Lokalsport | 16.12.2016

Frauenfußball-Rheinlandliga

Nach der Pause wachte die Wagner-Elf auf

TV Kruft - FSG Zemmer 1:3 (0:1)

TV-Trainer Wagner musste seine Youngster sofort ins kalte Rheinlandligawasser werfen. LS

Kruft. In einem Nachholspiel der Frauenfußball-Rheinlandliga unterlag der TV Kruft der ebenfalls abstiegsgefährdeten FSG Zemner mit 1:3 (0:1). Die Partie wurde bekanntlich am zehnten Spieltag wegen der starken Windverhältnisse abgebrochen. Die Gäste ergriffen nach dem Anpfiff sofort die Initiative, zeigten sich wesentlich aggressiver und drängten auf ein frühes Tor. Die bissige und zweikampforientierte Spielweise verhalf den Gästen auch zum Führungstreffer. Während die Krufterinnen nach einem überharten Zweikampf vergeblich auf den Pfiff von Schiedsrichter Dieter Sesterheim warteten, spielten die Gäste unbeirrt weiter. Nach einem Querpass von Carolin Welter war Felicia Feider (20.) zur Stelle und markierte die 1:0-Führung. Kurze Zeit später hatten die Schützlinge von FSG-Trainerin Yvonne Klink sogar das 2:0 auf dem Fuß, aber Julia Moskovic setzte den Foulelfmeter über den Krufter Kasten. Die einheimische Offensive fand im ersten Durchgang eher nicht statt. Die einzige nennenswerte Torchance besaß Janine Sastges (35.) nach einem Befreiungsschlag von Jana Wagner. Der 16-Meter-Distanzschuss ging knapp am linken Pfosten vorbei.

Auch in der zweiten Halbzeit erwischte die FSG-Elf den besseren Start und erhöhte durch Maria Schmitz (54.) prompt auf 2:0. Danach wachte die Krufter Elf auf. TV-Coach Viktor Wagner hatte Anna Theisen eingewechselt sowie das Spielsystem umgestellt, und das mit Erfolg. Seine Schützlinge legten jetzt eine Schippe drauf und gewannen auch die Zweikämpfe. Folgerichtig der 1:2-Anschlusstreffer durch Gina Weber (67.) nach einem Freistoß von der eingewechselten Theisen. Nun warfen die Einheimischen alles nach vorne, beherrschten die Szenerie und in der 81. Minute war der Ausgleich eigentlich fällig. Jana Wagner hämmerte einen 16-Meter-Freistoß an die Unterkante der Latte. Der Ball sprang leider aus der Sicht des Unparteiischen Sesterheim vor der Torlinie auf. In der Folgezeit bemühte sich die Wagner-Elf intensiv um den Ausgleich, der entscheidende Treffer gelang aber den Gästen. Nach einem mustergültigen Konter stellte Schmitz (90.+2) den 1:3-Endstand her.

„Leider haben wir uns für eine sehr gute zweite Halbzeit mal wieder nicht belohnt“

„Die harte Gangart unseres Gegners war heute wirklich grenzwertig. Es gab Aktionen, da hätte der Schiedsrichter einfach mehr durchgreifen müssen“, kritisierte Jana Wagner und erzählte weiter: „In der zweiten Halbzeit kamen wir mit dieser Spielweise besser zurecht. Leider haben wir uns für eine sehr gute zweite Halbzeit mal wieder nicht belohnt.“

Der Krufter Trainer Viktor Wagner war froh, dass die Winterpause beginnt. „Ähnlich wie in der letzten Saison läuft uns das Glück nicht hinterher. Ich bin trotzdem begeistert von dem enormen Zusammenhalt dieser Truppe“, sagte Wagner und stellte im gleichen Atemzug die Frage: „Warum sollten wir das Wunder der letzten Saison nicht noch einmal wiederholen?“

TV Kruft: Lewentz, Wagner, Weber, Vogt, Souleiman, Schäfer, Roth (70. A. Theisen), Klingenberg (46. Weißhaar), F. Theisen (60. Arend), Sastges

Schiedsrichter: Dieter Sesterheim (Adenau).

Fazit: Der schlechte Tabellenstand findet vor allem im personellen Bereich seinen Ursprung. Der Ausfall der erfahrenen Stammspielerinnen Janine Scheunpflug (Kreuzband- und Patellasehnenriß im Knie), Theresa Uhrmacher (beruflich ein Jahr in Australien) und Sandra Franz (Knieprobleme) ist schwerwiegend. Anna Theisen und Tatjana Harner sind aufgrund ihres Studiums nur bedingt einsetzbar. Durch den personellen Engpass mussten die Neuzugänge aus dem Jugendbereich (Aylin Klingenberg, Denise Schäfer und Antonia Lewentz) sofort ins kalte Rheinlandligawasser geworfen werden. Wichtig wird in der Winterpause sein, die Mannschaft fußballerisch weiterzuentwickeln und das nötige Selbstvertrauen einzuimpfen. Das wird dem routinierten Coach Wagner mit Sicherheit gelingen. Und dann kann auch ein kluger Spruch in Erfüllung gehen: Ist eine Mannschaft vermeintlich schwach, wird sie stark und hat auch das nötige Quäntchen Glück.

LS

TV-Trainer Wagner musste seine Youngster sofort ins kalte Rheinlandligawasser werfen. Foto: LS

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