Fußball-Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell setzt in dieser Woche die Testspielreihe fort
So langsam beginnt der Feinschliff
Mendig. Vier Wochen intensiver Vorbereitung liegen hinter den abstiegsbedrohten Rheinlandliga-Fußballern der SG Eintracht Mendig/Bell, in den nächsten zwei Wochen beginnt der Feinschliff für die erste Meisterschaftspartie nach der langen Winterpause am Sonntag, 19. Februar, um 14.30 Uhr vor heimischem Publikum gegen den SV Morbach.
Im zweiten Testspiel nach der Winterpause mussten die Vulkanstädter am vergangenen Sonntag gegen Ata Sport Urmitz (Bezirksliga Mitte) auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße mit einem 3:3 (3:2) zufrieden sein. SG-Trainer Florian Stein wollte das Ergebnis allerdings nicht dramatisieren: „Es war ein typisches Vorbereitungsspiel. Wir kamen aus der vollen Belastung und haben 60 Minuten lang in der Offensive sehr gute Ansätze gezeigt. Ich persönlich habe aus der heutigen Partie wichtige Erkenntnisse gewinnen können.“
Die immerhin fast 100 Zuschauer trauten zunächst ihren Augen nicht: Die Gäste lagen nach knapp 20 Minuten durch Tore von Hüseyin Atlen und Spielertrainer Dzenis Ramovic mit 2:0 in Führung. „Da haben wir uns schon ein wenig doof angestellt“, räumte Stein ein. „Wir haben aber eine Reaktion gezeigt und wie schon in Hennef vorn die nötige Durchschlagskraft auf den Platz gebracht.“ Max Sauerborn sowie die beiden Neuzugänge Lars Bohm und Stephan Schikora machten bis zum Pausenpfiff des Mendiger Schiedsrichters Alexander Müller aus einem 0:2-Rückstand eine 3:2-Führung.
Im zweiten Abschnitt wechselte der SG-Übungsleiter viel durch. Bis auf Charles Butte (leichte Oberschenkelprobleme) und Pascal Gimnig (beruflich verhindert) kamen alle zur Verfügung stehenden Spieler des Kaders zum Einsatz. Kurz vor Schluss gelang den spielstarken Gästen durch Yannik Stutzke der insgesamt verdiente Ausgleich. „In unserer Defensive gab es noch das ein oder andere Abstimmungsproblem“, so Stein. „Das ist aber für den momentanen Stand der Vorbereitung völlig normal. Trotz der ausgesprochen schwierigen Umstände aufgrund der Wetterlage sind wir körperlich in einem guten Zustand. Meine Aufgabe ist es nun, bis zum Start nach der Winterpause gegen den SV Morbach eine Einheit aus dieser Mannschaft mit den vielen neuen Spielern zu formen. Und Spiele helfen da bekanntlich am meisten.“
Freundschaftsspiel gegen FC Cosmos Koblenz wurde abgesagt
Das sah am Donnerstag der vergangenen Woche der FC Cosmos Koblenz (Bezirksliga Mitte) etwas anders - und sagte das geplante Freundschaftsspiel bei der SG Eintracht Mendig/Bell kurzfristig ab, und das gerade mal drei Stunden vor dem Anpfiff. 24 Stunden zuvor waren die Koblenzer zur Partie gegen den TuS Mayen noch nach Alzheim angereist.
Die Absage brachte den Mendiger Trainer gehörig auf die Palme. „Ich hatte irgendwie schon ein komisches Gefühl. Die Art und Weise ist total unkollegial. Wenn früher abgesagt worden wäre, hätte ich noch reagieren können“, so Stein. „Wir wollten so langsam in einen Spielrhythmus kommen. Dann passt eine solche Absage erst recht nicht in den Kram.“
Die Verantwortlichen machten aus der Not allerdings eine Tugend und setzten ein Freundschaftsspiel über dreimal 30 Minuten an, an dem neben den Akteuren der ersten Mannschaft auch die Spieler der Reserve teilnahmen, für die eigentlich eine Laufeinheit auf dem Programm gestanden hätte.
Malte Wedemeyer ist in der ersten Meisterschafts- partie spielberechtigt
Eine frohe Kunde gab es dennoch für den Sportlichen Leiter Frank Schmitz: Die Eintracht hat sich mit der DJK Kruft/Kretz (Kreisliga A Rhein/Ahr) auf eine Ablösesumme für Malte Wedemeyer einigen können, der Stürmer ist also in der ersten Meisterschaftspartie nach der Winterpause gegen den SV Morbach spielberechtigt.
Allerdings hat die SG Eintracht Mendig/Bell bis zum Transferschluss am Dienstag, 31. Januar, keinen weiteren Torhüter mehr verpflichtet. Da sich der etatmäßige Schlussmann Jan Heinemann am Dienstag, 7. Februar, in Mayen einer Ellenbogenoperation unterziehen muss und vier bis sechs Wochen ausfallen wird, hatten die Verantwortlichen darüber nachgedacht, einen dritten Torwart unter Vertrag zu nehmen. „Es war nichts Passendes dabei“, erklärte der Sportliche Leiter Frank Schmitz. „Vielleicht haben wir auch nicht intensiv genug gesucht. Tim Schumacher hat uns beim Testspiel in Hennef ja durchaus überzeugen können.“ Beim Mittelrheinligisten hatte Schumacher, im Normalfall in der Kreisliga B Mayen bei der Reserve zwischen den Pfosten im Einsatz, den beruflich verhinderten Yannik Reinländer, die Nummer zwei hinter Jan Heinemann, ersetzen müssen.
Gegen Ata Sport Urmitz hütete Reinländer das Tor und musste gleich dreimal den Ball aus dem Netz holen. Das soll sich in der nächsten Begegnung am Mittwoch, 8. Februar, nicht wiederholen. Dann stellt sich die SG Weitefeld (Bezirksliga Ost) in Mendig vor. Diese Begegnung wird um 19.30 Uhr angepfiffen. Das Duell mit dem ambitionierten TuS Oberwinter (Bezirksliga Mitte) am Sonntag, 12. Februar, um 14 Uhr dürfte zu einem ersten Gradmesser werden. Eine Woche und eine halbe Stunde später beginnen dann für die abstiegsbedrohten Mendiger die Wochen der Wahrheit.
