SG Eintracht Mendig/Bell
Magomed Ibragimov bestritt nach langer Zeit wieder eine komplette Begegnung
Der defensive Mittelfeldspieler und Torhüter Robin Rohr hatten einen großen Anteil am Sieg
Mendig. Als Schiedsrichter Oliver Sons aus Koblenz die Partie der Fußball-Rheinlandliga zwischen der SG Eintracht Mendig/Bell und der SG Hochwald Zerf nach 92 Minuten abpfiff, musste er erst einmal durchatmen. Der 27-Jährige beugte sich nach vorn, stemmte die Hände in die Hüften, der Schweiß rann ihm von der Stirn. Magomed Ibragimov, der defensive Mittelfeldspieler der Eintracht, hatte „nach gefühlten drei Jahren zum ersten Mal wieder komplette 90 Minuten“ auf dem Platz gestanden.
Der junge Mann, der die russische Staatsbürgerschaft besitzt, musste gegen einen unangenehmen Gegner immer wieder Löcher stopfen und versuchte dabei als einer der wenigen Spieler überhaupt, Ruhe in die hektische Begegnung zu bringen. Den wichtigen 3:0 (1:0)-Erfolg durfte sich Ibragimov, der seit Jahren zum Inventar gehört, mit auf die Fahne schreiben. Dass Ibragimov, der am 1. September 1992 geboren wurde, überhaupt in der Startformation stand, war der prekären Personalsituation geschuldet. John Rausch (latente Rückenschmerzen), Mustafa Madaoglu (Fingerbruch) und Takahiro Hidaka (Sprunggelenksverletzung) fehlen seit Wochen, Anh Tuan Pham seit Saisonbeginn. Mit Leistungsträger Marcel Berg, der seit einiger Zeit über muskuläre Probleme klagt und der nur im Notfall frühzeitig zum Einsatz kommen sollte, Alexander Huber und Philipp Franzen saßen gerade mal drei Feldspieler auf der Bank. Der 19-jährige Nachwuchsstürmer Mats Weiler, der behutsam an die Rheinlandliga herangeführt werden soll, musste wiederum von Beginn an ran und hatte gegen die kompakte Abwehr der Gäste einen schweren Stand.
Rohr rettet die Mannschaft mit großartigen Paraden
Keine Probleme hat Spielertrainer Kodai Stalph auf der Torhüterposition, verfügt er doch mit Jan Heinemann, Jonas Horn und Robin Rohr über drei Rheinlandliga-taugliche Schlussmänner. Gegen die SG Hochwald Zerf durfte nach einigen Wochen wieder mal Rohr zwischen den Pfosten stehen. Der Neuzugang von den Sportfreunden Eisbachtal zahlte dieses Vertrauen zurück und rettete seiner Mannschaft mit drei großartigen Paraden zwischen der 60. und der 80. Minute den zu diesem Zeitpunkt knappen 1:0-Vorsprung. „Robin hat seit Wochen hervorragend trainiert und auch immer alles gegeben, als er auf der Reservebank saß. Deshalb haben wir uns für einen Wechsel entschieden“, begründete Stalph in der obligatorischen Pressekonferenz das Startelfmandat für Rohr. „Robin ist noch jung, wir wollen ihn auch nicht immer und ewig auf der Bank lassen. Er hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Rohr zahlte das ihn gesetzte Vertrauen also sofort zurück. Von Ibragimov ganz zu schweigen.
Immer konzentriert bei der Sache: Torhüter Robin Rohr (links) erwartet einen Eckball der SG Hochwald Zerf.
Anh Tuan Pham fehlt der Eintracht schon seit Saisonbeginn.
