SV Rot Weiß Queckenberg
Mit Vollgas in die Sommerferien
Queckenberg. Mit guten Erinnerungen reiste der SV Rot Weiß Queckenberg zu seinem letzten Auswärtsspiel der Saison 2014/15 nach Plittersdorf. Immerhin hatte man die Reserve des SSV im Hinspiel mit einem deutlichen 4:0 vom Mount Queck wieder an die Neckarstraße geschickt. Doch die teilweise extrem schlechte Chancenverwertung und damit einhergehende schwache Punkteausbeute (vier Tore,ein Remis aus den letzten vier Spielen) zauberte Abeling schon einige Sorgenfalten auf seine an sich noch recht glatte Stirn.
Und wieder einmal wollten die Queckies keine Tore schießen.... Zumindest konnte man sich dieses Eindrucks nur schwer erwehren angesichts der wieder einmal haarsträubenden Schusskünste der Rot-Weißen während der ersten acht Minuten! Und da ja bei Standardsituationen schon seit Wochen keine Gefahr mehr im gegnerischen Strafraum erzeugt wurde, wollte sich der Trainer in der 841. Spielsekunde beim ersten Eckball seiner Jungs die vermutlich 10. Verzweifelungszigarette anzünden. Doch ein Jubelschrei aller mitgereisten Fans blies das Feuerzeug wieder aus. Nehring bewies nämlich gaaaanz viel Gefühl im rechten Fuß und verwandelte in bester Mario-Basler-Manier den Eckstoß direkt und brachte seine Farben in Führung (09.). Eigentlich ja für die Drecksarbeit im defensiven Mittelfeld zuständig blieb der Vorzeige-Sechser weiterhin Dreh- und Angelpunkt bei den ruhenden Bällen. Während dem RWQ aus dem Spiel heraus trotz zahlreicher Möglichkeiten weiterhin kein Treffer vergönnt war, zeigten sie heute bei Standards kein Erbarmen mit ihrem Gegner und legten eine bisher ungeahnte, brutale Effektivität an den Tag. In der 20. und 22. Minute klingelte es abermals im SSV-Gehäuse, jeweils nach Nehring-Freistößen; wobei der erste aus 20 Metern Torentfernung in dem Gambel einschlug, beim zweiten drückte Heiliger gedankenschnell einen Querschläger im 5-Meter-Raum über die Linie. Doch der Gast gönnte dem bemitleidenswerten Keeper der Einheimischen weiterhin keine Ruhepause. Zunächst schnürte Nehring erneut per Freistoß seinen ersten Dreierpack für die Voreifler. Schließlich belohnte der nimmermüde Rau mit seinem Premierentor die Entscheidung des Trainers, ihn offensiver als zu Saisonbeginn wirbeln zu lassen (40./43.). So schossen sich die Queckenberger den Frust der letzten Spiele von der Seele, und der Statistikfreund durfte die höchste Halbzeitführung dieser Saison notieren.
Der zweite Durchgang stand zunächst voll im Zeichen des Comebacks von Dominik Declair. Nach genau sechs Monaten verletzungsbedingter Pause gab es Szenenapplaus für seine Einwechslung. Dass der kompromisslose Abräumer mit seiner ersten „Feindberührung“ gleich den gelben Karton kassierte, zauberte so manchem szenekundigen Zaungast ein Lächeln auf die Lippen. Aufgrund der eindeutigen und aufgrund der Spielanteile auch verdienten Führung tuckerte der rot-weiße Motor nun nur noch im dritten Gang über die Kunstrasenanlage. So wachte dann der Gastgeber doch noch auf und gestaltet die Partie ausgeglichener. Zweimal wurde es sogar kreuzgefährlich im RWQ-Strafraum. Doch P. Watty, der rote Feuerkopf zwischen den Pfosten, wollte unbedingt seine Null verteidigen. Er riskierte Kopf und Kragen bzw. flog durch die Bonner Lüfte und verteidigte souverän seinen fünften Shutout in dieser Spielserie. Dabei muss allerdings angemerkt werden, dass der Sieg der Gäste zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Vielmehr hätten mit Heiliger, Mundorf, Klimaszewski, A. Watty, Klemm, Becker und Geimer fast alle Akteure der Abeling-Truppe die Führung noch deutlicher gestalten können.
Da der SC Muffendorf II die lange Reise zur Madbachtalsperre nicht mehr antrat, kann der RWQ bereits die Urlaubskoffer packen. Vorher verabschiedete sich die Mannschaft in bester Queckenberger Tradition von ihren Fans, Sponsoren und Gönnern mit einem rustikalen Grillabend.
Aufstellung zur letzten Schlacht: P. Watty - Becker, Klemm, Winkel, Heinrichs - Geimer, Nehring, Heiliger, Rau - Mundorf, Klimaszewski
Mehr als eine Verstärkung: A. Watty, Declair
