Lokalsport | 14.09.2020

DTM Rennwochenende in der Eifel

Nico Müller und Robin Frijns hießen die Sieger am Nürburgring

Marco Wittmann am Samstag als Dritter bester BMW-Pilot

Vor den Rennen zeigten sich die Fahren den Zuschauern auf den Tribünen. Fotos: WAMFO.DE

Nürburg. „Wir haben am Nürburgring zwei Rennen gesehen, in denen Audi ganz klar dominiert hat. Was mich besonders gefreut hat, ist die Tatsache, dass wir nun auch in Deutschland wieder Zuschauer auf den Tribünen begrüßen durften. Insgesamt waren die Rennen an diesem Wochenende etwas weniger spannend als die vorherigen. Aber für die Meisterschaft ist dieses Ergebnis gut, denn Robin Frijns holt auf. Die Abstände zwischen den ersten Drei sind so eng, dass sich jederzeit wieder etwas verschieben kann. Nichtsdestrotz muss man sagen, dass Nico Müller momentan einfach das Maß der Dinge ist. Im Qualifying hat er eine Topleistung abgeliefert. Dass BMW eine halbe Sekunde Rückstand hat, entspricht dem Bild, das wir bereits in der bisherigen Saison gesehen haben,“ so Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.

Das Rennen am Samstag

Die Nico-Müller-Show geht weiter: Nachdem der Meisterschaftsführende sich beim Lauf der DTM vor einer Woche in Assen mit zwei dritten Plätzen zufrieden geben musste, dominierte der Schweizer im Audi RS 5 DTM das erste Rennen auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings souverän. Mit mehr als 15 Sekunden Vorsprung gewann Müller vor Verfolger René Rast (GER, Audi). Für Müller ist es bereits der siebte DTM-Sieg seiner Karriere. Damit nicht genug: Auf dem 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs in der Eifel holte Müller im Samstagsrennen sogar den motorsportliche „Hattrick“: Pole Position, Sieg und schnellste Runde im Rennens – besser geht es nicht. Hinter Titelverteidiger Rast kam BMW-Pilot Marco Wittmann ins Ziel. Für den zweimaligen DTM-Champion ist es die 35. Podiumsplatzierung seiner Laufbahn. Damit erzielte er das beste Ergebnis für BMW am kompletten Wochenende. Der Start verlief ohne Veränderungen an der Spitze: Polesitter Müller kam gut weg und verteidigte seine Führung ohne Probleme gegen den Zweitplatzierten Rast. Der von Platz drei gestartete Niederländer Robin Frijns (Audi) setzte sich gegen Wittmann durch. Mike Rockenfeller (GER, Audi), von Rang fünf ins Rennen gegangen, versuchte sein Glück mit einem frühen Pflichtboxenstopp und kam bereits in Runde acht zum Reifenwechsel. Zeitweilig auf Platz zwei fahrend, fehlte dem Ex-Meister am Ende jedoch zunehmend der Grip, sodass er letztlich als Vierter ins Ziel kam. Für den Aufreger des Tages sorgte Robin Frijns, der vor einer Woche seinen ersten DTM-Sieg erzielt hatte. Der Niederländer lieferte sich über weite Strecken des Rennens einen äußerst spannenden Zweikampf mit René Rast um Platz zwei. Besonders brisant: Beide Piloten liegen in der DTM-Tabelle direkt hintereinander, es ging also nicht nur um die Position im Rennen, sondern auch um den zweiten Platz der Meisterschaft. In Runde 27 setzte Frijns dann alles auf eine Karte und versuchte sich mit einem extrem späten Bremsmanöver in der ersten Kurve innen an Rast vorbei zu quetschen. Doch die Aktion ging schief, denn Frijns‘ Audi sprang beim Anbremsen hart über die Randsteine, und der Niederländer konnte einen spektakulären Dreher nicht mehr verhindern. Der direkt hinter ihm fahrende Marco Wittmann war in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes „der lachende Dritte“, während Frijns immerhin noch Platz fünf ins Ziel rettete.

