SV Rot Weiß Queckenberg
Punktgewinn bei der Rückkehr einer Legende
Rainer Münster feierte sein Comeback beim 1:1-Remis gegen den SV Vorgebirge II
Queckenberg. Der Kader des SV Rot Weiß Queckenberg konnte zum ersten Heimspiel der Rückrunde getrost als gerupftes Huhn bezeichnet werden. Aber die Leistung aller Queckies gegen den ambitionierten Tabellenvierten SV Vorgebirge II glich eher der eines wilden Raubtieres. Zu Spielbeginn trauten einige der seit Jahrzehnten zum „Mount Queck“ pilgernden Fans ihren Augen kaum: Mit Rainer Münster kehrte ein Queckenberger Urgestein nach 29 Jahren in der Fremde noch einmal zurück an seine erste Wirkungsstätte.
Hier erlernte der gebürtige Locher und spätere Regionalligaspieler das Fußball-ABC. Tausendsassa und Sportdirektor Jürgen Kurek fädelte mit diesem „Königstransfer“ sein absolutes Meisterstück ein. „De Männ“ organisierte seine Vorderleute hervorragend und wusste zudem mit Kolvenbach eine Festung im RWQ-Gehäuse. Spielerisch konnten die Gäste vor allem in der ersten halben Stunde gefallen und schnürten die Einheimischen teilweise in deren Sechzehner ein. Doch alle, die an diesem Sonntag ein rot-weißes Trikot übergezogen hatten, kämpften verbissen und stemmten sich mit aller Macht gegen den mit 76 Treffern besten Sturm der C1-Klasse. Nur selten gelang es den Queckies zu Beginn, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien. So war der Führungstreffer in der 28. Minute zwar verdient, jedoch aufgrund einer Torwartbehinderung im Fünfmeterraum nicht regelkonform. Leider war die Szene für den Unparteiischen nur schwer einsehbar, deshalb kein Vorwurf an den Referee.
Doch dieser Rückstand wirkte wie ein Weckruf für die Kurek-Elf. Fortan wurde gebissen, gekämpft und gegrätscht, auch bei jedem noch so aussichtslos scheinenden Zweikampf. Und tatsächlich kaufte RWQ mit dieser beherzten Spielweise dem Gegner mehr und mehr den Schneid ab. So ergaben sich noch vor der Pause gute Gelegenheiten, allerdings fehlten unter anderem Mundorf und Kurek das nötige Glück. In den zweiten 45 Minuten ergoss sich eine rot-weiße Sturmflut über den Favoriten. Emsig und unermüdlich kurbelte Uygur das Spiel an, bearbeiteten Mundorf, Rafinno und Geimer die Queckenberger Asche, nicht zu vergessen die tadellose, disziplinierte Spielweise aller Defensivakteure. Auch die beiden eingewechselten Breuer und Pesch waren sich für „Drecksarbeit“ nicht zu schade, gaben keinen Ball verloren. Und endlich, in der 78. Minute war es dann soweit; nachdem Geimer zuvor bereits zwei gute Möglichkeiten hatte liegen lassen, vollendete er einen weit geschlagenen Traumfreistoß von Uygur zum längst verdienten Ausgleich. Auch danach ruhten sich die Männer von der Madbach nicht auf ihren Lorbeeren aus. Jetzt hatten sie endgültig Blut geleckt und wollten den Favoriten ohne Punkte wieder nach Hause schicken. Jedoch blieb es trotz weiterer guter Einschussmöglichkeiten beim letztlich verdienten 1:1. Aus der kämpferisch absolut überzeugenden Mannschaft muss Manuel Nordt herausgehoben werden. Ohnehin stets ein Vorbild in Sachen Einstellung hatte der Defensivspezialist trotz einer Verletzung beim Aufwärmen durchgespielt. Nach dem Abpfiff humpelte er mit mehr Blut im Schuh vom Platz, als zum blamablen Rückrundenauftakt in Brenig durch die Adern aller Queckies geflossen war.
Wenn die Queckenberger die Leistung in den kommenden Begegnungen konstant abrufen können, darf sich der Neuling berechtigte Hoffnungen auf ein weiteres Jahr in der C-Klasse machen.
