Fußball-Rheinlandliga, zweiter Spieltag
Kalte Dusche bei heißen Temperaturen
SG Eintracht Mendig/Bell - Sportfreunde Eisbachtal 0:2 (0:1)
Bell. Zweites Spiel, zweite Niederlage, Tabellenplatz 17: Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell muss sich nach dem 0:2 (0:1) gegen die Sportfreunde Eisbachtal vorerst nach unten orientieren. Zumal mit dem Ahrweiler BC und der SG 2000 Mülheim-Kärlich in den kommenden beiden Wochen die zwei nächsten Hochkaräter warten. Vor 200 Zuschauern auf dem Hartplatz im Beller Waldstadion entschieden die Westerwälder, in der vergangenen Saison auf dramatische Art und Weise am Oberliga-Aufstieg gescheitert, die Begegnung durch zwei simple Standardsituationen für sich.
„Nach der schwachen Leistung in Mayen habe ich eine Reaktion von der Mannschaft gefordert. Die ist erfolgt, denn trotz der Niederlage war es für uns ein Schritt nach vorn“, erklärte SG-Trainer Cornel Hirt während der obligatorischen Pressekonferenz, auf die auch im benachbarten Bell nicht verzichtet wurde. „Wir sind für unsere Naivität schon nach zwei Minuten bestraft worden, das Foulspiel vorher hätten wir vermeiden müssen. Das hat uns nach dieser turbulenten Woche überhaupt nicht in den Kram gepasst.“
Gerade einmal 110 Sekunden waren bei der Rheinlandliga-Premiere auf dem staubigen Geläuf in Bell absolviert, als Eintracht-Schlussmann Jan Heinemann den Ball erstmals aus dem Netz holen musste. Einen Freistoß des Eisbachtaler Kapitäns Max Olbrich verlängerte Max Hannappel mit dem Hinterkopf zum 0:1. Matthias Strahl blieb im Rücken des Offensivspielers nur die Zuschauerrolle. Jan Heinemann, seit dem Weggang von Niklas Nett die neue Nummer eins, war chancenlos. Eine kalte Dusche bei heißen Temperaturen. Nach einer Viertelstunde wurde es besser bei uns, wir konnten uns mit dem Hartplatz anfreunden und sind mehr auf die zweiten Bälle gegangen“, analysierte SG-Übungsleiter Hirt. Ein Schussversuch von Lars Bohm nach einem Rückpass von Jeset Akwapay wurde im letzten Moment abgeblockt, das sollte die größte Möglichkeit der Gastgeber in den ersten 45 Minuten gewesen sein (31.). Allerdings hätte Eisbachtal durch Marc Tautz, der freistehend vergab (32.), und durch Olbrich, dessen Freistoß eine sichere Beute von Jan Heinemann wurde (44.), durchaus auf 0:2 stellen können.
Acht Minuten nach Wiederanpfiff erhielten die Mendiger Hoffnungen auf eine Wende einen herben Dämpfer. Schlussmann Jan Heinemann bekam einen 40-Meter-Freistoß von Olbrich, von der linken Seite hereingegeben, nicht unter Kontrolle und rutschte praktisch mit dem Ball über die Linie. Wenn Marvin Heibel nur 120 Sekunden später auf 0:3 erhöht hätte, wären frühzeitig alle Messen gelesen gewesen. SG-Mittelfeldspieler John Rausch und der aufgerückte Innenverteidiger Kodai Stalph hätten in der 64. Minute mit einer Doppelchance innerhalb von wenigen Sekunden eine Aufholjagd einleiten können, doch beide scheiterten aus kurzer Distanz am überragenden Eisbachtaler Torhüter Daniel Erbe, der besonders bei der Aktion gegen Stalph Kopf und Kragen riskierte. Als Erbse in der fünften Minute der Nachspielzeit einen abgefälschten Freistoß des eingewechselten Mustafa Madanoglu um den Pfosten lenkte, war allen klar, dass der Eintracht sogar ein wenig Ergebniskosmetik verwehrt bleiben sollte.
„Wir hatten zu Hause gegen Wirges nicht den erhofften Start und standen ein wenig unter Druck. Als die Spieler gehört haben, dass das Spiel auf einem Hartplatz stattfinden würde, haben einige aufgestöhnt“, blickte Sportfreunde-Trainer Marco Reifenscheidt auf eine ereignisreiche Woche zurück. „Es war insgesamt ein zerfahrenes Spiel, das wir aufgrund unserer Laufbereitschaft und unseres Willens aber verdient gewonnen haben.“ Seinem Gegenüber war die schlechte Laune anzumerken. „Bei uns geben sich die Urlauber die Reisetasche in die Hand. Es wird noch Wochen dauern, bis alle wieder im Tritt sind“, so Hirt. Ob er nicht dran gedacht habe, nach dem 0:2-Rückstand auf die Offensivkräfte Niklas Heinemann und Malte Wedemeyer, beide zuletzt in Urlaub, zurückzugreifen? „Nein, diese Frage hat sich mir nicht gestellt. Niklas hat in dieser Woche keine einzige Trainingseinheit absolviert, Malte war drei der vergangenen fünf Wochen in Urlaub. Eine Einwechslung der beiden wäre den anderen gegenüber unfair gewesen.“
Statistik
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Florian Schlich (79. Mustafa Madanoglu), Kodai Stalph, Björn Gilles, Matthias Strahl (70. Marcel Berg), Manuel Oster, Anh Tuan Pham (61. Philipp Geisen), Jeset Akwapay, John Rausch, Lars Bohm.
Sportfreunde Eisbachtal: Daniel Erbse, Timo Dietz, Robin Müller, Marvin Kleinmann, Andreas Hundhammer,
Marc Tautz (88. Masaya Omotezako), Marvin Heibel, Max Olbrich, Daniele Parisi (80. Florian Kroener), Max Hannappel, Steffen Meuer (72. Lukas Reitz).
Schiedsrichter: Robert Depken (Koblenz).
Zuschauer: 200 (in Bell).
Tore: 0:1 Max Hannappel (2.), 0:2 Max Olbrich (53.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 11. August, um 17.30 Uhr beim Ahrweiler BC.
Nächste Aufgabe für die Sportfreunde Eisbachtal: am Samstag, 11. August, um 16 Uhr gegen den FSV Salmrohr.
Auch John Rausch (links) fand in Torhüter Daniel Erbse seinen Meister.