Stimmen – 1. Rennen, Nürburgring Grand Prix

Nico Müller (SUI): „Das war ein perfektes Rennen. Ich hatte einen super Start, einen sehr guten Boxenstopp, die Strategie war perfekt, und auch das Reifenmanagement hat gepasst. Ich genieße diesen Sieg. Es ist in den vergangenen Wochen nicht immer alles in meine Richtung gelaufen, heute war das aber der Fall. Vor allem das Qualifying mit der Pole-Position war die perfekte Voraussetzung für den heutigen Erfolg. Wir wollen uns, wenn möglich, immer weiter verbessern. Unser Ziel sind weitere Siege.“

René Rast (GER): „Am Anfang habe ich versucht, Nico Müller zu folgen, doch bald hatte ich nichts mehr entgegenzusetzen. Der erste Stint war nicht so gut, zudem habe ich im Kampf mit Robin Frijns Zeit verloren. Der zweite Stint war aus meiner Sicht besser. In Kurve eins war ich schon sehr spät auf der Bremse, Robin noch später. Danach konnte ich meinen zweiten Platz sicher ins Ziel bringen, ich habe nur im Spiegel den Abstand zu Marco Wittmann kontrolliert. Bei Nico Müller war heute einfach alles optimal, das war herausragend.“

Marco Wittmann (GER): „Ich bin sehr happy. Das war heute ein guter Tag in der Qualifikation und im Rennen. Wir kämpfen ja allgemein mit unserer Pace, aber heute war sie okay. Das Podium war etwas glücklich, bedingt durch den Dreher von Robin Frijns. Insofern haben wir das Maximum unter diesen trockenen Bedingungen herausgeholt. Wir haben weiterhin noch einige Arbeit vor uns. Ich hoffe aber, dass wir in der zweiten Saisonhälfte näherkommen.“

Das Rennen am Sonntag

Für Überraschungen ist die DTM immer gut: Audi-Pilot Robin Frijns (NED) feierte beim zweiten Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings unter strahlend blauem Himmel den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere. Zweiter wurde Titelverteidiger René Rast (GER, Audi) vor Ex-Meister Mike Rockenfeller (GER, Audi), der zum ersten Mal in der aktuellen Saison einen Podiumsplatz erzielte. Mit Abt Sportsline, Team Rosberg und Phoenix Racing waren erstmals in dieser Saison alle drei Audi-Werksteams auf dem Podium vertreten. Dabei hatte zunächst alles nach einem weiteren Triumph von Markenkollege und Polesitter Nico Müller (SUI) ausgesehen, der das Samstagsrennen in überlegener Manier für sich entschieden und das ganze Wochenende dominiert hatte. Auch der Start verlief für den Schweizer ohne Probleme, Müller kam gut vom weg vom Startplatz eins und konnte die hinter ihm lauernde Konkurrenz in Person von Frijns und Rast auf Distanz halten. Das Blatt wendete sich, als Müller in Runde elf seinen Pflichtstopp absolvierte. Robin Frijns kam nur eine Runde später an die Box und brannte danach eine schnelle Runde nach der anderen in den Asphalt des erstmalig 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Kurses, der erstmals seit 2001 wieder bei einem DTM-Rennen befahren wurde und der allen Piloten viel Fahrspaß bescherte. Müller hingegen kämpfte zunehmend mit einem technischen Problem an seinem Audi RS 5 DTM und musste zunächst Frijns und schließlich noch drei weitere Markenkollegen passieren lasen. Der Meisterschaftsführenden blieb im Ziel nur der fünfte Rang. Aus dem BMW-Lager zeigte der Südafrikaner Sheldon van der Linde die beste Leistung. Der Sieger vom Sonntagsrennen in Assen vor einer Woche überquerte die Ziellinie als Sechster und war damit bester Pilot eines BMW M4 DTM. Die Markenkollegen Timo Glock (GER), Philipp Eng (AUT) und Jonathan Aberdein (RSA) hatten sich unterhaltsame Positionskämpfe im Mittelfeld geliefert, allerdings ohne zur Audi-dominierten Spitzengruppe aufschließen zu können. Nach dem zehnten von 18 Saisonrennen führt Nico Müller mit 195 Punkten weiterhin souverän die Gesamtwertung an. Verfolger Frijns (176) verkürzt durch seinen zweiten DTM-Sieg den Abstand zu Müller auf 29 Zähler. René Rast (159 Punkte) ist Dritter vor Duval (85), Rockenfeller (79) und van der Linde (72).

Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Grand Prix

Robin Frijns (NED): „Dieser Sieg fühlt sich schon anders an als mein erster DTM-Sieg vor einer Woche. In Assen habe ich bis zur Ziellinie um den Sieg gekämpft, heute hatte ich freie Fahrt, nachdem ich an Nico Müller vorbei war. Trotzdem habe ich meine Reifen geschont, denn ich wusste ja nicht, was in der Schlussphase noch passieren würde. Zu Beginn des Rennens konnte ich mit Nico gut mithalten, wir waren ungefähr gleich schnell. Nach dem Boxenstopp habe ich schnell gemerkt, dass Nico nicht mehr den normalen Topspeed hatte. Ich bin dann leicht vorbeigekommen. Unser Abt-Team macht nichts anders, aber an diesem Wochenende hatten Nico und ich offensichtlich einen Vorteil.“

René Rast (GER): „Ich denke, wir haben im Samstagrennen und auch heute das Maximale herausgeholt. Leider habe ich heute einen kleinen Fehler gemacht und bin leicht ins Kiesbett geraten, aber das hat mich nicht den Sieg gekostet. Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht, jedoch ist es schwer, sich an Nico Müller und auch Robin Frijns heran zu kämpfen. Sie haben beide ein starkes Paket und machen keine Fehler. Wenn wir wüssten, wo der Unterschiedlich tatsächlich liegt, würden wir es sofort ändern. Wenn es nicht so läuft, wie man es wünscht, verliert man etwas das Vertrauen, man zweifelt, man ändert Dinge, aber das ist nicht immer das Beste. Wenn alles glatt läuft, ist alles einfacher. Das kenne ich ja aus dem vergangenen Jahr.“

Mike Rockenfeller (GER): „Natürlich freue ich mich über meine erste Podiumsplatzierung in diesem Jahr. Aber ich weiß auch, dass ich unter normalen Umständen nur Vierter oder Fünfter geworden wäre. Meine Jungs und meine Ingenieure arbeiten immer sehr hart, und so ist das Podium auch für sie eine Belohnung. Wir versuchen zu verstehen, woher der Abstand kommt. Daran arbeiten wir fortwährend. Nico Müller hatte heute ein Problem, er war auf den Geraden nicht mehr so schnell wie normal. Diese Chance zum Podium habe ich genutzt.“

Weiter geht es in der DTM schon am kommenden Wochenende (18. bis 20. September), wiederum auf dem Nürburgring, dann aber auf der 3,6 Kilometer kurzen Sprintvariante. -WAM-

Marco Wittmann arbeitete sich am beim Samstagrennen von Startplatz 5 auf den 3. Platz vor.

Marco Wittmann arbeitete sich am beim Samstagrennen von Startplatz 5 auf den 3. Platz vor.

„Das Podium war etwas glücklich, bedingt durch den Dreher von Robin Frijns,“ so Wittmann. Dennoch freute er sich über Platz 3.

„Das Podium war etwas glücklich, bedingt durch den Dreher von Robin Frijns,“ so Wittmann. Dennoch freute er sich über Platz 3.

Der Sonntagsieger Robin Frijns bei der Einfahrt in die Boxengasse

Der Sonntagsieger Robin Frijns bei der Einfahrt in die Boxengasse

Die Drei Erstplatzierten Müller, Rast und Wittmann bei der Pressekonferenz

Die Drei Erstplatzierten Müller, Rast und Wittmann bei der Pressekonferenz

Vor den Rennen zeigten sich die Fahren den Zuschauern auf den Tribünen. Fotos: WAMFO.DE

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