Die SG Ellingen mit Höhen und Tiefen
In der Rückrunde enorm gesteigert
Christian Weißenfels in der neuen Saison Cheftrainer
Straßenhaus. Die SG Ellingen/Bonefeld/Willroth gehört seit Jahren zu den Spitzenmannschaften der Fußball-Bezirksliga Ost und ging personell gut gerüstet in die Saison 2017/2018. Was folgte, war eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen, die vorübergehend sogar in Abstiegsgefahr mündete. In der Rückrunde fanden die Kahler-Schützlinge zu alter Stärke und steigerten sich mit 29 Punkten auf der Habenseite zum zweitbesten Team der Rückrunde. Am Ende ein versöhnlicher Abschied für Coach Thomas Kahler, der in seiner siebenjährigen Tätigkeit die Mannschaft aus der B-Liga bis in die Bezirksliga führte und zukünftig den Trainerjob an den Nagel hängt. Sein Nachfolger wird der bisherige Spieler und Co-Trainer Christian Weißenfels. Blick aktuell hat sich mit SG-Abteilungsleiter Rolf Kahler über die Entwicklung in Straßenhaus unterhalten.
Blick aktuell: Sieben Niederlagen in der Vorrunde und lediglich vierzehn Punkte auf der Habenseite. Haben sie mit einem solch schwachen Start gerechnet?
Rolf Kahler: Der Start in die Saison war zunächst nicht schlecht. Die zwei Remis gegen den VfB Wissen (2:2) und SG Osterspai (3:3) sowie ein 4:1-Sieg gegen Ahrbach waren ordentlich. Danach haben uns fünf Niederlagen in den Tabellenkeller gerissen.
Blick aktuell: Sie gerieten sogar vorübergehend in Abstiegsgefahr. Ellingen zählt immerhin zu den Spitzenmannschaften der Bezirksliga. Was waren die Gründe für dieses magere Abschneiden?
Rolf Kahler: Ausschlaggebend war die unglaubliche Verletzungsserie, in der bis zu zehn Spielern gefehlt haben und das sogar längerfristig. Wir konnten sogar des Öfteren nur mit zwölf Spieler im Kader antreten.
Blick aktuell: Was war denn ausschlaggebend, dass es in der Rückrunde besser lief?
Rolf Kahler: Nach der Winterpause waren fast alle Mann wieder an Bord. Da hat sich natürlich bemerkbar gemacht.
Blick aktuell: Welches war das beste Spiel der Saison, welches das schlechteste?
Rolf Kahler: In der Rückrunde gab es mehrere Spiele, die als „bestes Spiel“ hätten bezeichnet werden können. Zu denen zählten die Begegnungen in Wirges, Weitefeld und Niederroßbach. Das waren Partien auf Rheinlandliga-Niveau. Da hat das Team sein gesamtes Potenzial ausgeschöpft.
Auch das schlechteste Spiel kann nicht nur in einer Partie festgehalten werden. Da denke ich an die Spiele in Hamm, Bad Ems und Burgschwalbach. Da hatten wir einen rabenschwarzen Tag erwischt.
Blick aktuell: Wie lautet ihr Fazit zu der vergangenen Saison?
Rolf Kahler: Wir waren mit der Vorrunde natürlich nicht zufrieden. Nach der Winterpause wurde es umso besser. Mit 29 Punkten wurden wir zusammen mit der Spvgg Wirges und der SG Weitefeld Tabellenzweiter der Rückrunde und das nur drei Zähler hinter dem führenden VfB Wissen. Mit einer stärkeren Hinrunde wäre garantiert mehr drin gewesen, als der abschließende siebte Tabellenplatz.
Blick aktuell: Ihr Sohn Thomas hat siebenjähriger Trainertätigkeit seinen Posten zur Verfügung gestellt und geht vorerst einmal in den Ruhestand. Bei seiner Verabschiedung nach dem Spiel gegen Hundsangen kam bei vielen Straßenhäuser Wehmut auf. Wie sah es mit ihren Gefühlen aus?
Rolf Kahler: Thomas hat hervorragende Arbeit geleistet, darüber waren wir uns alle im Klaren. Wenn ein verdienter Trainer den Verein verlässt, kommt immer Wehmut auf. Natürlich auch bei mir. Wenn es der eigene Sohn ist, sicher umso mehr. Er bleibt uns ja vorerst erhalten und wird uns unterstützen.
Blick aktuell: Sein Nachfolger wird der bisherige Co-Trainer und Spieler Christian Weißenfels. Unterstützt wird der 30-Jährige von Marvin Kurz (23) als Co-Trainer und Pete Neuendorff (21) als Torwarttrainer. Wird das junge Trainerteam die Erwartungen erfüllen?
Rolf Kahler: Thomas hinterlässt eine eingespielte Mannschaft und die drei haben bei ihm als Co-Trainer schon viel Erfahrung gesammelt. Ich denke, dass Christian klare Vorstellungen besitzt und ein klares, gutes Trainingskonzept hat. Wir vom Vorstand haben vollstes Vertrauen, die drei werden unsere Erwartungen erfüllen.
Blick aktuell: Wie sieht es für die neue Saison personell aus? Stehen schon Zu- und Abgänge fest?
Rolf Kahler: Nach dem heutigen Stand verlässt uns nur Ingo Feldt nach Neitersen. Die bisherigen Neuen kommen aus der A-Jugend. Mit einem weiteren Torwart sind wir auch schon einig. Aber das Wechselrad dreht sich ja noch mindestens einen Monat.
Blick aktuell: Können sie uns schon ihre Erwartungen und Ziele für die kommende Spielzeit verraten?
Rolf Kahler: Ich denke, die Ziele steckt immer der Trainer. Nach meiner Meinung erhöht sich die Qualität der Liga durch die die Rheinlandligaabsteiger Windhagen und Betzdorf enorm. Einige Vereine werden mit dem Ziel Rheinlandliga groß aufrüsten. Unter diesen Umständen sehe ich den fünften Tabellenplatz als realistisch an.
Blick aktuell: Und hier die letzte Frage: Schauen sie sich die WM an und wie schneidet die deutsche Mannschaft ab?
Rolf Kahler: Klar schaue ich mir WM an. Das wird wieder eine schöne Zeit. Fußball auf hohem Niveau. Wir kommen auf jeden Fall unter die letzten Vier. Danach ist alles möglich.
Blick aktuell: Herr Kahler, vielen Dank für das nette und ausführliche Gespräch. Wir wünschen der Ellinger Mannschaft eine erfolgreiche Saison 2018/2019.
LS
