LG Kreis Ahrweiler
Julien Jeandrée mit Marathon Debüt
Köln. Vor Kurzem schnürten rund 8000 Läufer ihre Schuhe für den diesjährigen Köln-Marathon. Darunter auch Julien Jeandrée, der Athlet der LG Kreis Ahrweiler begab sich nach dem Startschuss um zehn Uhr auf die Mission, den 31 Jahre alten Marathon Kreisrekord, gehalten von Michael Jahr von 2:29:58 Std. zu brechen. Nach zwölf Wochen intensiver Vorbereitung standen die Zeichen gut für den 25-jährigen Marathon-Debütanten. „Ich habe im Training als letzten Test einen Halbmarathon-Tempo-Lauf in einer Stunde und zehn Minuten absolviert und konnte dabei entspannt noch weiterlaufen“, argumentierte Jeandrée auf die Frage, ob er bereit sei für die neue Herausforderung.
Das Rennen begann zunächst wie geplant für den gebürtigen Altenburger, er fand sich mit seinem ehemaligen Kader-Kollegen Alex Bock auf Position fünf und einer konstanten Pace von 3:30 min pro Kilometer sogar etwas schneller, als in der Sollzeit auf der Strecke. Nach jedoch schon 14 Kilometern beklagte sich Bock über muskuläre Probleme und musste den Athleten der LG allein weiterziehen lassen. „Das war schon eine herbe Hypothek so früh im Rennen. Der Plan war bis mindestens Kilometer 35 zusammen zu laufen.“ Auf sich allein gestellt, klickte Jeandrée daraufhin konstante Kilometer Schnitte in 3:30 min und drunter. Die Halbmarathon-Marke passierte er in 1:13:10 Stunden. „Bis dahin habe ich mich noch sehr entspannt und rhythmisch gefühlt“, beschreibt der Student der Deutschen Sporthochschule Köln.
Wie von erfahrenen Marathonläufern bereits beschrieben, begann nun mit der zweiten Hälfte des Rennens der eigentliche Marathon, der Kampf und der Mann mit dem Hammer standen kurz bevor. So auch für Jeandrée, welcher aufgrund eins Missverständnisses zwischen den Organisatoren und den Begleitfahrrädern der Elite, zu welchen auch der Athlet der LG zählt, zwei seiner Flaschen inklusive Gels nicht gereicht bekommen hatte. „Das war natürlich eine ungünstige Situation, besonders, dass es bei Kilometer 24 und 31 passierte, ist fatal.“ Allein gegen den Wind und ohne Versorgung begann ab Kilometer 34 die linke und kurze Zeit später auch der rechte Unterschenkel des noch jungen Athleten zu krampfen. Der zu diesem Zeitpunkt auf Position vier liegende Jeandrée musste immer wieder anhalten und die Muskeln ausdehnen.
„In diesem Moment war mir klar, der Kreisrekord wird unerreichbar, aber dennoch wollte ich das Rennen nicht einfach aufgeben und weiterkämpfen.“
Mit einem Mix aus Laufen, Dehnen und Gehen kämpfte sich der ehemalige Student der University of Central Arkansas noch zu einem hervorragenden sechsten Platz sowie einer Marathon-Debüt-Zeit von 2:36:33 Stunden. „Zufrieden bin ich nicht, dennoch muss ich mich mit einem sechsten Platz beim prestigeträchtigen Köln Marathon und dieser Zeit nicht verstecken. Der Kreisrekord wird im nächsten Jahr fallen. Mit mehr Erfahrung weiß ich nun was mich nach der 35 Kilometer-Marke erwartet und mein Trainer Hunter Briggs und ich haben bereits über Strategien im Training diskutiert, um in Zukunft solche Probleme zu verhindern.“

Trotz allem eine sehr gute Leistung!