LG Rhein-Wied
Sechs Top-Ten-Platzierungen bei Jugend-DM
Region. Auch wenn es im generalsanierten Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid nicht zu Medaillen reichte, zeigte der Nachwuchs der LG Rhein-Wied, dass er mit dem Besten, was Deutschlands U18- und U20-Leichtathletik zu bieten hat, mithalten kann. Bei den deutschen Meisterschaften in diesen Altersklassen kämpften sich unter anderem zwei Hürdenläuferinnen und eine Sprinterin bis ins Finale vor, insgesamt erreichte der Zusammenschluss vom Rhein sechs Top-Ten-Platzierungen. Rekorde und Bestleistungen erreichten Sprinter und Werfer in Eindhoven, Kortrijk und Niederselters.
Die beste Rhein-Wieder Position an den drei Wettkampftagen von Wattenscheid gehörte Celina Medinger. Mit einer Bestzeit von 13,86 Sekunden ins Ruhrgebiet gereist, verbesserte die U20-Hürdensprinterin diese im Vorlauf direkt auf 13,82 – die viertbeste Zeit im Feld und nur sieben Hundertstelsekunden über der Norm für die U20-Europameisterschaft. Nach 14,00 Sekunden im Halbfinale freute sich Medinger nach dem Endlauf über den guten sechsten Rang in 14,23 Sekunden. Mehr als nur eine Randnotiz: Mit den bisher gezeigten Saisonleistungen darf sie sich Hoffnungen auf eine Nominierung für den Nationalkader NK1 machen. Leonie Kupser überzeugte ebenfalls: Über 100 Meter ins Halbfinale vorgedrungen, setzte die U20-Läuferin auf der halben Stadionrunde noch einen drauf. Genauso wie Medinger mit einem Hausrekord gestartet (24,31 Sekunden), preschte sie bis ins Finale vor und wurde hier mit Einstellung ihrer Vorlaufzeit trotz Gegenwind (0,8 Meter pro Sekunden) Siebte. Auch Lotta Götz erreichte zum richtigen Zeitpunkt eine gute Verfassung. Im 400-Meter-Hürden-Halbfinale brachte sie ihre bislang schnellste Wettkampfzeit auf die Bahn (1:02,96 Minute), was ebenfalls fürs Finale reichte. Hier überquerte sie die Ziellinie nach 1:04,59 Minute als Achte.
Die Einzelergebnisse der Spezialistinnen für die kurzen Strecken spiegelten sich auch in der weiblichen U20-Staffel über 4x100 Meter wider. Die Einzelfinalisten Kupser und Medinger sowie LG-Neuling Isabella Chetik und die U18-Starterin Lina Schmidt verbesserten die Saisonbestzeit deutlich auf 47,28 Sekunden und wurden somit Siebte. Als einzige Rhein-Wieder Vertreterin im technischen Bereich hatte Amelie Schmitt sich für die U18-Kugelstoß-Konkurrenz qualifiziert. Ihre Weite von 12,55 Metern im ersten Durchgang hatten bis zum Ende Bestand und war gut für Position acht.
Stark zu bewerten war auch das Resultat der weiblichen U18-Staffel, die ohne Lina Schmidt, dafür aber mit Lotta Meuter, Michelle Kopietz, Johanna Karst und Lotta Götz bei 49,07 Sekunden landete. Bei den männlichen Sprintern endete das DM-Rennen ausgangs der zweiten Kurve. Nachdem Samuel Plenert Fabing, Maximilian Überhofen und Samuel Lehnart gelaufen waren, funktionierte die Stabübergabe auf Noah Seibel nicht. Während Daniel von der Heyden mit 11,08 Sekunden im 100-Meter-Vorlauf im Bereich seiner Bestzeit blieb, kamen Samuel Lehnart über 400 Meter Hürden (1:01,38 Minute), Lina Schmidt über 100 Meter Hürden (14,84 Sekunden) und Lena Eichhorn über 800 Meter (2:14,19 Minuten, Platz 10) dort nach gesundheitlichen Problemen im Saisonverlauf diesmal nicht heran. Auch Noah Seibel musste enttäuscht hinnehmen, dass er die Stabhochsprung-Einstiegshöhe von 4,00 Metern dreimal riss. Zweimal waren die Stäbe für ihn zu weich, einmal schlug der Stab die Latte herunter. Drin gewesen, wäre die Höhe allemal.
Rekorde und Bestleistungen für Sprinter und Werfer
Als neue Inhaberin des Rheinhessen-Rheinland-Rekordes der Jungseniorinnen W30 begab sich Jessica Roos auf den Heimweg aus Eindhoven. Mit 23,62 Sekunden über 200 Meter (2.) unterbot sie die bisherige Bestzeit in dieser Altersklasse, aufgestellt von der ehemaligen Weltmeisterin mit der 4x 100 Meter Staffel Marion Wagner. Direkt hinter Roos, die auch auf der 100-Meter-Strecke stark unterwegs war (Dritte in 11,63 Sekunden) schaffte es Maren Schumacher ebenfalls aufs Podium (24,35 Sekunden). Pascal Kirstges läuft in diesem Jahr konstant schnell wie selten zuvor. Er gewann die 100 Meter in 10,50 und wurde über 200 Meter Zweiter in 21,52 Sekunden. Daniel Roos konnte mit 10,98 Sekunden und Platz drei auf der kürzesten Distanz der Stadion-Leichtathletik ebenfalls zufrieden sein.
Im belgischen Kortrijk lief Finn Justus Dörrenberg die 400 Meter in 48,19 Sekunden und durfte sich über eine neue persönliche Bestleistung und die B-Norm für die DM in Dresden freuen. Für Viktoria Müller blieb die Uhr über 100-Meter-Hürden bei 13,95 Sekunden stehen. U18-Läuferin Jule Babel lief an gleicher Stelle die 200 Meter in Saisonbestzeit von 28,55 Sekunden.
Drei Klassensiege waren die Ausbeute für die Senioren der LG Rhein-Wied beim Werfertag in Niederselters, wo Markus Paquée mit starken 39,87 Metern den Diskuswurf für sich entschied (M50). In der gleichen Altersklasse schloss Sven Henniger im Kugelstoß mit genau 13,00 Metern (persönliche Bestleistung) als Bester ab und Peter Busch erreichte mit dem Hammer die Siegerweite von 33,28 Metern. Eine andere Seniorin meldete außer Wertung für die Hessenmeisterschaften in Hünfeld. Hier notierte Susanne Paprotta nach zwei Runden eine Zeit von 2:37,36 Minuten für sich. Sie war die Schnellste des Tages in ihrer Altersklasse.
