Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - Saison 2019/20 - aktuell
Schängel blieben chancenlos
TuS unterlag im Pokal und in der Meisterschaft - 1:5-Pleite gegen den Dudenhofen
Koblenz. Die TuS am Scheideweg? Zumindest sportlich scheint dies aktuell zuzutreffend. Während in den letzten Wochen eigentlich immer mehr das nackte Überleben des Clubs das Vereinsleben bestimmte, scheint nun, da das Bestehen der TuS gesichert ist, sportlich einiges in Wanken zu geraten. Dabei ist nicht mal die zweite Pflichtspielniederlage in Folge, drei Tage zuvor unterlagen die Schängel im Pokalachtelfinale bei der SG Mülheim-Kärlich mit 1:3 im Elfmeterschießen, sondern das Zustandekommen der Pleite gegen den FV Dudenhofen ausschlaggebend.
1:5 hieß am Schluss und viele Anhänger schienen sogar froh zu sein, dass die Pleite nicht noch höher ausgefallen war. „Das hat richtig wehgetan heute“, war Coach Anel Dzaka bedient nach dem Auftritt seiner Elf. Allerdings nahm der Trainer seine Mannen auch gleichzeitig ein wenig in Schutz. „Die Jungs sind körperlich am Limit. Man merkt, dass wir einen sehr kleinen Kader haben“. Und dieser wurde nun sogar noch um einen weiteren Spieler dezimiert. Daniel von der Bracke verletzte sich bei seinem Abwehrversuch, um das 0:1 zu verhindern. Der Verdacht eines Bänderrisses macht hier die Runde. Für die Mannschaft ein Schock. Diese hatte nun nicht nur den Verlust eines gestandenen Abwehrspielers zu verkraften, sondern lag durch den Treffer von Paul Stock (13.) früh im Hintertreffen. Zwar versuchten die Schängel nun sofort zurückzuschlagen, doch sieben Minuten später führte der Südwestligist plötzlich sogar mit 2:0. Julian Scharfenberger hatte seinen ersten Treffer erzielt.
Diesem sollten in den folgenden siebzig Minuten noch drei weitere folgen. Dazwischen lag einzig der kurzfristige Anschlusstreffer von Adrian Knop. Der hatte, vier Minuten nach der Pause, nochmals kurzfristig für Hoffnung im Lager der TuS Anhänger gesorgt. Doch Scharfenberger erstickte diese Hoffnung bereits sechzig Sekunden später mit dem 3:1. Eine halbe Stunde später hatte er zwei weitere Torerfolge zu verbuchen und feierte einen lupenreinen Hattrick auf dem Koblenzer Oberwerth. Ein Kunststück was zuletzt einem Gästeakteur vor 26 Jahren gelang. Peter Ambos hatte am 5. Dezember 1992, beim 3:2-Erfolg des VfL Bad Ems, am Oberwerth dreimal ins Schwarze getroffen. Damals säumten übrigens 5.580 Zuschauer das Stadionrund. Am Samstag waren es gerade einmal 808 Sportfreunde.
„Historisch“, schwärmte Gästetrainer Christian Schultz nach der Partie. „Über dieses Spiel werden wir noch in vielen Jahren an den Stammtischen in Dudenhofen erzählen. Wir haben heute sensationell gespielt. Das kann man nicht besser machen“.
TuS Koblenz: Paucken, von der Bracke (15. Gietzen), Stahl, Softic, Schulte-Wissermann, Nonaka, Waldminghaus, Iatrou, Rieder (49. Fuß), Abdullei, Käfferbitz (46. Knop).
Vorschau
Mit einem Sieg gegen den TuS Mechtersheim will die TuS den noch frischen Negativtrend stoppen. Bisher hat die zweite Heimniederlage in Folge keine so großen Folgen für das Tabellenbild der TuS. Diese rutschte zwar in der Folge auf Platz vier ab, kann aber, einen Erfolg im Nachholspiel gegen Worms eingerechnet, weiterhin vorne mitmischen. Die Gäste haben bisher dagegen eine schwere Zeit hinter sich und konnten am letzten Sonntag, durch einen 3:2-Erfolg gegen Hassia Bingen, die Rote Laterne an ihre Gäste weiterreichen. In direkten Duellen standen sich die Teams erstmals in der letzten Saison gegenüber. 2:0 siegte die TuS vor gut einem Jahr. TH
