HSV Rhein-Nette Damenmannschaft
Glückliches Unentschieden
TV Moselweiß II – HSV: 20:20 (9:12)
Andernach. „Die Hupe ist sehr leise, bei zukünftigen Spielen empfiehlt sich eine Pfeife“, so die Sachverhaltsschilderung, die der Schiedsrichter in Spielbericht eingetragen hat. Grund für die Eintragung war die Diskussion um das Tor, welches in allerletzter Sekunde geworfen wurde. Aufgrund der für ihn nicht hörbaren Schlusssirene entschied der Schiedsrichter auf Tor, sodass das Spiel 20:20 gewertet wurde. Dies war das Ergebnis der turbulenten Schlussphase eines von Anfang bis Ende sehr spannenden und unterhaltsamen Bezirksligaspiel in Moselweiß, bei dem sich die HSV Damen trotz oder gerade wegen weiteren personellen Ausfällen ein nicht unverdientes, aber letztendlich glückliches Unentschieden erkämpften. Mit nur zwei Auswechselspielerinnen und ohne zweite Torfrau war der Kader recht übersichtlich, aber die Ansage der Trainer war, sich nicht so schnell geschlagen zu geben und den Tabellenführer aus Moselweiß so lange wie möglich zu ärgern. Mit Anpfiff der Partie staunten alle Beteiligten nicht schlecht, als die HSV Damen nach 5 Minuten mit 0:3 in Führung lagen, diese bis zur Pause behaupteten und sogar auf 4 Tore ausbauen konnten. Die Deckung inklusive Torfrau stand sehr kompakt und Moselweiß fand kaum ein Durchkommen. Mehr noch, die Konzentration in der Deckung war so gut, dass Moselweiß auch mehrmals die Zeitspielanzeige des Schiedsrichters erhielt und die HSV Damen sich so den Ball erobern konnten. Im Angriff wurde sehr dynamisch kombiniert und die klar herausgespielten Torchancen sicher verwertet oder die Angriffe konnten nur durch siebenmeterwürdige Foulspiele gestoppt werden. Die taktischen Ansagen wurden von allen Spielerinnen umgesetzt und die HSV Damen zeigten sich als eine geschlossene Einheit, die dem aktuellen Tabellenführer mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar leicht überlegen war. Scheinbar hatte Moselweiß nicht mit einer solchen Spielstärke gerechnet, sondern eher einen ruhigen Sonntagnachmittagserfolg eingeplant und daher den Anfang etwas verschlafen. Sie benötigten 20 Minuten, um zu verstehen, dass die HSV Damen an dem Tag nicht mal ebenso zu besiegen waren.
In der zweiten Halbzeit kurz nachgelassen
In Halbzeit zwei konnte Moselweiß zunächst auf 1 Tor verkürzen, aber beim 12:16 war der alte Vorsprung zunächst wieder herstellt worden. Doch nun kam irgendwie Sand ins Getriebe und die HSV Damen ließen beste Torchancen liegen. Zu allem Überfluss war nun auch die Deckung nicht mehr so stabil und Moselweiß konnte beim 16:16 erstmals ausgleichen und im Weiteren sogar bis zum 19:16 davonziehen. Auch eine Auszeit brachte zunächst keine erkennbare Besserung und beim Stande von 20:17 sah Moselweiß schon fast wie der Sieger aus. Aber eben nur fast. Eine weitere Auszeit wurde genutzt, um nochmals alle Reserven zu pushen und die klare Anweisung gegeben, in der verbleibenden Zeit im Angriff einen schnellen Abschluss zu suchen, um die Chance auf zumindest einen Punkt zu wahren. Allerdings folgte hiernach kein Planloses anrennen. Im Gegenteil, mit einer doppelten Manndeckung gelang es den Ball zu erobern und mit viel Druck im Angriff nochmals auf 20:19 zu verkürzen. Auch der nachfolgende Angriff von Moselweiß wurde abgewehrt, sodass man 25 Sekunden vor Schluss nochmals den Ball erobern konnte. Beim letzten Angriff gelang es der HSV den Ball auch unter Bedrängnis an die besser positionierte Spielerin weiterzutragen und mit Ertönen der Schlusssirene wurde der Angriff erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt recht lautstarken Fanunterstützung war für den Schiedsrichter die Schlusssirene nicht sofort hörbar, sodass nach dem Torentscheid zunächst noch am Zeitnehmertisch geklärt wurde, zu welchem Zeitpunkt die Schlusssirene ertönte. Da es hier keine übereinstimmende Aussage gab, lag die schwierige Entscheidung beim Schiedsrichter, der dann auf Tor und somit auf 20:20 entschied. „Heute haben alle super und auf hohem Niveau gespielt, gekämpft und gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Leider haben wir Mitte der zweiten Hälfte zu viele Torchancen vergeben und dadurch Moselweiß wieder ins Spiel kommen lassen. Eine so erfahrene Mannschaft wie Moselweiß weiß dies dann zu nutzen. Das Unentschieden ist bei Betrachtung des Spielverlaufs für alle in Ordnung, auch wenn es letztlich für die HSV Damen eine sehr glückliches Ende war,“ so die Analyse von Trainer Peter Geisen.
Es spielten: Meike Fenz, Julia Filster (8/5), Sabrina Reim, Michelle Kurz (2), Katrina Helf (1), Lena Kretzer (3), Neele Gesell (1), Sandra Mayer (4), Katharina Körber (1). Spielfilm: 0:3, 3:7, 7:11, 9:11, 9:12 (Halbzeit), 11:12, 12:16, 16:16, 19:16, 20:17, 20:20. Statistik: TV Moselweiß 20 (2/1) : HSV Rhein-Nette 19 (7/5)
