Lokalsport | 02.09.2016

SV Altenahr veranstaltete 6. Panoramalauf rund um die Burg Are

Hitzeschlacht oberhalb des Ahrtals brachte die Läufer an ihre Grenzen

Das Läuferfeld kurz nach dem Start. privat

Altenahr. „Wasser, Iso, Cola?“ - „Ja, in dieser Reihenfolge bitte“, so der oft geäußerte Wunsch an der letzten Verpflegungsstelle am Ahrufer in der Nähe von Kreuzberg während des 6. Panoramalaufs der Selbstläufer SV Altenahr. Feste Nahrung aus dem reichlichen Angebot war kaum gefragt, um die letzten Kräfte für den finalen Aufstieg zum Ziel an der Martinshütte zu mobilisieren, nur die dargebotenen Wassermelonen fanden reißenden Absatz. Häufig genutzt wurden dagegen Waschschüssel und Schwämme, für manche Läufer allerdings nicht Abkühlung genug, sie hatten die Jagd nach einer persönlichen Bestzeit längst aufgegeben und nutzten die günstige Gelegenheit um in kompletter Laufmontur ein kurzes Vollbad in der Ahr zu nehmen. Derweil befand sich der Sieger, der mit 1650 Höhenmetern gespickten Ultramarathondistanz über 52 Kilometer bereits auf der abschließenden Panoramarunde um die Martinshütte. Nach 5:08:24 Stunden war für den aus dem deutschsprachigen Belgien stammenden Stephan Peters (Amel) die Hitzeschlacht oberhalb des Ahrtals beendet, als er mit erhobener Faust triumphierend, und - mit unter diesen Bedingungen nicht für möglich gehaltenem - neuen Streckenrekord die Ziellinie überquerte und begeistert von Streckensprecher Eule Frings und dem Publikum empfangen wurde. Rund 45 Minuten vergingen, ehe mit Guntram Klein (allein unterwegs) aus Trier der zweite Mann fürs Siegertreppchen feststand. Kurz darauf, nach 5:58:27 Stunden erreichte bereits die Siegerin der Damenwertung, Susanne Beisenherz (Klinik für Epileptologie, Uni Bonn) als Gesamtdritte das Ziel. Überhaupt kamen die weiblichen Teilnehmer mit den extremen Wetterbedingungen offensichtlich ganz gut zurecht, denn auch die Zweit- und Drittplatzierte Frau, die Französin Carole Doisneau und die Bonnerin Anke Warlich, sowie Doris Remshagen vom TV Refrath, platzierten sich unter den Top Ten der Gesamtwertung.

Die Sonne brannte vom Himmel

Als am frühen Morgen die ersten Läufer an der Martinshütte auftauchten um ihre Startnummer in Empfang zu nehmen, beherrschten noch dünne Nebelschleier die Szenerie. Aber spätestens beim Streckenbriefing wurde klar, das es kein leichter Tag für die Sportler werden würde, die Sonne brannte bereits erbarmungslos vom Himmel herab und der Streckensprecher wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, das wegen der vom Hochwasser zerstörten Brücke im Langfigtal für die Teilnehmer von K 16 / K 33 noch einmal gut 100 zusätzliche Höhenmeter zu bewältigen seien.

Spannende Laufwettbewerbe in herrlicher Landschaft

Pünktlich um 9.30 Uhr ertönte der Startschuss, mit dem die circa 250 Langstreckler zunächst auf die 700-Meter-Runde um die Martinshütte mit Ausblick auf die namensgebende Burg geschickt wurden. Unter viel Beifall passierte die bunte Läuferschar noch einmal den Start-/ Zielbereich und bog bald darauf auf der Rotweinwanderweg ein, wo oberhalb von Reimerzhoven die erste Streckenteilung erfolgte. Für die Läufer des K 16 ging es mit herrlicher Aussicht bereits Richtung Ahrtal und zur ersten Verpflegungsstelle, die für das übrige Feld in den Weinbergen hoch über Mayschoß aufgebaut war. Von dort ging es weiter über den Schwedenkopf bis oberhalb von Dernau. Die Teilnehmer des K 52 liefen dann später über eine Schleife zur Saffenburg und schließlich zu einem anspruchsvollen Aufstieg aus dem Langfigtal hoch zum Dach des Ahrgebirges, dem Steinerberg. Derweil wurden an der Martinshütte bereits mit Spannung die ersten Läufer der 16-Kilometer-Distanz erwartet. Die Führung hatte im Laufe des Rennens mehrfach gewechselt, aber es war schließlich wiederum der bereits vor zwei Jahren siegreiche Andreas Joswig (Schwelmer Jungs) der nach 1:17:20 Stunden als Erster das Ziel erreichte und Reyk Buch vom Alfterer SC um 20 Sekunden distanzieren konnte. Das sportliche Familienglück perfekt machte seine Frau Thurid Buch (Alfterer SC), die als erstaunliche Gesamtdritte ihren Erfolg vom Vorjahr wiederholte, und Astéria Wagner (Kunst Wagner) sowie die Koblenzerin Diana Phillips auf die Plätze verwies.

