Vulkanstädter schaffen den ersten Saisonsieg in der Fußball-Rheinlandliga
Kevin Wendt macht den Erfolg perfekt
TSV Emmelshausen - SG Eintracht Mendig/Bell 2:3 (1:1)
Emmelshausen. Der Bann ist gebrochen, die bisher in der Fußball-Rheinlandliga noch punktlose SG Eintracht Mendig/Bell hat nach vier Niederlagen mit dem 3:2 (1:1) beim Aufsteiger TSV Emmelshausen den ersten Sieg gelandet und kann wieder Hoffnung schöpfen im Kampf um den Klassenverbleib. Die 250 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz in Emmelshausen sahen eine spannende Partie, die die Rumpfmannschaft aus der Vulkanstadt glücklich, aber nicht unverdient für sich entschied. Überragender Spieler war SG-Torhüter Jan Heinemann, der die Elf von der Brauerstraße mit zahlreichen Paraden im Spiel hielt. „Dramatischer hätte es wahrlich nicht sein können“, atmete SG-Trainer Florian Stein nach dem Schusspfiff auf. „Die Jungs haben sich heute für ihren großen Aufwand endlich einmal belohnt. Aus fünf Möglichkeiten haben wir zwei Tore gemacht, eine optimale Chancenverwertung. Ich hoffe, dass dieser dreckige Sieg für uns eine Art Frustlöser darstellt.“
Schlechte Vorzeichen
Dabei hätten die Vorzeichen nicht schlechter sein können. Als einziger gelernter Innenverteidiger stand Mark Spohler zur Verfügung: Alexej Eberhardt fehlte studienbedingt, der etatmäßige Kapitän Florian Schlich wird sich in dieser Woche wegen seiner andauernden Rückenprobleme einer MRT-Untersuchung unterziehen. Ganz schlimm hat es Damir Mrkalj erwischt: Der Stürmer zog sich beim Pokalspiel in Plaidt bei einem Zusammenprall mit seinem Mitspieler Niklas Heinemann einen Meniskusschaden und einen Innenband-Teilabriss zu, möglicherweise ist auch noch das hintere Kreuzband betroffen. Mrkalj wird der Eintracht jedenfalls mehrere Monate lang fehlen.
So bildete Eigengewächs Milan Rawert auf dem Hunsrück die einzige Spitze, dahinter lief Neuzugang Max Sauerborn auf. Und dem gelang nach 24 Minuten der bis dahin überraschende Führungstreffer - aus sage und schreibe 40 Metern. TSV-Schlussmann Lukas Will stand zu weit vor seinem Tor. Es folgten zwei weitere Rückschläge für die Mendiger: Felix Döppner, bislang fast nur in der zweiten Mannschaft aktiv, ersetzte Kevin Kostrewa, der mit einer Fußverletzung vom Feld musste. Und praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Yannick Bach der Ausgleich (45.). Die erneute Führung der Mendiger durch Neuzugang Hamza Khallouk (56.) glich wiederum Bach (74.) aus. Die Entscheidung fiel schließlich in der 81. Minute: Schiedsrichter Jens Schneider aus Trier zeigte nach einem unglücklichen Handspiel von Nils Bast im Strafraum auf den Elfmeterpunkt - und dem Emmelshausener Kapitän die Gelb-Rote Karte, nachdem er zuvor die Gelbe Karte wegen Meckerns gesehen hatte. Und nichts hätte die Dramatik dieses Spiels besser widerspiegeln können als die anschließende Szene: Niklas Heinemann scheiterte an Torhüter Will, doch Kevin Wendt reagierte am schnellsten und brachte den Ball über die Linie.
Ein Befreiungsschlag
Der erste Mendiger Sieg war unter Dach und Fach. „Das war für uns ein Befreiungsschlag“, freute sich Stein. „Trotz der angespannten personellen Lage wollen und müssen wir in den beiden Heimspielen gegen den FSV Trier-Tarforst und gegen die SG Schoden nachlegen.“
Julian Feit, der 22-jährige Spielertrainer des TSV Emmelshausen, zeigte sich nach dem Spiel erwartungsgemäß enttäuscht: „Wir müssen immer einen hohen Aufwand betreiben, um zu Chancen zu kommen. Stattdessen machen wir uns die Dinger fast selbst rein oder servieren dem Gegner die Tore auf dem Silbertablett.“
SG Eintracht Mendig/Bell: J. Heinemann, Güngörmüs, Spohler, Sauerborn, Khallouk, To. Schumacher, Gimnig, Franke (66. Wendt), Kostrewa (31. Döppner), Rawert (89. Court), N. Heinemann.
Schiedsrichter: Jens Schneider (Trier).
Zuschauer: 250.
Torfolge: 0:1 Max Sauerborn (24.)., 1:1 Yannick Bach (45.), 1:2 Hamza Khallouk (56.), 2:2 Bach (74.), 2:3 Kevin Wendt (81.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte gegen den Emmelshausener Kapitän Nils Bast wegen Meckerns und Handspiels im Strafraum (80.), Mendigs Niklas Heinemann scheitert mit einem Handelfmeter am Emmelshausener Torhüter Lukas Will, Kevin Wendt trifft im Nachschuss (81.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 11. September, um 14.30 Uhr gegen den FSV Trier-Tarforst.
