Powerboat Racingteam Moselstern bei der WM in Berlin:
Spannung, heiße Zweikämpfe, Verletzung und ein Podiumsplatz
Berlin. Ein spektakuläres Weltmeisterschaftswochenende in Berlin (Grünau) liegt hinter uns. Zu der Weltmeisterschaft haben sich 25 Boote angemeldet - das war schon mal eine Hausnummer, wenn man diese Zahl mit der Deutschen Meisterschaft vergleicht, wo 16 Boote an den Start gehen. Daher läuft das Wochenende anders ab, für das Team eine neue Herausforderung. Es wurden drei Qualifikationsläufe durchgeführt anstatt einem Lauf. Bei dem ersten Qualifikationslauf kommen 15 Boote direkt in das Hauptrennen, die restlichen Boote (Platz 16-24) müssen ein Lucky Loser Rennen fahren, worüber sich der erste als 16. für das Hauptrennen qualifiziert. Danach kommt Qualifikation 2, wobei um einen besseren Startplatz gekämpft wird. Und zum guten Schluss der Qualifikation fahren die besten sechs noch einmal zwei schnelle Runden, um sich dort vielleicht noch nach vorne schieben zu können. Danach steht dann das Hauptrennen über 20 Runden an.
Samstags in der ersten Qualifikation hat sich Christian vor Beginn den Daumen angebrochen: Es wurde grün geschwenkt, als wir auf dem Weg zum Startsteg waren; die Haube war noch offen und er durfte nicht zum Schließen an den Steg kommen. Also versuchte er, die Haube während der Fahrt zu schließen. Dabei schlug die Haube durch den Fahrtwind nach hinten und riss den Daumen mit. Danach konnte Christian nur noch mit der linken Hand den Motor einstellen, was ein großes Handicap war, da wir nur Linkskurven auf der Strecke hatten. In Gruppe 1 der Qualifikation wurden wir achter. Danach kam Gruppe 2. Es war ein Zittern und Hoffen, dass wir nicht auf den 16. Platz rutschen und in den Hoffnungslauf gehen müssen. Doch dies blieb uns mit Platz 15 erspart. In Qualifikation 2 konnten wir uns auf Platz 10 verbessern. Somit stand fest, dass wir von Platz 10 in unseren ersten Weltmeisterschaftslauf gehen werden. Es war ein spannendes Rennen. Wir hatten harte Zweikämpfe mit dem Spanier, der vor uns lag. In Runde neun passierte es dann: Wir fuhren innen, der Spanier außen, er machte einen Fehler in der Kurve und fuhr quer vor uns. Wir konnten nicht mehr ausweichen und erwischten ihn voll am Motor. Unsere Spitze vorne links ging dabei zu Bruch und wir hatten einen Riss am Rumpf. Leider kamen wir nicht an ihm vorbei.
Rennabbruch in Runde dreizehn
In Runde 13 gab es einen größeren Unfall und das Rennen wurde abgebrochen. Wir lagen zu dem Zeitpunkt auf Platz 10 und waren drittbester von der Deutschen Meisterschaft. Es gab lange Diskussionen, ob das Rennen gewertet wird, oder nicht. Nach anderthalb Stunden entschied die Rennleitung, dass am nächsten Tag morgens ein Re-Start über sieben Runden gefahren wird.
Sonntags ging es dann direkt nach der Fahrerbesprechung an den Steg. Sieben Runden, in denen wir wieder alles hätten verlieren können. Doch in Kurve drei konnten wir an Patrick Wiese innen vorbei ziehen. Auch wenn es zwei härtere Kollisionen mit ihm gab, konnten wir uns durchsetzen. Somit lagen wir am Ende des Rennens auf WM Platz 9 und in der Deutschen Meisterschaft auf Platz 2.
Das Boot hatte schwer gelitten. Beim rauskranen sahen wir, dass wir an der rechten Seite einen 30 cm langen Riss hatten und Wasser hinein laufen konnte. Unsere Mechaniker begannen sofort die Schäden zu reparieren. Dennoch mussten wir das Training ausfallen lassen, da die Schmerzen im angebrochenen Daumen zu groß waren.
In der Qualifikation haben wir Platz 14 geholt und konnten uns leider nicht weiter nach vorne verbessern. Doch im Rennen kamen wir, auf Platz 10 liegend, gut aus der ersten Kurve heraus. In Kurve zwei überschlug sich direkt vor uns ein Konkurrent (der Spanier, mit dem wir am Vortag so hart zu kämpfen hatten), doch wir konnten zum Glück gerade noch so ausweichen. Unter Gelbphase ging das Rennen weiter. Die Spannung war sehr groß, da man nicht genau wusste, wann die Strecke wieder frei gegeben würde. Leider wurde die Strecke genau in einer Kurve freigegeben, und wir konnten uns nicht noch weiter nach vorne arbeiten.
Es gab noch heiße Zweikämpfe mit einem Fahrer aus Monaco, der sich nach drei langen Runden Kampf an uns vorbei schob . Doch das Glück war auf unserer Seite. Eine Runde später hatte der Monegasse Motorprobleme, und wir eroberten uns Platz 9 zurück. Es waren noch vier Runden zu fahren, in der wir unseren 9. Platz in einem weiteren Zweikampf mit Uwe Brettschneider (Berlin) verteidigen konnten.
Am Ende des Wochenendes stehen zwei neunte Plätze in der WM auf dem Konto und in der Deutschen Meisterschaft unser erster Podiumsplatz in der ADAC Masters mit Platz 2 und einem guten 5. Platz. Man muss aber auch sagen, dass es das stärkste Starterfeld seit Langem in dieser Klasse war. Ein riesiges Lob und Dank an das gesamte Team, das weltmeisterlich zusammen gearbeitet hat.
Jetzt steht das nächste Rennen in Rendsburg auf dem Plan. Das Boot wird wieder auf Topzustand gebracht, und der Daumen bekommt eine Schiene, damit wir wieder im Rennen perfekt den Motor einstellen können. Weitere Infos unter www.moselstern- racing.de
