Sportschützen Odendorf 1897
Sehr gerne gesehene Gäste
Russische Nationalmannschaft bereitete sich vor für die Deaflympic
Rheinbach. Als die russische Nationalmannschaft der Gehörlosen 2011 sich zur Europameisterschaft in München bei den Sportschützen in Odendorf vorbereitete und sich verabschiedete sagten sie „doswidanija“. Niemand ahnte, dass so schnell ein Wiedersehen stattfindet.
Die russischen Schützen mit ihren Trainern waren von den Trainingsmöglichkeiten im Odendorfer Schützenhaus und vom Münstereifler Waldhotel, - die auch den täglichen Transfer vom Hotel zum Schützenhaus durchführten, so begeistert, dass sie ihren Schützenverband überzeugten, sich auch dieses Jahr in Odendorf auf die Deaflympics, - obwohl die in Bulgarien (Sofia) stattfindet -, vorzubereiten.
Die Deaflympics sind vergleichbar mit den Paralympics. Die Gehörlosen Sportler bezeichnen diese Veranstaltung als ihre „Olympiade“. Im Vergleich mit den Paralympics gibt es keine Einteilung in Schadensklassen, jedoch ein Hörverlust von 55dB auf dem besseren Ohr muss vorhanden sein. Durch die eigene Kommunikationsform der gehörlosen Schützen, die auf visueller Vermittlung und optischer Wahrnehmung beruht, ergeben sich beim sportlichen Schießen besondere Anforderungen. Ihnen fehlen akustische Informationen zu den visuellen Wahrnehmungen zur Einschätzung einer Situation.
Bereits 1924 fanden in Paris die ersten Weltspiele der Gehörlosen statt und wurden seitdem alle vier Jahre, - immer ein Jahr nach den Olympischen Spielen in verschiedenen Ländern ausgetragen. Damals in Paris starteten 148 Sportler und 2013 in Bulgarien Sofia werden etwa 5000 Sportler erwartet. Genauso wie bei den Olympischen Spielen findet vor der Eröffnung der Spiele ein Fackellauf statt, der in Paris beginnt, über die Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien bis zum Zielort Sofia (Bulgarien) führt, wo dann die olympische Flamme entzündet wird. Die russischen Gehörlosen trainierten in Odendorf vierzehn Tage lang mit großer Disziplin, vollem Einsatz und Begeisterung auf der hochmodernen Anlage der Sportschützen Odendorf. Faszinierend für Hörende, - man konnte beim Training beobachten, dass die Verständigung der Gehörlosen untereinander mit Hilfe der Gebärdensprache problemlos, lückenlos und fast ohne Zeitverlust stattfindet. Der Vereinsvorstand Volker Nehmke betreute die russische Nationalmannschaft die gesamten vierzehn Tage und sprach sich lobend über das Auftreten der Schützen aus. Stets diszipliniert, freundlich, nett, fröhlich und Kontakt suchend präsentierten sich diese Sportler. Auch ein ganztägiger Munitionstest in Bremervörde stand auf dem Programm.
Zum Abschied sprach sich der russische Trainer Sergey Krivtsov bei Volker Nehmke aus, mit einem kleinen Präsent und sagte „doswidanija“. Volker Nehmke konnte, - obwohl er in den vierzehn Tagen einige russische Wörter dazugelernt hat, nur auf deutsch antworten „hoffentlich und sehr gerne wieder“.
