SV Rot-Weiß Merl – B-Juniorinnen
Lokalderby ohne Happy End
SV Rot-Weiß Merl – 1. FC Rheinbach 1:1 (0:0)
Merl. Das Nachbarschaftsderby gegen die Juniorinnen des 1. FC Rheinbach endete in einem hart aber fair umkämpften Spiel unentschieden. Damit verbleiben die Merler B-Juniorinnen auch in der tabellarischen Nachbarschaft zu Rheinbach auf dem drittletzten Tabellenplatz.
Die gastgebenden Merlerinnen gingen sehr motiviert in die Partie und konnten sich sofort ein optisches Übergewicht erarbeiten. Sehr schnell konnte man sehen, mit welchem Mittel die Gäste aus Rheinbach hier zum Erfolg kommen wollten. Die großgewachsene Mannschaft agierte kompromisslos ohne auf spielerische Mittel Wert zu legen. Der Ball wurde zumeist lang geschlagen, ohne dass die Offensivpositionen hinreichend besetzt gewesen wären. Auf unserer linken Offensivseite wurde Anna-Lena gleich zweimal hintereinander ohne Chance auf Balleroberung von den Beinen geholt. Wenn das Mittelfeld den Ball einmal auf die Außenpositionen bringen konnte, fand die Hereingabe keine Merler Abnehmerin im Sturmzentrum. So waren die Mädchen in der ersten Halbzeit einzig durch Fernschüsse von Hilal oder Maike gefährlich. Doch die gute Rheinbacher Torhüterin zeigte keine Schwächen und klärte stets sicher. Rheinbacher Standards im Mittelfeld wurden lang hinter die recht hoch stehende Abwehr geschlagen und konnten in dieser Phase des Spiels von den Innenverteidigerinnen Leah und Alena geklärt werden. Torlos ging es in die Halbzeit. Zufrieden konnten Trainer und Mannschaft mit dem Spielverlauf nicht sein. Das Positionsspiel war zu ungenau, Pässe in die Schnittstelle waren eine Seltenheit, das Spiel wurde kaum verlagert und wurde nicht breit genug gemacht.
In der zweiten Halbzeit änderte sich die Spielanlage der Gastgeberinnen kaum. Dennoch gab es jetzt für die Merlerinnen mehrere klarerer Torchancen aus der Distanz. Aber wieder fanden Leah, Hilal, Maike und Anna-Lena ihre Meisterin in der Torhüterin vom 1. FC Rheinbach, wenngleich auch einmal die Latte helfen musste. Schade! Nach und nach glaubten die Gäste an ihre Chance, hier heute mehr mitnehmen zu können als einen Punkt. Die Merler Abwehr musste immer wieder in vollem Tempo nach hinten arbeiten. Zweimal bewahrte Thea das Team mit tollen Paraden vor dem frühzeitigen Rückstand. In dieser Phase des Spiels merkte man, dass die Mannschaft sehr jung ist und kaum Erfahrung im Abstiegskampf hat. Statt kräfteschonend wieder Sicherheit durch ein solides Positionsspiel in die eigenen Aktionen zu bekommen, wurden mehr und mehr Einzelaktionen durch die Mitte initiiert, das Anspieldreieck wurde kaum gesucht und bald auch nicht mehr angeboten. So verloren die Spielerinnen mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel und den Zugriff auf den Gegner. In der Offensive konnte nur noch ein durchdachter Angriff von Anna Gante über Anna-Lena auf Lina notiert werden, die nach Direktspiel von der Abwehrspielerin bedrängt nicht mehr sauber abschließen konnte. Die logische Folge war fünf Minuten vor Schluss der 0:1 Rückstand durch Rheinbach. Wieder wurde der Ball hoch und lang über die Abwehr gespielt. Dieses Mal kamen alle Rettungsversuche zu spät und Thea war bei dem Schuss in das rechte obere Eck chancenlos.
Während die heimischen Zuschauer schon die Köpfe hängen ließen und die Gästefans gut gelaunt den Schlusspfiff herbei sehnten, mobilisierten unsere Mädchen noch einmal alle Energiereserven. So schaffte Hilal mit einem sehenswerten Seitfallzieher den viel umjubelten Ausgleich in der letzten regulären Spielminute. Auch die Nachspielzeit war nichts für schwache Nerven. Zunächst pfiff der Schiedsrichter Anna-Lena in aussichtsreicher Position wegen angeblichem Abseits ab. Eine ähnliche Situation gab es aber in der ersten Halbzeit auch auf der anderen Seite. Dann mit der letzten Aktion bekam Rheinbach noch eine Ecke zugesprochen. Doch die Gäste nutzten ihre körperliche Überlegenheit hier nicht mehr und so blieb es bei der leistungsgerechten Punkteteilung, die so recht keiner Mannschaft weiterhilft.
Das junge Team muss nun lernen, den Abstiegskampf mit kühlem Kopf und einem einfachen Matchplan anzunehmen und auf dem Platz umzusetzen.
