Siebter Lauf zur Nürburgring Langstreckenmeisterschaft
Porsche gewinnt Saisonhöhepunkt
Packender Rennverlauf mit gleich zwei neuen Rekorden
Nürburgring. Mit dem ROWE Sechs-Stunden-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen stand am vergangenen Samstag der auch als VLN-Saisonhöhepunkt bezeichnete siebte Lauf auf dem Programm.
Mit gleich zwei neuen Rekorden und einem packenden Rennverlauf wurde das Rennen seinem Ruf als Saisonhöhepunkt mehr als gerecht.
Nach 6:07:54.602 Stunden und einer zurückgelegten Rekorddistanz von 1.047,394 Kilometern überquerten Patrick Pilet (Frankreich) und Jörg Bergmeister (Langenfeld) im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing als Sieger die Ziellinie. Das Duo sicherte damit der sonst in der VLN so erfolgsverwöhnten Schwabenmarke den ersten VLN-Sieg 2016.
„Die Sechs-Stunden-Distanz kam uns heute eindeutig entgegen“, erklärte Bergmeister im Ziel. „Auf eine Runde gerechnet sind wir nicht die Schnellsten, über die Distanz aber können wir unsere Konstanz als Stärke ausspielen. Hinzu kommt, dass das Team mit einer perfekten Strategie und sehr guten Boxenstopps die Grundlage für diesen Sieg gelegt hat.“
Mit Platz zwei für Uwe Alzen (Betzdorf), Lance David Arnold (Duisburg) und Jan Seyffarth (Querfurt) im Mercedes-AMG GT3 der Bonner Haribo-Mannschaft blieben auch die weiteren Pokale bei der Besatzung eines Teams aus dem erweiterten Umfeld des Nürburgrings. Sechzehn Sekunden nach dem Mercedes-Trio erreichte der BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport mit Jörg Müller (Schweitz), Jesse Krohn (Finnland), Victor Bouveng (Schweden) und Felipe Fernández Laser (Leipzig) das Ziel.
Bereits im Qualifying hatte Manuel Metzger (Schweiz) den ersten Rekord des Tages auf den Asphalt gezaubert. Mit einer Trainingsbestzeit von 7:54.496 Minuten bescherte der Mercedes-Pilot mit dem AMG GT3 dem Meuspather Black Falcon Team die schnellste jemals in der VLN gefahrene Runde, wobei er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 184.804 km/h erreichte.
Aufhängungs- und Reifenschäden bei den Mercedes-Teams
Nach dem Start behauptete zunächst der Black Falcon Mercedes auch die Führung, bevor sich der Land-Audi in der vierten Runde an die Spitze des 163 Fahrzeuge starken Starterfeldes setzte. Im weiteren Rennverlauf brachten Aufhängungs- und Reifenschäden die Mercedes-Teams von HTP Motorsport und Black Falcon um alle Chancen. Einzig der Haribo-Mercedes blieb von Problemen verschont, womit sich in der Schlussphase ein Duell zwischen dem Haribo-Mercedes und dem Land-Audi um Position zwei und drei entwickelte. Aber auch der Vorsprung des Porsches von Manthey-Racing mit 8,5 Sekunden ließ keine fahrzeugschonenden Runden zu. Und so waren die Strategen in den Teams gefragt. Während die Manthey Truppe den Porsche beim letzten Boxenstopp mit ausreichend Treibstoff für die weiteren Runden versorgt hatte, rollte der Land–Audi auf der Döttinger Höhe mit leerem Tank aus. „Wir wollten bei unserem letzten Stopp auf keinen Fall hinter den Haribo-Mercedes zurückfallen und haben mit dem Benzin zu knapp gerechnet“, gestand Teamchef Wolfgang Land. „Daher geht der Ausfall auf meine Kappe.“
Besser machte es das Team von Phoenix Racing. Obwohl auch Anders Fjordbach (Hamburg), Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) um den letzten Podiumsplatz kämpften, begnügte man sich mit Rang vier und zog einen finalen Tankstopp zu Beginn der letzten Runde dem Risiko eines Ausfalles vor. Platz fünf belegten Philipp Eng (Düsseldorf), Stef Dusseldorp (Niederlande) und Lian Wright (Worms) im BMW M6 GT3 von ROWE Racing. Trotz der Probleme während des Rennverlaufes erreichte Manuel Metzger zusammen mit seinen Teamkollegen Yelmer Buurman (Niederlande) und Hubert Haupt (München) mit dem Black Falcon-Mercedes als Sechste das Ziel.
Frikadelli Racing mit BMW statt Porsche
Für viel Aufsehen hatte vor dem Rennen die Ankündigung von Frikadelli Racing gesorgt, dass man das Rennen zu Testzwecken anstelle des Porsches mit einem BMW bestreiten würde. Das Debüt des BMW M6 GT3 des Frikadelli Racing Teams endete für Sabine Schmitz, Klaus Abbelen (beide Barweiler), Patrick Huisman (Niederlande) und Norbert Siedler Österreich) auf dem siebten Platz. Otto Klohs (Ludwigshafen), Jens Richter (Wurzen) und Dennis Olsen (Norwegen) beendeten in einem weiteren Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing das Rennen als Achte. Die Cup Porsche 911 GT3 von GetSpeed Performance und Kappeler Motorsport komplettierten die besten Zehn.
Vorentscheidung am 24. September möglich
Bei noch drei ausstehenden Läufen könnte nach dem erneuten Klassensieg der derzeitigen Tabellenführer, Alexander Mies (Heiligenhaus) und Michael Schrey (Wallenhorst), schon bei dem vom MSC Sinzig ausgetragenen 48. ADAC Barbarossapreis am 24. September die VLN-Meisterschaftsentscheidung fallen.
So wie Mies und Schrey den Sieg, scheinen Thomas Jäger (Österreich) und Rudi Adams (Nohn) den zweiten Platz in der Klasse Cup 5 der BMW M 235i Racing Cup-Fahrzeuge gepachtet zu haben. Bereits zum sechsten Mal fuhr das Duo vom Team Scheid - Honert Motorsport mit dem Eifelblitz im Jahr 2016 auf dieser Position über die Ziellinie. Zurzeit positionieren sich Jäger und Adams mit diesen Platzierungen auf dem zweiten Rang im BMW-Cup sowie in der Meisterschaftstabelle.
Mit ihrem fünften Sieg in der Cayman GT4 Trophy bewahrte sich auch Marc Hennerici (Mayen) gemeinsam mit seinem Teamkollegen Moritz Oberheim (Schermbeck) die Chance auf die Vizemeisterschaft in der VLN-Gesamtwertung. In der Cayman GT4 Trophy stehen bei einem derzeitigen Vorsprung von 31 Punkten in der Tabelle die Aussichten für das Fahrerduo des Adenauer RTR Teams ebenfalls bestens. Auch hier könnte für die beiden bereits am 24. September eine Vorentscheidung fallen.
Die Positionen zwei von Michael Mönch (Adenau) in der Klasse V4 und Andreas Gülden (Reifferscheid) in der SP3T runden die Erfolgsbilanz der Lokalmatadore ab. BURG
Die Flotte der drei Porsche Cayman GT4 von raceunion Teichmann Racing beim Boxenstopp. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
Teamchef und Fahrer Klaus Abbelen gibt den Trainingsauftakt für Frikadelli BMW M6 GT3 frei.
