Triumph am Berg – DJK-Triathleten meistern Alpe d’Huez mit Herz und Härte
Grenzerfahrung auf 1.800 Metern
Andernach. Der legendäre Alpe d’Huez Triathlon auf der Langdistanz wurde auch in diesem Jahr seinem Ruf als extrem forderndes Sportereignis gerecht. Rund 1.800 Athletinnen und Athleten aus aller Welt nahmen die alpine Herausforderung an – darunter auch Torsten Drommel und Holger Nickolaus von der DJK Triathlon Andernach. Beide überzeugten mit starken Leistungen und eindrucksvoller Willenskraft.
Die Strecke des Alpe d’Huez Triathlons ist nicht nur für ihre landschaftliche Schönheit bekannt, sondern vor allem für ihr anspruchsvolles Profil. Das Schwimmen führte über 2,2 Kilometer durch den 16 Grad kalten Lac du Verney – ein wahrer „Kaltstart“. Anschließend folgte die 120 Kilometer lange Radstrecke mit über 3.200 Höhenmetern, gekrönt vom legendären Schlussanstieg mit 21 Serpentinen zur Alpe d’Huez, wie man ihn sonst nur von der Tour de France kennt. Die abschließenden 20 Kilometer zu Fuß führten über alpines Gelände auf 1.800 Metern Höhe – gespickt mit Anstiegen und Trails, die Kreislauf und Willenskraft gleichermaßen forderten.
Torsten Drommel absolvierte das Rennen zunächst konstant und stark. Das Schwimmen beendete er in rund 44 Minuten, die Radstrecke meisterte er in 5 Stunden und 47 Minuten. Mit dem Beginn des Schlussanstiegs kam es jedoch zu einer entscheidenden Wendung: Bereits ab der ersten Kehre kämpfte er mit starken Krämpfen in der Oberschenkelmuskulatur. Über mehrere Kilometer musste er diesen körperlichen Rückschlägen trotzen. Dennoch gelang es ihm, auch den abschließenden 20-Kilometer-Lauf in 2 Stunden und 11 Minuten zu bewältigen. Mit einer Gesamtzeit von 8:52 Stunden erreichte er den 21. Platz in seiner Altersklasse – eine Leistung, die unter diesen Bedingungen besonders hervorsticht.
Für Holger Nickolaus stand die Teilnahme lange in Frage. Nach gesundheitlichen Rückschlägen und einer anhaltenden Knie-Reizung war der Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschehen ungewiss. Am Renntag zeigte er sich jedoch in beeindruckender Form. Die Schwimmstrecke beendete er nach 43 Minuten, für die kräftezehrende Radstrecke benötigte er 6 Stunden und 48 Minuten. Auch die laufintensive Schlussphase meisterte er souverän in 2 Stunden und 17 Minuten. Am Ende stand ein starker 18. Platz in seiner Altersklasse und eine Gesamtzeit von 10:05 Stunden – ein bemerkenswertes Comeback unter schwierigen Voraussetzungen. „Der Lauf durch den Zielkanal war für mich gerade nach den vergangenen Monaten sehr emotional!“, sagte Holger Nickolaus nach seinem Finish.
Der Alpe d’Huez Triathlon steht nicht für perfekte Bedingungen oder persönliche Bestzeiten. Vielmehr verlangt er mentale Stärke, Ausdauer und Leidenschaft. Mit ihrem beherzten Einsatz haben Torsten Drommel und Holger Nickolaus eindrucksvoll bewiesen, dass genau diese Eigenschaften den Unterschied machen – selbst unter extremen Bedingungen im hochalpinen Gelände.BA
Torsten Drommel im Anstieg.
Holger Nickolaus in Laufrunde drei.
