Lokalsport | 11.04.2018

SV Rot Weiß Queckenberg

Schwarze Magie am Mount Queck

Queckenberg. Als der SV Rot Weiß Queckenberg im Jahr 2011 seine Wiederauferstehung im Fußballkreis Bonn feierte, wurde der damalige B-Ligist FC Pech in einer sagenumwobenen Pokalschlacht mit 8:7 nach Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb gefegt. Seitdem gelang dem RWQ gegen den FC kein Dreier mehr, obwohl das Team danach in neun Partien nur noch gegen dessen Reserve antrat. Unrühmlicher Höhepunkt war die derbe 0:7 Auswärtsklatsche aus dem Hinspiel. Im zehnten Aufeinandertreffen sah es jedoch von Beginn an so aus, als ob die Bures-Buben die scheinbar unbezwingbaren Gegner endlich wieder einmal niederringen würden. Mit Debütant Cipera als zentralem Spielgestalter sowie Winterneuzugang Savas in der Startformation zauberte „Copperfield“ Bures zwei weitere Diamanten aus dem Ärmel, die er zuvor in zahllosen Übungseinheiten feingeschliffen hatte. Und die beiden Neuen zahlten das Vertrauen ihres Trainers in jeder Minute voll zurück, wie im Übrigen auch alle anderen Queckies. Vor den gut gefüllten Rängen überzeugten die rot-weißen mit einer grandiosen Ballbehandlung, mit viel Ruhe im Spielaufbau und teilweise noch viel mehr Gefühl im rechten oder linken Füßchen. So wurde immer wieder Tempo rausgenommen und über Libero Uygur der Weg nach vorn gesucht. Sowohl Rücker als auch Klemm ackerten als Sechser den frisch abgezogenen Tennenplatz um und schickten die Flügelflitzer Wappenschmidt und Keshikashvili auf Reisen. Nachdem bereits zwei dicke Dinger liegengelassen wurden, besorgten die Gäste die Führung für die Einheimischen, als ein FC-Abwehrbein einen wuchtigen Klemm-Einwurf in die eigenen Maschen abfälschte (26.). Auch danach wurde das rot-weiße Heil in der Flucht nach vorn gefunden. Schließlich angelte sich Cipera am Elfmeterpunkt einen Abpraller und schlenzte wunderschön in den rechten Winkel (35.). Nun war die Mannschaft darauf bedacht und eigentlich auch damit richtig beraten, das 2:0 souverän und hoch konzentriert bis zum Pausentee zu verwalten. Doch einmal gönnte das Team sich eine kleine Auszeit, und dies bestraften die Gäste eiskalt mit dem Anschlusstreffer (42.). Nach Wiederanpfiff agierten die Gastgeber zunächst nicht mehr so bissig und gallig, ließen dem Gegner mehr Raum und vernachlässigten das Angriffsspiel zusehends. Doch warum die Pecher innerhalb von acht Minuten das Match drehen und auf 2:4 stellen konnten, fragten diese sich selbst (49./51./57.). Zuweilen beschlich die RWQ-Fanseele gar das Gefühl, ein böser Fluch aus der Voreifel lag über beziehungsweise unter dem Mount Queck. Zwar wurde später auf Bodenproben verzichtet, doch ganz geheuer war keinem zumute, als zweimal tückische Aufsetzer den ansonsten prächtig aufgelegten Claßen vor schier unlösbare Probleme stellten. Nun brodelte es mächtig an der Madbach. Sekunde um Sekunde verstärkte sich der Eindruck, der Berg würde sich gleich öffnen und den FC Pech in seinen tiefroten Schlund ziehen. Ganz tief in die eigene Hälfte gepresst und kaum mehr in der Lage zu agieren, ergoss sich ein breiter, rot-weißer Feuerball in Richtung Gästetor. Nach einer Stunde stieg von Sturm aus dem Angriffsfeuer in die Lüfte empor und verwandelte eine Bures-Ecke mit dem Kopf zum Anschlusstreffer. Auch danach spritzte und loderte die Fußballflamme im FC-Strafraum. Die Zuschauer konnten das Knistern und Knacken hören, giftige Schwefelgase lagen in der flimmernden Luft. Und endlich, in der 70. Minute trotzte Klemm, einen gefühlten Meter in der Luft stehend, allen Erdanziehungskräften, um eine Cipera-Ecke in die Maschen zu hämmern. Und weiter, immer weiter wurde Öl in den Lavastrom gegossen. Sowohl Bures als auch Cipera, Uygur oder abermals Klemm hatten gar den Siegtreffer auf dem Schlappen oder Knie oder Oberschenkel oder Kopf. Am Ende blieb dann leider zu konstatieren: der FC Pech II bleibt der Angstgegner des RWQ. Als sich nach und nach der Rauch verzog und die Sicht wieder etwas klarer wurde, musste ein sichtlich entnervter Claßen getröstet werden. Doch sei an der Stelle gesagt, dass er viermal großartig und geistesgegenwärtig gegen einschussbereite Gästestürmer seinen Kasten sauber hielt. Mit dieser gewaltigen Kampfansage fährt die Truppe am Sonntag, 15. April nach Buschhoven, wo ab 11 Uhr mit Hertha III die nächste Aufgabe wartet.

Aufstellung: Claßen – von Sturm, Uygur, Breuer – Wappenschmidt, Klemm, Rücker, Savas, Cipera, Keshikashvili – Mücklich

Verstärkung: Bures, Kaya, Jentsch

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