Lokalsport | 30.10.2019

Neunter und letzter Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring

Hochspannung bis zum Schluss

David Griessner und Yannick Fübrich sicherten sich nach hartem Kampf den Meistertitel – Gesamtsieg für Black Falcon nach Manthey-Ausfall in der letzten Rennrunde

Der siegreiche Black Falcon Mercedes AMG GT3 auf dem Weg in die Startaufstellung. Fotos: BURG

Nürburg. Bei herrlichem Spätsommerwetter beendete am vergangenen Samstag die VLN Langstreckenmeisterschaft mit einem packenden Finale ihre Saison 2019.

Ein absolutes Highlight zum Abschluss der Saison

Neben dem Kampf um den Gesamtsieg erlebten die zahlreichen Zuschauer an der Nordschleife dabei auch einen spannenden Showdown um die Meisterschaft. Schon vor dem Rennen war klar: Sollten David Griessner (Österreich) und Yannick Fübrich (Nordheim) ihre Klasse gewinnen, wäre ihnen die Meisterschaft auch bei einem Klassensieg der amtierenden Meister und bis dato Zweitplatzierten Christopher Rink (Frankfurt), Danny Brink (Külsheim) und Philipp Leisen (Irrel) nicht mehr zu nehmen. Der Klassensieg gestaltete sich für das Duo jedoch schwieriger als erhofft. Inge Hansesaetre (Norwegen) und Moritz Oberheim (Schermbeck) hefteten sich an den BMW M240i der Meisterschaftsaspiranten und lieferten sich mit ihnen über fast das gesamte Rennen einen harten, aber stets fairen Positionskampf um die Führung. Erst ein Dreher des Sorg-BMWs brachte schließlich die Entscheidung zugunsten von Griessner und Fübrich. Zwar gewannen auch die amtierenden Meister die mit 30 Fahrzeugen am stärksten besetzte Klasse V4, doch das reichte nicht mehr zur Titelverteidigung. Mit einem Rückstand von nur 0,39 Punkten mussten sie sich geschlagen geben.

Laub bremste die Mercedes AMG GT3 Fahrzeuge aus

Noch packender ging es auf der Strecke im Kampf um den Gesamtsieg zu. Nach fünf Mercedes-Siegen in Folge schien die Serie bereits nach den ersten Runden ein Ende zu finden. An der Pace der Fahrzeuge lag es allerdings nicht, sondern am Herbstlaub, das sich auf der Kühlfläche der Mercedes AMG GT3 Fahrzeuge angesammelte hatte. Die Kühlleistung wurde dadurch so stark verringert, dass man eine Überhitzung der Motoren befürchtete und einen Reinigungsstopp einlegen musste.

Und so sahen über lange Zeit Lars Kern (Weissach), Dirk Werner (Würzburg) und Mathieu Jaminet Frankreich) mit dem Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing wie die sicheren Sieger des 44. Münsterlandpokals aus. Ein Unfall von Lars Kern in der letzten Runde ließ jedoch alle Hoffnungen der Manthey-Fans auf den zweiten Saisonsieg des Teams schwinden. Damit war der Weg frei für den erneuten Sieg des Black Falcon Mercedes von Patrick Assenheimer (Heilbronn) und Maro Engel (Monaco). Der zweite Rang ging an Phönix Racing. Frank Stippler (Bad Münstereifel) und Vincent Kolb (Frankfurt) steuerten den Audi R8 LMS 6,7 Sekunden nach den Siegern über die Ziellinie. Die Piloten des BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport – David Pittard (Großbritannien), Christian Krognes (Norwegen) und Jody Fannin (Großbritannien) – komplettierten das letzte Podium der Saison. Das Schwesterfahrzeug von Phoenix mit Michele Beretta (Italien), Steve Jans (Luxemburg) und Kim Luis Schramm (Wümbach) platzierte sich auf dem fünften Rang. Der zweite Black Falcon Mercedes von Adam Christodoulou (Großbritannien), Hubert Haupt (München) und Dirk Müller (Schweiz) belegte den fünften Platz. Auf Position sechs brachte Lars Kern den havarierten Manthey-Porsche ins Ziel.

Unfall und Zeitersatzstrafe kosteten den Sieg

„Wir hatten erfahren, dass wir eine Strafe kriegen, weil wir beim letzten Stopp zu früh aus der Boxengasse rausgefahren sind. Das Team hat mir gesagt, dass ich mindestens 37 Sekunden Vorsprung herausfahren musste“, erklärte Kern seine Risikobereitschaft in der letzten Runde. Patrick Pilet (Frankreich) und Sven Müller (Ockenheim) erreichten mit dem Falken-Porsche zunächst als Zweiter die Ziellinie. Doch im Nachhinein gab es eine Zeitersatzstrafe von 185 Sekunden wegen eines Gelb-Vergehens, was sie auf Platz sieben zurückwarf.

