Wichtiger Siegtreffer von „Schicki“
Mann der Stunde
Mendig. Die dunklen Ringe unter seinen Augen verrieten, dass der Held des Tages in der Nacht zuvor wenig geschlafen hatte. Während sich die meisten seiner Kollegen nach dem 1:0 (0:0) über den SV Mehring ein „Mendiger Vulkanbräu“ gönnten, trank Stephan Schikora nur Mineralwasser. Nach 79 Minuten hatte Eintracht-Trainer Florian Stein seinen Joker eingewechselt, 180 Sekunden später dankte es ihm „Schicki“, wie sie den 32-Jährigen rufen, mit dem so wichtigen Siegtreffer. Schikora war dennoch nicht nach Feiern zumute. Die elfstündige Nachtschicht - eine Stunde wurde ihm durch die Zeitumstellung geschenkt - bei der Bundespolizei in Trier hatte ihre Spuren hinterlassen. Von Samstag um 17.45 Uhr bis Sonntag um 5.45 Uhr schob er Dienst, setzte sich danach ins Auto und düste auf der A48 Richtung Heimat. Um 6.55 Uhr traf er in Hambuch ein, pünktlich zum Start des Formel-1-Rennens im australischen Melbourne. Danach ging es erst mal in die Federn, ein bisschen Schlaf muss schließlich sein.
Um 11 Uhr war die Nachtruhe vorbei. Die beiden Kinder, zwei und fünf Jahre alt, wollten auch noch etwas von ihrem Papa haben. „Ich habe ein wenig mit ihnen gespielt und mich danach auf nach Mendig gemacht“, gab er einen Einblick in seinen stressigen Tagesablauf. In Mendig angekommen, musste er zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen. „Kein Problem für mich, meine besten Jahre sind nun mal vorbei. Der Verein wollte mich schon vor der Saison haben, aber das ließ sich mit meinem Dienst nicht vereinbaren.“ Nach der Winterpause fanden sie aber zusammen. Und das, obwohl der bald 33-Jährige über zwei Jahre lang nur noch bei den Alten Herren in Hambuch gegen den Ball trat. Nur einmal in der Woche reicht es zum Training. Aber gegen den SV Mehring stand „Schicki“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort. „Dafür hat mich der Verein ja geholt“, meinte Schikora mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Und es war genau so gewollt“, beschrieb er seinen Schuss mit der Pike durch die Beine des Torhüters hindurch. Trotz des nur kurzen Einsatzes schließt der Stürmer Spätfolgen für seinen Körper nicht aus: „Bis Mittwoch habe ich jetzt erst mal Muskelkater.“
