Lokalsport | 14.09.2021

SV Rot-Weiß Queckenberg

Rambazamba, Krawall und Remmidemmi aufm Mount Queck

Derbyzeit - die Kurve steht bereit: We are red, we are white - we are Mount Queck dynamite.Quelle: SV Rot-Weiß Queckenberg

Queckenberg. Annakirmes in Düren 2021 – abgesagt! Pützchens Markt 2021 – abgesagt! Rheinbacher Herbstkirmes 2021 – abgesagt! Während derzeit so gut wie alles verboten oder abgesagt ist, was Spaß macht, gibt es eine Konstante, auf die stets Verlass ist: der SV Rot-Weiß Queckenberg zelebriert seine Fußballsaison weiterhin laut und geräuschvoll. Wenn zudem die Derbyglocken auf dem Mount Queck läuten und mit dem SC Rheinbach 1913 III eine Vertretung aus dem Städtchen anreist, dann braucht eigentlich niemand irgendein Volksfest – dann heißt es nicht Reise nach Jerusalem, sondern Pilgerfahrt an den Eichener Weg.

Oberster Fahrgeschäftsleiter „Schimmel“ Döring hatte mal wieder ein berauschendes Angebot an Zerstreuung und Nervenkitzel zusammengestellt. Declair, Klemm und A. Watty waren für die Abteilung Autoscooterattacke verantwortlich. Leifer, Schmitz und Wappenschmidt gefielen außerordentlich jeweils als Wilde Maus. Deuster, Cipera und Uygur luden ein ums andere Mal ihre Gegenspieler zu einer turbulenten Extrarunde Breakdance. Claßen bewies wieder seine Qualitäten als zuverlässiger jedoch stets machtloser Türsteher. Und mit Martin Ring wurde einmal mehr eine extrem giftig-bissige Königskobra als Hauptattraktion dargeboten. Zudem besaß Pokerface Döring mit Bures, Erol, Gümüs, Sommer und Jörger gleich fünf Asse im Ärmel, von denen er später genau zum richtigen Zeitpunkt die vier erstgenannten auch noch gewieft auszuspielen wusste! Wie es sich für ein rauschendes, zünftiges Spektakel gehört, zauberten Küchenfee Marzena und Chef de Cuisine Clemens gar liebliche Bratendüfte in die Madbacher Höhenluft und versorgten das Feiervolk mit köstlichen Speisen und reichlich Flüssignahrung. Als die Döring-Bures-Buben mit den Kontrahenten die Bretter, die die Fußballwelt bedeuten, betraten, wurden sie von dem zweiten Teil der Kerle von der Madbach würdig in Empfang genommen. Reichlich rot-weiße Dampfwolken nebelten von der Gegengerade empor. Hierfür zeichnete einmal mehr der gigantischste zwölfte Mann verantwortlich, den man sich vorstellen kann – die intergalaktische zweite Garde des RWQ! Besucher der sterilen, keimfreien und emotionsbefreiten Stadien in Leverkusen, Hoffenheim oder Leipzig können von einem solch herzlichen Empfang lediglich träumen.

Ach ja, es wurde auch Fußball… naja, weniger gespielt, mehr gekämpft, verbissen gefochten, teilweise auch über die Grenzen des erlaubten hinaus. Aber genau so muss ein Derby sein – hitzig, giftig schäumend und aufgeputscht. Die Städter nahmen den Kampf über die gesamte Spielzeit vorbildlich an und zeigten, dass auch sie auf Asche dagegen halten können. So boten die Akteure beider Sektionen ihren Fans eine 95-minütige muskelprotzige, machohafte Adrenalinspritze mit insgesamt achte Buden, welche am Ende in einem leistungsgerechten 4:4 gipfelten. Nach 16 Minuten schallte erstmals die Torhymne über den Mount Queck. Die Anfangsviertelstunde gehörte ganz klar den Gastgebern, und Ring schädelte eine Klemmsche Einwurfflanke wuchtig in die Maschen. Das weckte die Gäste wohl auf, die nun den Derbyfight mit allen Mitteln annahmen und zwischen der 20. und 27. Minute den Spielstand auf 1:2 stellten. Doch diese Führung währte nur kurz. Nach 1800 Spielsekunden legte Deuster ganz überlegt auf für Schmitz, und der schlenzte formvollendet zum Ausgleich. Und zehn Minuten wurde den Schaulustigen sogar pure Fußballkunst aus der Feinkostabteilung präsentiert. Uygur servierte einen 30-Meter-Pass tödlich in den Lauf von A. Watty; der rote Schlacks belohnte sich endlich für seine bisher starke Saison mit seinem ersten Treffer, gleichbedeutend mit dem 3:2. Leider konnte man sich im Döringschen Lager nur mäßig über diese Halbzeitführung freuen, denn kurz nach seinem Traumpass blieb Uygur ohne Fremdeinwirkung mit schmerzverzerrtem Gesicht im Derbystaub liegen, sodass nicht wenigen der zuschauenden Temperamentsbolzen die rot-weißen Blutkörperchen in den Kapillargefäßen gefroren.

Während der Fußballgott ins Sanatorium verlegt wurde und später von da leichte Entwarnung geben konnte, schaukelten sich beide Teams im zweiten Durchgang in regelrechte Kirmesekstase. Leider konnte der Schiedsrichter diesem Charakter nur bedingt gerecht werden und schien ein ums andere Mal überfordert mit der zwar ruppigen Gangart, die jedoch von beiden Seiten nie übertrieben wurde. Und trotzdem hatte man teilweise das Gefühl, dass sich der Mann in schwarz im Zweifelsfalle eher zugunsten der Gäste entschied. So fiel der abermalige Ausgleich durch einen mehr als zweifelhaften Handelfmeter, und auch die etwas einseitige Beurteilung des einen oder anderen Zweikampfes ließ die Queckies hörbar hadern mit dem Referee. Die dadurch aufkommende Unruhe nutzten die Gäste, die über ein quirliges, spielfreudiges Mittelfeld verfügten und drehten abermals den Spieß um (75.). Doch jedes Volksfest bietet zum Abschluss ein Feuerwerk, und das gab es dann auch auf der Fußballalm zu bestaunen. Acht Minuten vor Spielende schnippelte Bures ein Zuckerbällchen auf den eingewechselten Gümüs, und der Bosporus-Bomber lupfte die Kirsche aus ca. 20 Metern über den herausstürzenden SC-Keeper zum hochverdienten Ausgleich in die Maschen. War das Spiel teilweise extrem hitzig und mit mehr Rasse als Klasse geführt, so beruhigten sich unmittelbar nach Abpfiff die Gemüter recht schnell, während die Luft auch in den frühen Abendstunden noch testosterongeschwängert vor sich hin flimmerte. Der RWQ bleibt somit auch nach vier Spieltagen ungeschlagen und belegt mit sieben Punkten einen hervorragenden dritten Tabellenplatz.

Diesen gilt es am 19. September bei ISC AlHilal Bonn II zu verteidigen. Anstoß im Pennenfeld von Godesberg ist um 12.15 Uhr. Die zweite Garde genießt derweil noch ein spielfreies Wochenende.

Für den

SV Rot-Weiß Queckenberg

Daniel Kunze

Derbyzeit - die Kurve steht bereit: We are red, we are white - we are Mount Queck dynamite.Quelle: SV Rot-Weiß Queckenberg

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