Fußball-Kreisliga B Ahr, 21. Spieltag
Passendes Ambiente für den Klassiker
SG Ahrtal Insul - SG Oberahrtaler Sportfreunde Barweiler 2:1 (0:0)
Insul. Am vergangenen Samstag war es endlich soweit: Mit dem großen Ahrtal-Derby stand einer der absoluten Saisonhöhepunkte für die mit einigen Personalsorgen angereiste erste Mannschaft auf dem Programm. Ein frisch gemähter Rasenplatz in Insul, bestes Frühlingswetter und eine ansehnliche Zahl an Zuschauern sorgten für ein passendes Ambiente für diesen Klassiker.
Von Beginn an entwickelte sich ein äußerst engagiert geführtes Spiel, in dem sich beide Seiten in jeden Zweikampf, den es zu führen gab, hineinwarfen. Dem Gegner wurde kein Zentimeter Raum geschenkt, auch die Emotionen auf und neben dem Spielfeld blieben nicht auf der Strecke. Spielerische Glanzpunkte und klare Torchancen waren in der ersten Halbzeit eher wenige zu finden. Die Ahrtaler versuchten, ihr Spiel hauptsächlich über die linke Seite aufzuziehen, wo sich ihr Kapitän Martin Klein allerdings so gut wie gar nicht gegen die zuständigen OASF-Verteidiger in Szene setzen konnte. Die Mannschaft von Fabian Hideg hoffte in erster Linie auf Kontersituationen, die aber letztlich keine ganz große Gefahr mit sich brachten.
Ansonsten gab es eine Menge Befreiungsschläge aus der eigenen Hälfte zu sehen sowie einige Standardsituationen, aus denen jedoch kein Kapital geschlagen werden konnte, da die Defensivreihen auch hier gut und konzentriert verteidigen. Die klarste Gelegenheit hatten die Gastgeber, als ein Spieler nach einer Überzahlsituation rechts im Strafraum frei zum Schuss kam, das Tor allerdings verfehlte.
Nach Wiederanpfiff blieb die Begegnung sehr ausgeglichen. Ahrtal operierte nach einer Umstellung mit etlichen Flugbällen in die Spitze, die aber sehr konzentriert und konsequent verteidigt werden konnten. Auf der anderen Seite verstanden es die Oberahrtaler, verstärkt in Abschlusspositionen und somit zu Chancen zu kommen. Einen ersten Schuss gab Peter Klein ab, dessen Schuss in Folge einer Standardsituation zur Ecke geklärt werden konnte. Wenig später war es David Weber, der mit einem starken Zuspiel Luka Cläsgens auf die Reise schickte. Der ging noch ein paar Schritte mit dem Ball, zog leicht nach rechts und verfehlte mit seinem Abschluss knapp die lange Ecke.
Die nächste Gelegenheit ergab sich durch eine Standardsituation. 25 Meter vor dem Tor trat David Weber in zentraler Position zum Freistoß an und zirkelte diesen gekonnt um die Mauer, allerdings war SGA-Torwart Steffen Hoffmann zur Stelle und wehrte den Schuss mit einer Flugeinlage zur Ecke ab. Im Anschluss kam es zu einer der denkwürdigsten Szenen der Partie. Bei allen Emotionen und Zweikämpfen war die Begegnung bis zu diesem Zeitpunkt absolut im Rahmen geblieben. Dies änderte sich nach 65 Minuten schlagartig. Der reaktivierte Christian Kaster stand gerade einmal elf Minuten auf dem Platz, als er in der gegnerischen Hälfte mit beiden Beinen von hinten einen Ahrtaler Spieler umgrätschte. Für diese völlig überflüssige Aktion blieb dem Unparteiischen nichts anderes übrig, als dem Gästestürmer die Rote Karte zu zeigen. Allerdings entstand den Gästen dadurch kein nummerischer Nachteil, denn der Ahrtaler Thorsten Stappen checkte den Oldie mit mehreren Metern Anlauf zu Boden und musste folgerichtig ebenfalls das Spielfeld verlassen.
Zunächst änderte sich durch diese Platzverweise nichts am Spiel. Dann war es einer der berüchtigten langen Bälle des Gegners, der ihm in der 72. Minute die Führung brachte. Zunächst wurde es verpasst, einen Flugball in zentraler Position zu klären. Martin Klein, inzwischen als Mittelstürmer aufgestellt, konnte auf das Tor zusteuern, wurde aber zunächst nach außen abgedrängt. Als alle mit einem Querpass rechneten, holte der Ahrtaler Spielführer etwas überraschend aus sehr spitzem Winkel zum Schuss aus. Der Ball prallte an die Hand von Philipp Cläsgens und von dort aus hinter die Linie.
Die Gäste dachten in der Folge aber gar nicht daran aufzugeben und wurden für ihre Bemühungen nur fünf Minuten später belohnt. Mit einer ganz starken Aktion trickste Ben Krahe auf der rechten Seite zwei Verteidiger aus und wurde anschließend von diesen im Strafraum in die Zange genommen. Die logische Konsequenz war ein Foulelfmeter, den Christian Lückenbach sicher zu seinem ersten Saisontor und zum verdienten Ausgleich verwandeln konnte. Auf der anderen Seite hallte wenig später ein Aufschrei über das Sportgelände, als alle Ahrtaler nach einem Handspiel einen Strafstoß für ihre Mannschaft forderten.
Sicherlich eine äußerst knifflige Entscheidung, bei der der Unparteiische letztlich auf Weiterspielen plädierte. Allerdings war die Szene noch lange nicht vorbei. Zunächst scheiterte ein Ahrtaler freistehend an Philipp Cläsgens, bevor er den Abpraller unter Bedrängnis an die Latte setzte. Erst dann konnte die Situation geklärt werden. Das Spiel war allerdings noch lange nicht vorbei. Die Gäste kämpften weiter aufopferungsvoll und bis zur totalen Erschöpfung. Etwa fünf Minuten vor Schluss stand erneut der OASF-Torhüter im Blickpunkt, als er einen Freistoß, der sich tückisch als Bogenlampe in Richtung langes Eck senkte, gerade noch über die Latte lenken konnte.
In der 88. Minute gab es einen erneuten Freistoß für die Platzherren, diesmal aus gut 20 Metern aus halblinker Position. Diesen führte Christian Kürsten aus und spielte den Ball hoch in den Strafraum, wo er zunächst in zentraler Position aufsprang und dann zum Entsetzen aller Oberahrtaler an Freund und Feind vorbei ins lange Eck fiel. In der verbliebenen Spielzeit versuchten die Gäste noch einmal alles, um noch das 2:2 zu erzielen, allerdings fehlten die Zeit und auch die Kräfte, sodass es letztlich bei einer weiteren äußerst bitteren Niederlage blieb.
Vorschau
Ein weiteres Abstiegsendspiel findet am Sonntag um 13.30 in Antweiler gegen die Reserve der SG Westum/Löhndorf statt. Weiterhin hoffen Trainer, Betreuer und Spieler der Gastgeber auf den lang erhofften Befreiungsschlag. Bei einem Heimsieg würden die Oberahrtaler Sportfreunde Barweiler in der Tabelle mit den Gästen gleichziehen, bei einer weiteren Niederlage wird es sicherlich sehr schwierig, den Klassenverbleib noch zu schaffen.
