Lokalsport | 07.03.2016

Fußball-Rheinlandliga, SG Eintracht Mendig/Bell

Grzobic trifft die Gastgeber empfindlich

Yannick Distelrath (rechts) von der SG Eintracht Mendig/Bell sollte in dieser Situation gegen RW-Torhüter Tobias Oost um Sekundenbruchteile zu spät kommen.SK

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell muss in der Fußball-Rheinlandliga ihre Blicke weiterhin nach unten richten: Nach der unglücklichen 1:2 (1:1)-Niederlage vor 140 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße gegen die TuS Rot-Weiß Koblenz verharren die Vulkanstädter auf dem viertletzten Tabellenplatz, der möglicherweise den Abstieg bedeuten würde.

Der Schock stand den Verantwortlichen der SG Eintracht Mendig/Bell kurz nach dem Schlusspfiff im Gesicht geschrieben. „Es ist einfach nicht zu fassen“, entfuhr es dem Sportlichen Leiter Frank Schmitz. „Wir nehmen uns selbst aus dem Spiel“, fügte Trainer Erkan Göktepeli hinzu. Sein Kollege Thomas Brühl brachte es auf den Punkt: „Die Mannschaft hat das Spiel unter Kontrolle und gibt einen sicher geglaubten Punkt durch die Dummheit eins einzelnen Spielers noch aus der Hand.“

Was war passiert? In der 80. Minute sah SG-Innenverteidiger Alexej Eberhardt - nach einer mehrwöchigen Sperre wegen Schiedsrichter-Beleidigung zum ersten Mal wieder spielberechtigt - innerhalb von gefühlten fünf Sekunden zweimal die Gelbe Karte wegen Meckerns. Folgerichtig mussten die Gastgeber die Partie in Unterzahl beenden. Und standen nach einem umstrittenen Freistoß des eingewechselten Kristijan Grzobic (89.), der den 2:1-Siegtreffer bedeutete, auch noch mit leeren Händen da. Grzobic lief in Cristiano-Ronaldo-Manier an, doch im Gegensatz zum Portugiesen (zumindest in dem meisten Fällen) schlenzte er den Ball genau in den linken Winkel.

Nach dem frühen 0:1 durch Emre Kaya (10.) war Damir Mrkalj gegen seine Ex-Kollegen der überraschende 1:1-Ausgleich gelungen (27.). Die Gäste wollten zuvor ein Handspiel gesehen haben. „Das war zum wiederholten Mal eine Entscheidung gegen uns. Ich kann dem Verband mindestens zehn Beispiele aus dieser Saison nennen, wo wir klar benachteiligt wurden“, wütete RW-Trainer Fatih Cift. „Es macht auch keinen Sinn, mit den Schiedsrichtern zu reden, die kommen einfach nur arrogant daher.“

Die Gastgeber verteidigten das Unentschieden fortan mit großer Laufbereitschaft und Leidenschaft und hätten einen Punkt durchaus verdient gehabt, der im Abstiegskampf gerade für die Moral äußerst wichtig gewesen wäre. John Rausch (48. und 63.) hatte sogar zweimal die Führung auf dem Fuß.

Erst als Eberhardt seinem Team einen Bärendienst erwiesen und Grzobic den Ball ins Tor geschlenzt hatte, waren die Mendiger geschlagen. Von einem glücklichen Sieg wollte Cift allerdings nichts wissen: „Mendig hatte nur eine Chance - und das war beim irregulären Treffer. Wir haben sechs oder sieben 100-prozentige Möglichkeiten vergeben. Glücklich war sicherlich nur der Zeitpunkt.“

SG Eintracht Mendig/Bell: J. Heinemann, Güngörmüs, Schlich, Eberhardt, Schneider, Iino, Rausch (84. Rawert), N. Heinemann, Simon (45. Strahl), Distelrath, Mrkalj.

TuS Rot-Weiß Koblenz: Oost, Lauer, Berg (59. Borchert), Krämer, Hillen, Altin (67. Grzobic), Dahlem, Kaya (76. Kling), Bührmann, Miles, Pineker.

Schiedsrichter: Lukas Heep (Neuwied).

Zuschauer: 140.

Torfolge: 0:1 Emre Kaya (10.), 1:1 Damir Mrkalj (27.), 1:2 Kristijan Grzobic (89.).

Besonderheit: Gelb-Rote Karte gegen Alexej Eberhardt (80., SG Eintracht Mendig/Bell) wegen wiederholten Meckerns.

Nächste Aufgabe für Mendig/Bell: am Samstag, 12. März, um 14.30 Uhr bei der SG Schoden/Ockfen/Irsch.

Yannick Distelrath (rechts) von der SG Eintracht Mendig/Bell sollte in dieser Situation gegen RW-Torhüter Tobias Oost um Sekundenbruchteile zu spät kommen.Foto: SK

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