Lokalsport | 08.03.2016

Handballverein Vallendar

Knappe Niederlage

Mannschaft unterliegt dem TV 05 Mülheim in spannendem Derby

Linkshänder Stefan Baldus konnte vor ausverkauftem Haus fünf Treffer erzielen.

Vallendar. Das lang erwartete Derby zwischen dem HV Vallendar und dem TV 05 Mülheim hielt alles, was es im Vorfeld versprach. Ein Spiel auf Augenhöhe, dramatisch und spannend bis zum Schluss – mit dem besseren Ende für die Gäste. Der HVV hatte in den letzten Wochen mit diversen Verletzungen zu kämpfen. Merlin Busse und Sven Schleier fielen weiterhin aus, Lucas Gerdon bestritt sein erstes Spiel nach überstandenem Innenbandriss. Auch Torben Waldgenbach biss die Zähne zusammen, nachdem er am vergangenen Wochenende unglücklich auf den Rücken gefallen war. Doch bei einem Derby möchte natürlich jeder Spieler auf dem Platz stehen, für ein solches Spiel erträgt man gerne auch mehr Schmerzen, als man es normalerweise tun würde. Hochmotiviert und mit großen Erwartungen bestritt der HVV das prestigeträchtige Derby. Unbedingt wollte man in eigener Halle siegreich sein und wichtige Punkte sammeln. Den besseren Start in die Partie fanden dann auch tatsächlich die Löwen, die in den ersten Minuten sehr diszipliniert in der restlos ausverkauften Sporthalle auf dem Mallendarer Berg auftraten. Coach Wolfgang Reckenthäler brachte den erst 18-jährigen Kilian Graulich von Beginn an auf der Rückraummitte Position. Der junge WHU-Student ließ sein ganzes Talent aufblitzen, fand die richtigen Spielzüge und setzte seine Mitspieler, allen voran Kreisläufer Oliver Lohner, sehenswert in Szene. Immer wieder schaffte es der HVV eine Überzahlsituation zu erzwingen und kam über Lohner, Hertz und Graulich selbst zu Torerfolgen. In der Defensive kämpfte Vallendar leidenschaftlich, allen voran Phillip Müller, der Mülheims besten Torschützen Max Zerwas unermüdlich bearbeitete. Auch Keeper Bastian Burgard zeigte eine ansprechende Leistung und konnte sich auch auf seinen Mittelblock verlassen. Nach knapp 15 Minuten führten die Löwen mit zwei Toren Vorsprung. Reckenthäler setzte nun neue Akzente, gönnte seinen Spielern Pausen und brachte Lucas Gerdon in die Partie. Der robuste Gerdon fand sofort Anschluss ans Spiel und erzielte mit seiner Dynamik wichtige Treffer. Auch 05-Coach Bjarnasson stellte nach einer Auszeit sein Team um und dies zeigte Wirkung. Die Gäste kamen nun besser ins Spiel und hatten in Tobias Zelter einen sicheren Rückhalt im Tor. Auch das Rückzugverhalten des TV war an diesem Abend tadellos, sodass sich nur wenige Konterchancen für den HVV ergaben. Durch einen Siebenmeter kurz vor der Halbzeit kam Mülheim wieder heran, beim Spielstand von 12:11 ging es schließlich in die Pause. In der Kabine zeigte sich Reckenthäler sehr angetan von der Leistung seiner Jungs, mahnte jedoch Konzentration und Disziplin weiterhin hochzuhalten. Auch wollte man das Tempo nochmals verschärfen, in der Hoffnung, die größeren Kraftreserven zu haben. Nach dem Seitenwechsel spielten die Löwen zunächst unbeirrt weiter. Nun war es Nachwuchsspieler Torben Waldgenbach, der Verantwortung übernahm und gleich doppelt in die Maschen traf.

Doch Mülheim hielt weiterhin Anschluss, kam vom Kreis über Andreas Dahmen immer wieder zu Toren oder Strafwürfen. Mitte der zweiten Halbzeit begann das Spiel langsam zu kippen, in eigener Überzahl leistete sich der HVV ärgerliche Fehlwürfe. Als kurz nacheinander Vallendars Dominik Stein und Mülheims Martin Langen mit Zeitstrafen auf die Bank mussten, waren es wieder die Gäste, welche diese Situation besser für sich nutzen konnten. Der TV 05 ging schließlich sogar in Führung, da waren noch knapp 10 Minuten zu absolvieren. Ein Knackpunkt war schließlich, als Vallendars guter Kreisläufer Oliver Lohner mit der roten Karte auf die Tribüne musste, nachdem er Julian Vogt im Gesicht traf – eine harte, aber vertretbare Entscheidung der Unparteiischen. Der HVV warf nun alles in die Waagschale, nahm zwischenzeitlich den Torhüter vom Feld und brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Doch Mülheim zeigte nun, dass sie ein paar Jahre mehr an Erfahrung im Gepäck hatten und spielten ihren Stiefel ruhig und routiniert runter. Knapp eine Minute vor dem Ende hielt Burgard einen Strafwurf gegen Julian Vogt, im direkten Gegenzug schaffte man den 26:27-Anschlusstreffer. Mit nur noch 15 Sekunden auf der Uhr deckte der HVV vollkommen offen und ließ Andreas Dahmen frei werfen, in der Hoffnung, dass dieser scheiterte und man vielleicht noch einen letzten Torwurf bekommen könnte. Doch Dahmen zeigte keine Nerven und verwandelte sicher zum 26:28-Endstand für die Gäste aus Mülheim.

Trotz dieser Niederlage, bei welcher der HVV bis zum Ende kämpfte und sich einen Punkt durchaus verdient hätte, kann die Mannschaft stolz auf ihre Leistung sein. Der TV 05 war in den entscheidenden Situationen einfach cleverer, abgezockter und erfahrener. In einem solch knappen Spiel entscheiden einfach Nuancen und diese waren beim TV 05, vor allem in der zweiten Halbzeit, einfach ein Stück besser.

Klar ist auch, dass das Spiel die perfekte Werbung für den Handball im Rheinland war. Dieses Spiel in einer ausverkauften Halle, mit zwei leidenschaftlich fightenden Teams, zeigt, wie wertvoll der Handball für die gesamte Region ist. Am kommenden Wochenende steht für die Vallendarer Löwen das nächste enorm wichtige Spiel auf dem Programm, wenn man am Samstag, 12. März um 18 Uhr bei der HSG Völklingen zu Gast ist.

Es spielten: Burgard und S. Stein (beide im Tor); Gerdon (6/3), Baldus (5), Lohner (4), Hertz (3), Graulich (3), Müller (2), Waldgenbach (2), Woods (1), Meder, D. Stein, Jackmuth, Schäfer.

Lucas Gerdon feierte beim Derby nach überstandener Verletzung sein Comeback. privat

Lucas Gerdon feierte beim Derby nach überstandener Verletzung sein Comeback. Fotos: privat

Knappe Niederlage

Linkshänder Stefan Baldus konnte vor ausverkauftem Haus fünf Treffer erzielen.

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