Hinter dem Falken Porsche komplettierten der GetSpeed-Mercedes von John Shoffner, Janine Hill (beide USA) und Fabian Schiller (Troisdorf), der Mercedes AMG GT aus der Klasse SP-X von Maximilian Buhk (Schwarzenbeck), Christian Hohenadel (Quierschied) und Maximilian Götz (Uffenheim), sowie der SP8-Ferrari mit den Piloten Christian Kohlhaas (Andernach), Stephan Köhler (Dreieich-Buchschlag) und Nikolaj Rogivue (Schweiz) die Top Ten.

Gesamtsieg und mehrere Podestplätze für Black Falcon

Neben dem Gesamtsieg feierte das Team von Black Falcon beim Saisonfinale auch noch mehrere Podiumsplatzierungen in den Klassen. In der Klasse SP10 gewannen Tobias Müller (Euskirchen), Tim Scheerbarth (Dormagen) und Tristan Viidas (EE) mit dem Mercedes-AMG GT4 zum vierten Mal in dieser Saison. Dank dieses Erfolges sicherten sie sich und dem Team den Meistertitel in der GT4-Klasse. In der Klasse SP8T holten sich Nico Bastian (Stuttgart), Mustafa Mehmet Kaya (Türkei) und Mike Stursberg (Wermelskirchen) mit dem AMG GT4 den Klassensieg. Auch in der stärksten Produktionswagenkategorie feierte die Mannschaft eine Podiumsplatzierung. Alexander Akimenkov (Russland), Ronny Lethmate (Lingen) und Vasilii Selivanov (Russland) wurden mit einem Porsche 991 Carrera Zweite in der V6.

Nachdem die Piloten Marcel Manheller (Döttingen) und Carsten Knechtges (Mayen) den BMW 328i vom Team Manheller Racing beim achten Lauf wegen eines technischen Defekts vorzeitig abstellen mussten, hielt der neunte und letzte Lauf 2019 einen versöhnlichen Abschluss für das Team bereit. Von der Pole Position aus gestartet, konnte sich das Fahrerduo rasch von seinen Verfolgern absetzen und mit einem komfortablen Vorsprung von 1:31,33 Minuten den Sieg in der Klasse VT2 einfahren. Mit insgesamt vier Klassensiegen und einem zweiten Rang belegten Knechtges und Manheller die Vizemeisterschaft in der VT2.

Das Schwesterauto mit Harald Barth (Bonn), Martin Owen (Lauterbach) und Kurt Strube (Wietmarschen) kam auf Rang drei in der VT2 ins Ziel.

Nur der Meister schlug den Eifelblitz in seiner Klasse

Mit Platz 2 in der Wertung zum BMW M240i Racing Cup verabschiedete sich das Team Scheid Honert Motorsport mit dem Eifelblitz aus der Saison. Von der Pole Position aus waren Nico Otto, Lars Peucker (beide Grevenbroich) und Florian Naumann (Idstein) ins Rennen gestartet. Am Ende mussten sich die Fahrer in dieser hart umkämpften Klasse nur dem neuen Meisterduo geschlagen geben. Gleiche Platzierung in der TCR-Klasse auch für Andreas Gülden (Reifferscheid) und Jasmin Preisig (Schweiz). Dem deutsch-schweizer Duo fehlten am Ende gerade einmal 0,929 Sekunden zum Sieg.

In der CUPX-Klasse setzte das Adenauer Team von Teichmann Racing 3 KTM Boliden ein. Georg Griesemann (Bornheim) und Florian Bodin (Heuchelheim) waren es, die im letzten Rennen den Sieg für das Team einfuhren. In der CUP3-Klasse kämpften Daniel Bohr (Luxemburg), „Max“ (Berlin) und „Jens“ (Zossen) um Punkte in der Cayman-Trophy. Die Piloten im Teichmann-Cayman konnten an diesem Tage aber nicht immer das Tempo der Kontrahenten mitgehen und belegten am Ende Platz fünf.

Für die VLN Langstreckenmeisterschaft beginnt nun die lange Winterpause, bevor sie am 21. März 2020 in die neue Saison startet.

BURG

Mit drei KTM-Boliden und einem Porsche Cayman absolvierte das Adenauer Team von Teichmann Racing das letzte VLN-Saisonrennen.

Mit drei KTM-Boliden und einem Porsche Cayman absolvierte das Adenauer Team von Teichmann Racing das letzte VLN-Saisonrennen. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia

Rang 2 für den Eifelblitz vom Team Scheid Honert Motorsport beim VLN-Finale im BMW M240i Racing Cup.

Rang 2 für den Eifelblitz vom Team Scheid Honert Motorsport beim VLN-Finale im BMW M240i Racing Cup.

In der letzten Runde verunglückte der Manthey Porsche und verschenkte damit den sicher geklaubten Sieg.

In der letzten Runde verunglückte der Manthey Porsche und verschenkte damit den sicher geklaubten Sieg.

Der siegreiche Black Falcon Mercedes AMG GT3 auf dem Weg in die Startaufstellung. Fotos: BURG

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