Auswärtssieg: FV Engers stürzt Top-Favorit Schott Mainz
Husarenstück der „Jungs vom Wasserturm“ in Mombach
„Geil, geil, geil“: Coach „Watze“ stolz auf sein Team
Mainz/Engers. Vorher hatten sie kleine Brötchen gebacken: Zum ersten Mal in dieser Saison gehe sein Team als echter Außenseiter in eine Partie, hatte Coach Sascha Watzlawik zu Protokoll gegeben. Und ja: Es ging zum TSV Schott Mainz, dem letztjährigen Absteiger, dem Topfavoriten, der einen Großteil seines Regionalligakaders zusammengehalten hat und unbedingt wieder zurück in die 4. Liga will. Es ging zum Auswärtsspiel bei einer Mannschaft, die in 14 Partien nur einmal verloren und dabei 45 Treffer erzielt, aber nur elf Gegentore kassiert hatte. Doch dann das: Die Jungs vom Wasserturm lieferten ein echtes Husarenstück ab und fegen die Hauptstädter verdient mit 4:2 von ihrem eigenen Platz. „Geil, geil, geil“, freute sich der Trainer fast überschwänglich auf der Rückfahrt im „Partybus“. „Die Jungs zerlegen hier gerade unseren Mannschaftsbus. Aber sie haben recht. Das haben sie sich verdient. Mega-Leistung“, jubelte er und schwärmte: „So viel Leidenschaft. Und auch taktisch ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten.“
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als ideal. Nach beschwerlicher Anreise im Feierabendverkehr waren die Engerser am Mittwoch erst kurz vor Anpfiff in Mainz-Mombach eingetroffen. „Wir hatten noch zehn Minuten, um uns umzuziehen und zu besprechen, dann mussten wir schon raus“, schilderte „Watze“. Und dann kassierten seine Jungs auch noch das schnelle Gegentor in der 17. Minute - aus abseitsverdächtiger Position. Es war wohl der Weckruf. Denn nach dem Rückstand zeigten sie eine überragende Reaktion: Nur drei Minuten später zog Außenverteidiger Vadim Semchuck einen Freistoß aufs rechte Eck. TSV-Keeper Tim Hansen musste nach vorn abwehren, Goalgetter Sören Klappert bedankte sich in seinem 100. Pflichtspiel für den FVE und glich mit seinem 7. Saisontor aus.
Wieder nur vier Minuten später legte Manuel Simons auf Semchuck ab, der wiederum Johnny Kap bediente: 2:1. Das Spiel war schnell gedreht. Der FC zog sich daraufhin ein wenig zurück und überließ den Hausherren den Ball, um mehr Platz für das eigene Umschaltspiel zu haben. Auch das ging auf. Kevin Lahn schickte den schnellen Simons steil, der spielte den Torhüter aus und traf aus spitzem Winkel zum 3:1 ins Netz (33.). „Wir haben sie brutal ausgekontert und hätten sogar noch früher die Entscheidung haben können“, kommentierte „Watze“ weitere Möglichkeiten seiner Mannen, attestierte aber auch, dass es nach Anschlusstreffer der Mainzer per Handelfmeter in der 63. Minute noch einmal eng wurde. „Da haben sie schon gedrückt“, sagte er, sprach aber gleichzeitig von einer leidenschaftlichen Verteidigungsleistung. Ein Extralob ging an Torwart Safet Husic. „Er hat zwei, drei 100-Prozentige vereitelt“, betonte der Trainer. Doch wirklich zittern mussten die Grün-Weißen nur zehn Minuten lang. Denn dann war es noch einmal Johnny Kap, der nach einem Konter auf Vorlage von Lahn den Schlusspunkt (73.) setzte.
Zeigte im zentralen Mittelfeld eine bärenstarke Leistung und leitete zahlreiche Konter ein: Marcel Stieffenhofer.
