Luftsportvereine Bad-Neuenahr-Ahrweiler und Mönchsheide Bad Breisig-Andernach sowie Segelfluggruppe Wershofen
Trotz Affenhitze ging es ganz schön rund
Bad Breisig. Auch die Segelflieger aus dem Ahrkreis machen Urlaub: Südfrankreich und Spanien locken mit täglich zuverlässiger Thermik und südländischem Flair. So lichten sich auch gerade wieder die Reihen der in Deutschland verbliebenen Wettbewerbspiloten und damit die Anzahl der Wertungsflüge für die Landes- und Quali-Liga, denn die müssen in Deutschland beziehungsweise am heimatlichen Flugplatz gestartet werden. Aus diesem Grund, aber auch wegen der extremen Hitze am vergangenen Wochenende konnte der Luftsportverein Mönchsheide Bad Breisig-Andernach (LVM) keine Wettbewerbsflüge für die Segelflug-Liga melden. Dadurch rangiert der LVM auf Platz 81 der Quali-Liga und auf Platz zehn im Land.
Segelfliegerisch ging es auf der Mönchsheide am vergangenen Freitag, trotz Affenhitze, ganz schön rund. Bernd Fischer, Pressesprecher des LVM, organisierte einen Segelflugbetrieb für 24 Schüler und Schülerinnen der zehnten Klasse des ARE-Gymnasiums Bad Neuenahr. Ein Riesenspaß für alle Beteiligten und der Königsweg zur Nachwuchsgewinnung - die jüngste Bad Neuenahrer Taktik bei der Jugendarbeit macht anscheinend Schule.
Vorbei an den Maaren
Für die Segelfluggruppe Wershofen (SFG) punktete Norbert Peter mit seinem Segler vom Typ Cirrus. Von Wershofen segelte er nach Süden über die Schönecker Schweiz, drehte nach Osten an den Dauner Maaren vorbei bis nach Ulmen und kehrte dann nach Wershofen zurück. Unterwegs trugen starke Aufwinde den Segler bis in 2750 Meter Höhe. Da die Temperatur um ein Grad pro 100 Höhenmeter abnimmt, dürften es da oben schon etwas frisch gewesen sein. Eine willkommene Abkühlung für jemanden, der vorher bei über 30 Grad Celsius unter der großen Plexiglashaube des Cockpits schwitzend um jeden Höhenmeter kämpfen musste. Sein Ergebnis: 49 Kilometer pro Stunde für die Speedwertung über zweieinhalb Stunden. Herbert Nett von der SFG flog auf dem Schuldoppelsitzer ASK 21 des Vereins zwischen Berndorf, Mayen und Wershofen. Dabei erklomm er 2500 luftig-kühle Höhenmeter und erflog 46 Kilometer pro Stunde. Die SFG steht auf Tabellenposition 192 von 465 Vereinen der Quali-Liga und nimmt Rang zwölf in Rheinland-Pfalz ein.
Richtige Voraussage
Jürgen Koch mit seinem Segelflugzeug HPH Shark und Peter Metzen auf seinem Ventus 2CT vom Luftsportverein Bad Neuenahr-Ahrweiler flogen genau so, wie es Haus- und Hofmeteorologe Bernd Fischer vorausgesagt hatte: Nach einem schwierigen Beginn in heißer Luft war mit Erreichen der Tageshöchsttemperatur die aufgeheizte Luft nicht mehr zu halten. Aufwinde bis 3000 Meter Höhe und noch höhere Cumuluswolken zeichneten für die beiden den Flugweg an den Himmel. Von Bad Neuenahr ging es zur Ourschleife/Falkenstein an der luxemburgischen Grenze, dann in Windeseile nach Osten bis kurz vor Bingen am Rhein und zurück nach Bad Neuenahr: 105 Kilometer pro Stunde für Jürgen Koch und 100 Kilometer pro Stunde für Peter Metzen. Allerdings gab es, wie bei der SFG, auch beim LSV keinen dritten Wertungsflug. In der Landesliga führt der LSV auch noch nach Runde zwölf. Die Tabelle der bundesweiten Quali-Liga notiert den LSV sieben Runden vor Saisonende auf Rang zehn. Die ersten sieben Vereine dieser Liga steigen in die zweite Segelflug-Bundesliga auf. Der LSV ist durchaus noch in Schlagweite.
Der Sport-Leistungskurs des ARE-Gymnasiums vor dem Duo Discus T des LV Mönchsheide.Foto: Bernd Fischer
