Lokalsport | 12.10.2020

Fußball-Rheinlandpokal, zweite Runde

Jonny Susa muss nach dem Feuerwerk gehen

SG Eintracht Mendig/Bell fegte den Ahrweiler BC mit 6:0 (3:0) vom Platz – Gästetrainer wurde einen Tag später entlassen

Leander Mombaur (im grünen Trikot) stellte die Abwehr des Ahrweiler BC (links neben ihm Fatjon Bushati) immer wieder vor Probleme. Foto: SK

Mendig. 22 Spiele der zweiten Runde um den Fußball-Rheinlandpokal sind ausgetragen, weitere zehn werden bis Mittwoch, 4. November, noch folgen. Mit im Los-Topf für den dritten Durchgang, der am Dienstag und Mittwoch, 17. und 18. November, auf dem Programm steht, ist auch noch die SG Eintracht Mendig/Bell: Der Rheinlandligist fegte den Klassenkonkurrenten Ahrweiler BC am vergangenen Mittwoch mit sage und schreibe 6:0 (3:0) vom Platz. Für die Gäste eine Pleite, die Folgen haben sollte: Einen Tag später entließ der ABC seinen Trainer Jonny Susa, der den Verein innerhalb von fünf Jahren von der B-Klasse bis in die Rheinlandliga geführt und in der vergangenen, wegen der Corona-Epidemie abgebrochenen Saison den Aufstieg in die Oberliga nur knapp verpasst hatte.

200 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße sahen ein ungleiches Duell, das bereits nach gut 20 Minuten entschieden war. Florian Wirths (5.) sowie Leander Mombaur (20.) und André Marx (22.) mit einem Doppelschlag hatten frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt. Zu allem Überfluss sah ABC-Abwehrspieler Alexander Höfs in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Marcel Berg schraubte mit zwei Treffern innerhalb von 60 Sekunden (52., 53.) das Resultat weiter in die Höhe. Mit einem verwandelten Foulelfmeter (der agile Mombaur war zuvor im Strafraum gelegt worden) setzte Niklas Heinemann zwölf Minuten vor dem Abpfiff den Schlusspunkt. Der Sieg hätte auch durchaus noch höher ausfallen können.

„Wir wollten heute von der ersten Minute da sein, das ist uns im Gegensatz zu der Partie bei der SG Schneifel sehr gut gelungen“, freute sich SG-Spielertrainer Kodai Stalph nach dieser überzeugenden Leistung. „Wir haben unsere Chancen eiskalt genutzt und nach der frühen Führung weiter Vollgas gegeben. Das Feuer war da, wir waren mutig, wir sind zurückgelaufen und haben hinten stabil gestanden. Ich hoffe, dass wir dieses Feuer weiter brennen lassen können.“

Der ABC-Übungsleiter zeigte sich nach dem Debakel als fairer Verlierer. „Der Erfolg ist völlig verdient, das steht außer Frage“, erklärte Susa in der Pressekonferenz. „Wir haben es letztendlich zu keiner Zeit geschafft, Pokalcharakter rein zu bekommen, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Wir hatten in der Kabine besprochen, dass wir nach Möglichkeit keine Standards zulassen. In der ersten Minute gab es den ersten Eckball, in der fünften Minute den ersten Freistoß, der nach einem Torwartfehler prompt zum 1:0 geführt hat. Nach einem weiteren individuellen Aussetzer stand es 2:0, die Messe war schnell gelesen.“ In Unterzahl sei es nur noch darum gegangen, den Schaden so gering wie möglich zu halten. „In Mendig kannst du verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise. Wir brauchen jetzt alle ein wenig Zeit, um uns zu schütteln. Wir müssen das erst einmal sacken lassen und verfallen nicht in Panik“, so Susa. Das sah der ABC-Vorstand anders, er zog am Donnerstag die Reißleine: Susa sollte diese Zeit nicht mehr bekommen.

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Kodai Stalph (85. Lars Assenmacher), Pascal Zimmer, Florian Schlich, Florian Wirths (72. Tim Montermann), Manuel Oster (67. Magomed Ibragimov), Björn Gilles, Niklas Heinemann, Marcel Berg, Leander Mombaur (67. Julian Schäfer).

Leander Mombaur (im grünen Trikot) stellte die Abwehr des Ahrweiler BC (links neben ihm Fatjon Bushati) immer wieder vor Probleme. Foto: SK

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