Lokalsport | 04.11.2022

Fußball Rheinlandpokal - FV Engers

Pokal-Triple-Traum des FV Engers lebt nach Elfer-Krimi weiter

„Jungs vom Wasserturm“ gewinnen beim Blau-Weiß Karbach mit 4:3 und ziehen ins Viertelfinale des Rheinlandpokals ein

Nur zwei von fünf Elfmetern des Karbacher fanden den Weg ins Tor von Safet Husic. Der war dank eines Zettelchens von Teammanager Aleksandar Naric optimal auf das Elfmeterschießen vorbereitet und hatte viermal die richtige Ecke.

Neuwied. Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, ist hinlänglich bekannt. Aber auch an der – sonst unabhängig vom Fußball gültigen – Weisheit, dass der, der anderen eine Grube gräbt, selbst hineinfällt, kann etwas dran sein. Das jedenfalls legte das Pokalspiel des FV Engers bei Blau-Weiß Karbach nahe. Aber zunächst die wichtigste Nachricht vorweg: Der FV Engers hat seinen Finalgegner aus dem Vorjahr erneut bezwungen, dieses Mal mit 4:3 nach Elfmeterschießen. Die Grün-Weißen überwintern somit im Rheinlandpokal und fahren für das Viertelfinale am 8. März nach Koblenz zur TuS.

„Geiles Spiel. Da freuen wir uns drauf. Unsere Männer werden auf jeden Fall bis in die Haarspitzen motiviert sein“, kündigte Trainer Sascha Watzlawik nach einer kurzen Nacht an. Und auch Vereinschef Martin Hahn zeigte sich ob der Aussicht auf das immer heiße Derby positiv gestimmt. Mit Blick auf die 2:0-Niederlage in der Oberliga-Hinrunde meinte er zwar, „dass wir da schwach waren und noch etwas gutzumachen haben“, verwies aber auch selbstbewusst darauf, dass seine „Jungs vom Wasserturm“ im Rheinlandpokal auf dem Oberwerth bislang ungeschlagen sind – zwei Finalsiege inklusive. Der FC Karbach spielt eigentlich am heimischen Quintinsberg auf Kunstrasen. Da der jedoch kein Flutlicht hat, mussten die Teams ins benachbarte Leiningen ausweichen und auf einem Naturrasen spielen oder - wie Martin Hahn es so salopp wie zutreffend ausdrückte - „auf einem kleinen Acker“. Und das Geläuf sollte sich sichtbar auf das Spiel auswirken: Viel Kampf, hohe Intensität, wenig spielerische Finesse waren die Folge.

Die Engerser kamen dabei gut in die Partie und hatten nach 20 Minuten die große Chance zur Führung, als Sören Klappert erst im Strafraum gelegt wurde und dann zum Strafstoß antreten durfte. Sein Schuss war knallhart – flog aber hoch über den Kasten. Es sollte der erste von sechs Fehlschüssen aus elf Metern sein, abgegeben von einem völlig zerfurchten, eher einer Kuhle gleichenden Punkt. Manche Beobachter meinten später, der Heim-Torwart habe da mit seinen Stollenschuhen auch noch ein wenig nachgeholfen. War es so, sollte es sich später rächen. Doch zunächst gingen die Engerser aus dem Spiel in Führung. Nach einer Flanke von Chris Freisberg landete das Leder bei Sören Klappert, der zum 1:0 in der 51. Minute einschob. Danach hatten die Grün-Weißen die Partie eigentlich im Griff, ließen keine Karbacher Chancen zu – legten sich aber in der 80. Minute „das Ei ins eigene Nest“, wie Watzlawik es ausdrückte. Abwehrchef Thilo Kraemer war bei einer Grätsche der Pechvogel. So ging es in die Verlängerung, die die Gastgeber nach einer Ampelkarte in der 96. Minute nur noch zu zehnt spielen durften. Zählbares Kapital konnte der FVE daraus jedoch nicht schlagen. Also musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dabei scheiterten vom schon beschriebenen Punkt auf Engerser Seite Lukas Klappert und Goran Naric, während bei den Karbachern Yannick Rinker, David Peifer und Max Wilschrey verschossen beziehungsweise in Schlussmann Safet Husic ihren Meister fanden. Der übrigens hatte dank eines zugesteckten Zettels von Teammanager Aleksandar Naric – wie einst Jens Lehmann – gleich vier Mal die richtige Ecke. Nach Treffern von Goran Naric und Christian Meinert auf der einen sowie Leon Wilki und Lars Oster auf der anderen Seite war es dann an dem in der Verlängerung eingewechselten Noel Schlesiger, den entscheidenden Elfmeter zu verwandeln. „Für ihn freut es mich unheimlich, weil er sich in den vergangenen Wochen im Training immer richtig reingehauen hat und ganz nah dran war an der Startelf“, jubelte Coach Watzlawik. Ein „überragendes Spiel“ attestierte er auch seinem Kapitän Yannik Finkenbusch. Gegen seine „Nemesis“ Karbach – „Finke“ war in beiden Pokalfinalen verletzt ausgefallen – hatte er laut Trainer schon ab der fünften Minute „die Wade dick“ und konnte kaum noch laufen. „Doch er hat sich durchgebissen und wirklich stark gespielt“, schwärmte Watzlawik, der ansonsten - „außer vielleicht Safet Husic beim Elfmeterschießen“ – keinen seiner Spieler hervorheben wollte. „Es war eine krasse Mannschaftsleistung“, freute er sich.

Mann des Tages war Noel Schlesiger, der den entscheidenden Elfmeter souverän verwandelte und den FVE so ins Viertelfinale des Rheinlandpokals schoss.

Mann des Tages war Noel Schlesiger, der den entscheidenden Elfmeter souverän verwandelte und den FVE so ins Viertelfinale des Rheinlandpokals schoss.

Nur zwei von fünf Elfmetern des Karbacher fanden den Weg ins Tor von Safet Husic. Der war dank eines Zettelchens von Teammanager Aleksandar Naric optimal auf das Elfmeterschießen vorbereitet und hatte viermal die richtige Ecke.

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