Regionalliga Südwest - Saison 2019/20 - aktuell
Rot-Weiß verliert deutlich in Ulm
Felix Higl sorgt mit drei Treffern fast im Alleingang für deutliche Auswärtspleite
Ulm. Ein „absoluten Sahne Tag“ wäre erforderlich, um in Ulm zu bestehen. So waren die Worte vor der Begegnung der Rot-Weißen bei ihrem dritten Auswärtsspiel der Saisonsaison. Wahrscheinlich war es dann am Ende saure Sahne, die geboten wurde, denn Rot-Weiß kassierte mit 0:4 nicht nur die höchste Saisonniederlage, sondern auch die dritte Auswärtsniederlage in Folge. In der Tabelle rutschte das Team somit auf den vorletzten Tabellenplatz ab und hinkt dem Feld nun bereits nach einem guten Sechstel der Saison hinterher.
„Wenn es schlecht läuft, kassieren wir noch mehr Gegentore“, gab sich Cift nach Spielende ziemlich nüchtern in seiner Analyse. Wohl auch weil seine Mannschaft einen schwachen Auftritt hingelegt hatte und zu keiner Phase der Partie auf Augenhöhe agierte. Das Spiel selbst war eigentlich schon nach einer guten Viertelstunde entschieden. Felix Higl (12.) und Albano Gashi (17.) hatten hier jeweils einmal getroffen und somit die Spatzen eindeutig auf die Siegerstraße geführt. Als dann Higl mit seinem zweiten Treffer, unmittelbar vor der Pause, auf 3:0 erhöhte, war die Begegnung endgültig gelaufen. Bei allen drei Treffern leisteten die Gäste kräftig Unterstützung.
So schlief beim ersten Treffer wohl die gesamte Abwehr. Nach einem schnellen Einwurf stand Lennart Stoll unbedrängt fast auf der Torlinie, leitete von hier den Ball auf Marcel Schmidt, der das Spielgerät zu Higl passte. Dieser schob zur frühen Führung in den Kasten von Hrvoje Vincek ein. Fünf Minuten später war Vincek zumindest einmal am Ball als, nach einem groben Abwehrfehler von Thilo Krämer, Gashi versuchte zu erhöhen. Dies gelang dann aber erst im zweiten Versuch, nachdem der Schängel-Schlussmann den ersten Schuss nur abklatschen ließ.
Eine knappe halbe Stunde später war wieder Higl an der Reihe. Jetzt unterlief Vincek eine Flanke von Gashi und Higl nutzte dies zu seinem zweiten Treffer. Für Higl sollte dann auch noch ein weiteres Erfolgserlebnis dazukommen, denn der Ulmer Angreifer erzielte auch noch einen dritten Treffer. Auch hier machte Vincek nicht den sichersten Eindruck. Higl (64.) nutzte den Patzer erneut und traf zum 4:0 Endstand.
Trotz des klaren Sieges war am Ende SSV Trainer Holger Bachthaler nicht ganz zufrieden. „Mit der zweiten Halbzeit kann ich nicht ganz zufrieden sein. Hier haben wir nach dem 4:0 nicht mehr druckvoll genug agiert. Auf der anderen Seite war Rot-Weiß Coach Fatih Cift enttäuscht vom Auftritt seiner Mannschaft: „Wie haben Ulm durch individuelle Fehler stark gemacht. Klar war die Niederlage verdient. Aber sie war so auch dämlich“.
Rot-Weiß Koblenz: Vincek, Meinert (46. Mateus), Kraemer, Baltic, Arndt (79. Engel), Hillen, Miles, Weidenbach, Stojanovic, Masala, König (46. Hannappel).
Vorschau
Ein Punkt nach sechs Spieltagen. Vorausgesetzt die Partie gegen den 1.FC Saarbrücken geht verloren, dann ist dies die Bilanz der Rot-Weißen nach einem sechsten der Saison. Mit dem Nachwuchsteam des SC Freiburg kommt nun, zumindest tabellarisch ein Team, welches man durchaus schlagen könnte.
Bei einer neuerlichen Niederlage droht die Rote Laterne am Oberwerth. Die Gäste haben ansatzweise das gleiche Problem wie die Schängel. Bei den Breisgauern hapert es in der Offensive. Ganze vier Tore gelangen dem Team bisher, was die viertschlechteste Ausbeute der Liga darstellt. Unterboten wird dies nur von den Kellerkindern aus Gießen, Pirmasens und eben Rot-Weiß Koblenz. Defensiv dagegen gehört der Bundesliganachwuchs, mit nur sechs Gegentreffern, zu den besten Teams der Regionalliga.
TH
