HV Vallendar feierten deutlichen Heimsieg
HV setzt Zeichen im Abstiegskampf
HV Vallendar - TV Nieder-Olm 33:22 (16:12)
Vallendar. Das Spiel zwischen dem HV Vallendar und dem TV Nieder-Olm galt als „4-Punkte-Spiel“. Vallendar stand vor der Partie nur einen Punkt vor den Rheinhessen, welche in den vergangenen Wochen fleißig Punkte gesammelt hatten und sich berechtigte Hoffnungen auf den Klassenverbleib machen dürfen. Doch auch die Löwen hatten tolle Leistungen gezeigt und ihr Kämpferherz vor allem in der Vorwoche, beim so wichtigen Auswärtserfolg in Friesenheim, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Aufeinandertreffen zwischen Vallendar und Nieder-Olm konnte also für eine kleine Vorentscheidung sorgen und diese Chance wollten die Löwen unbedingt nutzen, auch in dem Wissen, dass die Gäste als relativ harmlos in fremder Halle gelten. In den Anfangsminuten war davon allerdings noch nichts zu merken, beide Mannschaften lagen bis zum 3:3 gleich auf. Doch schon jetzt zeichneten sich die Vallendarer durch ihr Tempospiel aus, welches sie über die kompletten 60 Minuten etablierten. Nieder-Olm wurde immer wieder zu Würfen aus dem Rückraum gezwungen, der Mittelblock um Abwehrchef Oliver Lohner stand solide und auch Bastian Burgard zwischen den Pfosten hatte einen guten Tag erwischt. Seine Gegenstoßpässe fanden immer einen der schnellen Außen und versetzten den Gästen diverse Nadelstiche. Schnell setzten sich die Hausherren auf vier Treffer ab und kontrollierten die Begegnung. Als Rückraumakteur Stefan Baldus mit einer Knieverletzung vom Feld musste, bewiesen die Interimstrainer Veit Waldgenbach und Andreas Reckenthäler Mut und wechselten den 18-jährigen Kilian Graulich ein. Dieser dankte das ihm geschenkte Vertrauen, zeigte seine beste Saisonleistung und stellte klar, dass er endgültig in der Oberliga angekommen ist. Er setzte seine Mitspieler, allen voran Kreisläufer Oliver Lohner, sehenswert in Szene und glänzte auch selbst als Vollstrecker. Graulich: „Ich hatte heute einfach einen guten Tag, wir haben mutig gespielt, die Abwehr in Bewegung gebracht und dann ergaben sich zwangsläufig Freiräume. Wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, jeder hat seinen Job super gemacht.“ In der Tat lösten die Vallendarer die gestellten Aufgaben glänzend, Nieder-Olms Spielmacher Stumps kam überhaupt nicht ins Spiel. Die Gäste ließen sich durch das aggressive Auftreten der Löwen provozieren, kassierten mehrere Zeitstrafen und verstrickten sich in Diskussionen mit den Schiedsrichtern. Vallendar behielt die Nerven, spielte seinen Stiefel runter und ging mit einem Vorsprung von 16:12 in die Halbzeit.
Tempo weiter am Maximum halten
In der Kabine forderten beiden Coachs die Mannschaft auf, genauso weiter zu spielen, unter keinen Umständen wollte man die Gäste noch einmal ins Spiel kommen lassen. Vor allem sollte das Tempo weiter am Maximum gehalten werden, man wollte weiterhin Kapital aus schnellen Gegenstößen ziehen. Den besseren Start erwischte dann auch tatsächlich der HVV, welcher die ersten 30 Sekunden der 2. Halbzeit in Überzahl spielte und sich sofort mit sechs Toren absetzte. Nun kam der Löwen-Express erst so richtig ins Rollen, Tor um Tor legte die Sieben vom Rhein nach, sodass man schließlich mit neun Toren in Front lag. Doch Nieder-Olm zeigte sich kämpferisch, gab das Spiel zu keinem Zeitpunkt verloren und blieb weiterhin gefährlich. Das Duo Waldgenbach/Reckenthäler brachte nun Mike Schäfer ins Spiel und dieser Stand sofort im Mittelpunkt des Geschehens. Im Angriff wurde Schäfer von Nieder-Olms Patrick Ranzenberger in Manndeckung genommen, als dieser den Linksaußen der Löwen vollkommen grundlos zu Boden schubste. Aufgrund des anschließenden Diskutierens erhielt er seine dritte Zeitstrafe und verabschiedete sich mit einer vulgären Geste in Richtung der Vallendarer Fans auf die Tribüne. Doch das trübte die tolle Stimmung der zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg, die eine harte, aber ansonsten faire Begegnung sahen, nicht. Der HVV brachte den Vorsprung sicher ins Ziel, gewann schlussendlich hochverdient mit 33:22 und auch der 17-jährige Jacob Schleier bekam wieder einige Minuten Einsatzzeit. Schleier: „Es ist ein tolles Gefühl auch vor heimischem Publikum auf dem Feld zu stehen, es macht super viel Spaß, die Mannschaft unterstützt mich und hilft mir, wo es nur geht. Schade, dass es bisher noch nicht zu einem Tor gereicht hat, aber es gibt ja noch drei Spiele.“
Ausblick
In der Tat stehen dem HVV noch drei weitere wichtige Begegnungen bevor, zwei Mal muss man in der Fremde ran (Saarpfalz und Dansenberg), ehe am letzten Spieltag der Saison die HSG Worms zu Gast ist. Die Vallendarer wollen und müssen noch ein paar Punkte sammeln.
Torhüter Bastian Burgard resümiert: „Der Sieg heute war extrem wichtig, wir haben uns von Nieder-Olm weiter distanziert. Wir dürfen uns jedoch nicht auf die faule Haut legen, mindestens zwei Punkte wollen wir noch holen. Das Spiel heute lief einfach super, wir haben gezeigt, was in uns steckt und das macht uns Mut für die Schlussphase der Saison.“ Am kommenden Samstag, 30. April reist der HVV zum Tabellensiebten VTZ Saarpfalz. Diese sind in den letzten Wochen nicht immer sattelfest gewesen, mit einer engagierten Leistung ist auch hier eine kleine Überraschung möglich. Anwurf in Zweibrücken ist um 18 Uhr.
Es spielten für den HVV: Burgard und S. Stein (beide im Tor), Graulich (4), Meder (6/2), Gerdon (6), Woods (6), Lohner (3), Hertz (3), Schäfer (2), D. Stein (2), Baldus (1), Jackmuth, J. Schleier.
Kilian Graulich zeigte seine beste Saisonleistung.
