SV Rot Weiß Queckenberg
Sieg vor den Augen einer Legende
Rheinbach. Als der SV Rot Weiß Queckenberg die Sportfreunde Ippendorf III zum vorletzten Heimspiel empfing, waren die Döring-Bures-Buben heiß wie Frittenfett. Schließlich hatte man nur eines im Sinn – Revanche für die bisher einzige Saisonniederlage.
Von Beginn an kannte die Spielidee nur eine Devise: mit geballter Offensivkraft das Tor der Gäste im Sturm erobern, um möglichst bald die Zeichen auf Sieg zu stellen. Auf außergewöhnliche und extrem beeindruckende Weise wurden innerhalb von 45 Sekunden die Weichen des Madbach-Express tatsächlich Richtung dreizehnter Heimsieg im dreizehnten Heimspiel gestellt. Zunächst pflasterte Savas, der kurdische Koloss vom Mount Queck, aus 20 Metern das Leder direkt unter das Gebälk (06.).
Keine Minute später setzte Ring den gegnerischen Torwart dermaßen unter Druck, dass dessen missglückter Befreiungsschlag vom Oberschenkel des Sturmtanks wie ein Bumerang in die Maschen fiel (07.). Danach eskalierte der Madbachbomber einmal mehr und machte bis zur zwanzigsten Minute seinen vierten Hattrick in dieser Spielzeit perfekt (15./20.). Dabei profitierte er jeweils von Bures‘ magischem Spielwitz und dessen verschmitzten Zauberpässen.
Erst jetzt schraubten die Queckies die Drehzahl spürbar herunter, und die Sportfreunde konnten etwas Luft holen und durchatmen. Dabei gelang es den mit dem wirklich allerletzten Aufgebot angereisten, jedoch zu jeder Sekunde absolut fairen Gästen tatsächlich, sich zwei- oder dreimal bis in den Sechzehner des RWQ hineinzuschummeln, bissen jedoch spätestens hier auf rot-weißes Vulkaneifelgranit in Form von Fußballgott Uygur oder dem Iceman zwischen den Pfosten, Claßen. Die Gastgeber ihrerseits schienen nun Kräfte sparen zu wollen für das große Spektakel am nächsten Spieltag in Niederbachem und gaben sich mit dem beruhigenden Vorsprung zur Halbzeit zufrieden.
Kurz nach Wideranpfiff ließ zunächst der quirlige Wappenschmidt mit einem gefühlvollen Lupfer aus 15 Metern die Fangemeinde hörbar mit der Zunge schnalzen (50.), nachdem Bures ganz elegant durchgesteckt hatte. Danach ließ der Spitzenreiter abermals die Fußballseele etwas baumeln ließ und gestattete sich die eine oder andere Blaupause. Jedoch waren die Queckies stets in der Lage, die Zügel sofort und rigoros wieder anzuziehen, sollte dies notwendig sein.
Als man sich neben dem Platz schon vermehrt um Currywurst und Pommes bzw. das zweite oder gar dritte Siegerbierchen kümmerte, schraubte Mr. Hatt-Ring seine Trefferausbeute nochmals auf spektakuläre Weise in die Höhe. Denn Bures‘ hohe Flanke von halbrechts schien schon ins Aus zu segeln, doch irgendwie gelang es Ring, sich im rückwärtsfallen dermaßen ungelenk zu winden und zu verbiegen, dass er fünf Minuten vor Ultimo mit Köpfchen das Leder noch zum schlussendlich verdienten 6:0 einnetzte.
Besonderes Trainerlob ernteten diesmal Klemm und Bures sowie der seit Wochen kolossal aufspielende Diyar Savas. Ganz nebenbei heimste sich Claßen sein viertes Spiel ohne Gegentreffer ein. Und das alles durfte die lebende RWQ-Legende Jochen Steidel live und direkt am Spielfeldrand miterleben!
Damit reisen die Döring-Bures-Buben mit vier Punkten Vorsprung zum Liga-Gipfel nach Niederbachem. Ab 11 Uhr kommt es an der Austraße zum Kampf der Titanen. Mal schauen, ob nach diesem Thriller Stephen King seine Bücher demnächst von einer Queckenberger Feder schreiben lässt. Aufstellung: Claßen – von Sturm, Uygur, Becker – Wappenschmidt, Savas, Klemm, Cipera, S. Bures, Erol – Ring. Verstärkung: Declair, A. Watty, Jörger.