Panoramalauf ist bis über die Grenzen hinweg bekannt

Die Siegerehrungen werden zeitnah durchgeführt - so die Ausschreibung für den Panoramalauf - , und das war auch vonnöten, denn kaum war das stimmungsvolle Prozedere mit tollen Preisen und einem Gläschen Sekt für die Bestplatzierten vorbei, stürmten bereits die Gewinner der Mitteldistanz herein. Nach 33 wahrhaft heißen Kilometern mit 1100 Höhenmetern, liefen kurz hintereinander Alexander Ickenroth (SRL Triathlon Koblenz) und der Belgier Bart van Roey (SPVI) über die Ziellinie. Die beiden hatten sich auf der anspruchsvollen Strecke nichts geschenkt und blieben mit 2:59:01 Stunden, beziehungsweise. 2:59:39 Stunden als Einzige unter der 3-Stunden-Marke. Auf Gesamtrang Sieben bereits die Koblenzerin Julia Einenkel, die in einer Zeit von 3:17:29 Stunden die als Favoritin ins Rennen gegangene Martina Görlich (Skikeller Kaulard & Schroiff), 3:23:00 Stunden, überraschend deutlich distanzieren konnte. Vorjahressiegerin Sabine Korz (Selbstläufer Altenahr) komplettierte das sympathische Damentrio auf dem Siegerpodest. Eine besondere Ehrung gab es für die Mitglieder des belgischen Vereins SPVI (Sparta Vilvoorde). Sie waren mit zehn Sportlern aus dem nördlich von Brüssel gelegenen Vilvoorde über rund 250 Kilometer ins Ahrtal angereist, und durften somit 15 Liter Bier als Preis für die größte Gruppe mit nach Hause nehmen.

Nachwuchs schlug sich wacker

Die letzten Teilnehmer des Ultralaufs waren noch auf der Strecke, als am Nachmittag der Startschuss zum Schülerlauf über 700 m erfolgte. Luca Köhler (Trikids TuS Ahrweiler) beendete die kleine Panoramarunde um die Martinshütte als Erster in 2:36 Minuten vor seinem Vereinskollegen Nick Radermacher und Niklas Freund aus Kreuzberg. Bei den jungen Damen gab es einen Erfolg für die Selbstläufer SV Altenahr; Mia Zerwas gewann unangefochten in 2:42 Minuten und verwies Maja Kapellen (Troisdorfer LG) und Lea Bungart aus Plittersdorf auf die Plätze. Als letzter Lauf des Tages wurde der Supersprint über 5,75 Kiloemter gestartet. Bei diesem Traillauf für Einsteiger laufen die Jugendlichen gemeinsam mit den Erwachsenen, werden aber getrennt gewertet. Die Jugendwertung ging, wie im Vorjahr an Thomas Gies (31:12 Minuten) vom ausrichtenden Verein vor Marius Mönch, ebenfalls Selbstläufer Altenahr. Die Damenwertung konnte Doppelstarterin Mia Zerwas (Selbstläufer Altenahr) für sich entscheiden, sie gewann in 37:25 Minuten vor der Finnin Sara Maija Väänänen. Bei der Ehrung der Erwachsenen durfte Jürgen Otto (Selbstläufer Altenahr) die oberste Stufe des Siegerpodest betreten, der schnelle Triathlet aus Heimerzheim siegte in 25:38 Minuten mit großem Abstand vor Christoph Mintgen (LG Laacher See) und Thomas Konradi (Selbstläufer Altenahr). Auf den Erfolg anstoßen konnten die schnellen Herrn mit der Siegerin Eva Simons aus Berg (32:55 Minuten), sowie Ulrike Weitzel von der Grafschaft und Larissa Tönnies (LT Tönnies). Gewinner, so die Schlussworte von Eule Frings, nachdem er sich noch einmal bei den Teilnehmern und den vielen unermüdlichen Helfern der Altenahrer Laufgemeinschaft bedankt hatte, Gewinner waren alle, die das Ziel dieses herrlichen Landschaftserlebnislauf rund um Altenahr erreicht hatten, wo auch der letzte Läufer nach harten 52 Kilometern nach 9:05:11 Stunden gebührend an der Martinshütte empfangen wurde. Und Gewinner waren sicher auch die Selbstläufer, die sich über eine sehr positive Resonanz und großes Lob der hart geprüften Laufsportler freuen durften. Im nächsten Jahr, am 26. August wollen sie alle wieder dabei sein, vorzugsweise bei etwas erträglicheren Temperaturen. Ein verständlicher Wunsch, den die Veranstalter teilen, aber auch beim 7. Panoramalauf rund um dir Burg Are nicht garantieren können.

Die Ultra Sieger: Guntram Klein, Carole Doisneau (F), Susanne Beisenherz, Stephan Peters (B), Anke Warlich, Alexander Nube (von links).

Die Ultra Sieger: Guntram Klein, Carole Doisneau (F), Susanne Beisenherz, Stephan Peters (B), Anke Warlich, Alexander Nube (von links).

Auch Außenkühlung war gefragt, hier Guntram Klein (Platz zwei, K 52).

Auch Außenkühlung war gefragt, hier Guntram Klein (Platz zwei, K 52).

Das Läuferfeld kurz nach dem Start. Fotos: privat

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