SV Rot Weiß Queckenberg
Packender Kampf gegen Tabellenführer
SV Rot Weiß Queckenberg - FC Pech II 1:1 (1:0)
Queckenberg. Man kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft in den letzten vier Jahren die Uhr auf dem Mount Queck fünf nach zwölf angezeigt hat… doch jedes Mal hat der rot-weiße Zeigefinger von Stehaufmännchen Jürgen Kurek den großen Minutenzeiger einfach wieder zurückgedreht - so auch in der vergangenen Woche. Seinem unbedingten Überlebenswillen aber auch dem vieler weiterer treuer RWQ-Seelen ist es zu verdanken, dass das Fußballleben trotz des überraschenden Trainerrücktritts auf dem Queckenberger Hochplateau weiter geht. Wohl gemerkt, schrieb man da gerade einmal den vierten Spieltag, nach dem die Mannschaft mit guten bis sehr guten Vorstellungen einen respektablen 7. Platz belegte.
Wie dem auch sei, zwar standen die Zeichen für das zweite Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Pech II angesichts dieser Vorgeschichte nicht unbedingt unter dem günstigsten Stern. Aber ein jeder, der an diesem Sonntag für den SV Rot Weiß Queckenberg auf bzw. neben dem Platz aktiv war, riss sich förmlich den Allerwertesten auf. So konnten die zahlreich erschienenen Fans, unter ihnen unter anderem „de Männ“ Rainer Münster und der Junggesellenverein Eintracht, in den ersten 45 Minuten nicht wirklich erkennen, wer in der Partie der Spitzenreiter war - im Gegenteil: Die hervorragend vom neuen Chef, Norbert Naeve, eingestellten Queckies boten dem Favoriten einen packenden Fight, spulten ein gewaltiges Laufpensum herunter und waren klar Chef im Ring. Becker verwandelte seine linke Außenbahn in eine Sambastraße und narrte seine Gegenspieler ein ums andere Mal. Heiliger, Rau und Nehring machten bereits im Mittelfeld alles platt, so- dass die Abwehrrecken zunächst mehr oder weniger arbeitslos waren. Zudem belohnte der extrem gut aufgelegte Bellinghausen das in ihn gesetzte Vertrauen immer wieder mit Balleroberungen rund um den Mittelkreis und klug eingeleiteten Offensivaktionen. In der 26. Minute brachte er alle Dämme zum Einstürzen, als er einen Heiliger-Abpraller zur hoch verdienten Führung einpflasterte. Mit diesem knappen Vorsprung gab sich der Gastgeber aber nicht zufrieden, wollte mehr und bestürmte weiter den Kasten der Gäste. Doch das Feuerwerk wurde leider nicht mit einem zweiten Knaller belohnt.
Auch im zweiten Durchgang schien zunächst alles fest in rot-weißer Hand. Doch nach circa zehn weiteren stürmischen Minuten schwanden allmählich die Kräfte der Einheimischen, und der zuvor relativ beschäftigungslose Klemm-Winkel-Heinrichs-Defensivriegel wurde mehr und mehr in den Brennpunkt gezogen. Auch Watty fand nun immer mehr Gelegenheiten, sein Können unter Beweis zu stellen. Nur noch sporadisch gelang es der Naeve-Kurek-Truppe, sich aus der stets enger werdenden Umklammerung zu lösen. Es gab kaum mehr einen Moment zum Durchschnaufen. Vielmehr zog der mit einigen Spielern der ersten Vertretung gespickte Gast das Tempo unaufhörlich an, wie ein Henker die Daumenschrauben. Bis zur 77. Minute hielt das Bollwerk dem Dauerdruck erfolgreich stand, doch ein traumhaft getretenes 15-Meter-Geschoss bedeutete den mittlerweile verdienten Ausgleich. In der letzten Viertelstunde gingen alle Voreifeler bis an die berühmte Schmerzgrenze, um den einen Punkt ins Ziel zu retten. Doch kurz vor ultimo hätte Speedy Geimer beinahe noch den gut besuchten Mount Queck zum Einstürzen gebracht. Von Nehring ein letztes Mal auf Reisen geschickt, hämmerte das Laufwunder von der Madbach noch einmal von der Strafraumgrenze gen Pech-Gehäuse. Leider senkte sich die Kugel jedoch viel zu spät und klatschte lediglich an das Ballfanggitter. Aufgrund der konditionellen Nachteile mit zunehmender Spieldauer stand schlussendlich ein leistungsgerechtes Remis zu Buche. Aber vor allem in den ersten 45 Minuten bestach der RWQ durch ein großes Kämpferherz, Spielwitz, mannschaftliche Geschlossenheit und empfahl sich damit eindrucksvoll für höhere Aufgaben in der weiteren Saison. Nach den unruhigen Ereignissen zwischen den letzten beiden Spielen stürzt sich der Verein nun wieder mit stolz geschwellter Brust und hoch erhobenen Hauptes in das nächste Abenteuer. Gegner ist am 4. Oktober der derzeitige Drittplatzierte ISC AlHilal Bonn II. Anstoß gegen die Torfabrik aus der Bundesstadt (25 Tore in vier Spielen) ist wie immer 15 Uhr.
Aufstellung:
P. Watty - Becker, Klemm, Winkel, Heinrichs - Geimer, Nehring, Heiliger, Bellinghausen, Rau - Klimaszewski.
