Toller Empfang für den erfolgreichen Olympioniken in Neuwied
König der Leichtathleten: Kai Kazmirek
Neuwied. Dieses Olympia hielt für die Neuwieder Sportfans eine besondere Spannung bereit. Zwar war auch schon 2012 in London mit Lilli Schwarzkopf eine LG Rhein-Wied Sportlerin erfolgreich unterwegs. Kai Kazmirek aber kommt aus der eigenen LG-Jugend, wohnt in der Region und ist keiner der von denen die von Jahr zu Jahr den Verein wechseln. Entsprechend groß fiel der Empfang in der Schalterhalle der Sparkasse Neuwied aus. Neben Vertretern aus der Politik, der Verwaltung und dem Kreis Neuwied sowie dem Sportbund und dem Leichtathletik Verband Rheinland waren viele Freunde, Weggefährten und Sportkameraden des Olympioniken gekommen. Sie bereiteten ihrem Kai einen tollen Empfang mit stehenden Ovationen. Es spricht für Kai Kazmirek, der von TV Kommentator Wolf Dieter Poschmann als „einer ohne Faxen und Flausen im Kopf, keiner der sich extra eine Olympia-Frisur oder andere Sperenzchen erlaubt“, dass er vor dem offiziellen Empfang zunächst beim Vereinstraining vorbei schaute. Die Kinder der LG waren die ersten, die sich von ihrem Vorbild Autogramme holen und sich mit ihm fotografieren lassen konnten. Mit Stolz empfing Dr. Hermann Josef Richard den Olympiavierten. „Das hier ist ein noch nie dagewesenes Ereignis bei uns“, so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse. Auf der Bühne begrüßte Moderator Daniel Schüler Kai Kazmirek gemeinsam mit Trainer Jörg Roos. Bei den Zehnkämpfern besteht eine besonders innige Verbindung zum Heimtrainer. Monika Sauer, die Präsidentin des Sportbunds Rheinland, war froh, dass Jörg Roos praktisch in letzter Minute hatte doch noch nach Rio mitfahren durfte. Auf einer Großbildleinwand ließ die Sparkasse den Zehnkampf noch einmal Revue passieren. Immerhin hatte nicht jeder die Live-Übertragungen zu nächtlicher Stunde sehen können. Schon nach der ersten Disziplin über 100 Meter (10,78 sec.) lag der Neuwieder auf dem siebten Platz. Am Ende des Tages bzw. nach 12(!) Stunden war Kai Kazmirek zweiter. Sein traditionell starker erster Tag lief hervorragend. Nach dem Weitsprung über 7,69 Meter, einer neuen persönlichen Bestmarke, schob er sich auf Platz drei vor. Seine Kugel flog 14,20 Meter. Nicht ganz perfekt verlief der Hochsprung. Mit fulminanten 46,7 Sec. über 400 Meter arbeitete sich Kai Kazmirek abschließend auf Platz zwei vor. Schrecksekunde aber danach: Er klappte zusammen und musste in medizinische Behandlung. Der stundenlange Wettkampf und Temperaturen von 38° forderten ihren Tribut. Mit Schwierigkeiten startete Kai Kazmirek in Tag zwei. „Er kam nicht gut vom Startblock. Es sind genau acht Schritte bis zur ersten Hürde und ein falscher Abstand zieht sich dann bis zur letzten Hürde durch“, analysierte Jörg Roos. Als taktisch nicht aufgegangen bezeichnete der Trainer selbstkritisch den Versuch beim Stabhochsprung von geschafften 5 Metern gleich auf 5,20 Meter zu gehen, die mit einem zu weichen Stab auch prompt gerissen wurden. Dafür flog der Diskus 43,25 Meter und der Speer mit 64,60 Meter eine neue Bestweite. Die abschließenden 1.500 Meter lief Kai Kazmirek in 4:31 Minuten. „Mit Platz vier bin ich sehr zufrieden und habe meine Ziele erreicht. Ich habe alles gegeben und mit 8.580 (+109 Punkte) eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt“, so Kai Kazmirek. Damit war er gleichzeitig der beste deutsche Zehnkämpfer und einer der wenigen deutschen Leichtathleten, die überzeugen konnten. Insgesamt fiel die Edelmetall Ausbeute des deutschen DLV Teams, mit neunzig Athleten das größte aller Sportarten, in Rio nämlich so schwach wie nie aus.
Eintrag ins Goldene Buch
Kai Kazmireks Erfolg ist auch der Stadt alle Ehre Wert. Der LG Rhein-Wied Sportler durfte sich ins das Goldene Buch der Stadt Neuwied eintragen. Von einer grandiosen Leistung sprach Beigeordneter Michael Mang. Vor der Abreise nach Rio hatte der Stadtvorstand den Polizeikommissar mit dem T-Shirt Deichstadtheld ausgestattet. Alle Hoffnungen hätten sich erfüllt. Zu den Gratulanten aus Politik und Verwaltung zählte Rainer Kaul. Der Landrat unterstrich, dass durch Kai Kazmireks Wohnort St. Sebastian das gesamte Neuwieder Becken stolz auf ihn ist. Nicht nur wegen des Erfolgs sondern auch deshalb, einen so bodenständigen und bescheidenen Sportler unter sich zu haben. Den Dank von „Kinder in Not“ sprach Claudia Kirschbaum aus. Durch Kai Kazmirek vergrößerte sich der Kreis der Spender. Monika Sauer vom Sportbund würdigte das Engagement der Familie. Ohne die Unterstützung der Eltern sei eine so erfolgreiche Sportlerkarriere nicht möglich.
„Wir sparen schon für Tokio“
Selbstredend dass der so gelobte Papa ebenfalls in der Sparkasse dabei war. „Meine Frau und ich fangen jetzt schon an für Olympia in Tokio 2020 zu sparen“, schmunzelte Andre Kazmirek und sprach damit an, dass dem 25-jährigen die Zukunft gehört. Der Vater schlug nachdenkliche Töne an. „Wir haben die andere Seite der Welt kennengelernt und wissen zu schätzen, in Deutschland zu leben. Wir alle sollten jeden Tag genießen“. Das Schlusswort hatte natürlich Kai Kazmirek. Er bedankte sich bei allen Fans, Unterstützern, Zuschauern und Sponsoren. An alle Kinder verteilte er Hand signierte T-Shirts mit der neuen Bestmarke von 8.580 Punkten. FF
