.
Das Sportfestival des CJD findet alle drei Jahre in wechselnden Städten statt. „Dieses Mal sind auch viele unbegleitete minderjährige Ausländer dabei, für die diese gemeinschaftsbildenden Maßnahmen sehr wichtig sind“, betont Letzig.
Einer von ihnen: Treppenlaufmeister Adham. In seiner Heimat Syrien herrscht Krieg. „Ich habe wenig Hoffnung, dass das Land in den nächsten Jahren Frieden finden wird“, erklärt er. In Syrien war er seit vier Jahren nicht mehr. Denn damals, mit 13 Jahren, flüchtet Adham mit seinen zwei jüngeren Brüdern in die Türkei. Damit seine Brüder zur Schule gehen können, verdient er das Geld in einer Näherei. Zwei Jahre lang.
„Das Schlimmste für mich ist“, so Adham, „dass ich meine Eltern seit vier Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich vermisse sie.“ Adham macht gerade ein Praktikum in einem Fotostudio. Nächstes Jahr möchte er dort eine Ausbildung zum Fotografen beginnen. Seine Chancen stehen gut. Denn Adham erfährt Unterstützung vom CJD. Er ist in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) untergebracht. Neben der reinen Unterbringung haben die CJD Mitarbeitenden Adham auch beim Erlernen der deutschen Sprache sowie der Suche nach einem Praktikum unterstützt.
Seine Geschichte ist nur eine der unzähligen, die die Jugendlichen, die das CJD betreut erzählen können. Drogenabhängige, Übergewichtige, aber auch Hochbegabte werden hier gefördert – getreu dem Motto: „Keiner darf verloren gehen.“ 1.000 von ihnen sind nun in Koblenz zu Gast, zusammen mit vielen prominenten Unterstützern wie WCMX-Weltmeister Philipp Cierpka, Hochsprungweltmeister und Europarekordhalter Reinhold Bötzel sowie Schauspieler und Sportmodel Philipp Stehler („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Berlyn“). Philipp Stehler hat Adhams Rekord nun knapp gebrochen. 31 Sekunden brauchte er für den Lauf. „Mach dir nichts draus – ich mache das doch beruflich“, tröstet er Adham. Dessen Antwort: „Ich laufe einfach nochmal. Bis ich dich geschlagen habe. Oder wollen wir eine Runde Fußballdart spielen?“
Presemitteilungdes
Christlichen Jugenddorfwerks
Adham ist 17 Jahre alt. Seine Heimat Syrien verließ er mit 13, dann ging er arbeiten, um für seine Brüder zu sorgen. In Vallendar durfte er unbeschwert mit anderen Jugendlichen ein sportliches Spielewochenende verbringen.
Jugendliche mit und ohne Handicap aus ganz Deutschland verbrachten eine spannende, spaßige und lehrreiche Zeit gemeinsam. Fotos: CJD
