Fußball-Regionalliga Südwest
TuS Koblenz gewinnt das Derby in Trier
Michael Stahl, Nico Charrier und Dejan Bozic treffen an der Mosel
Trier. Fußballfans sind sonderbare Genossen. Der Optimist findet in der Regel vor jeder Partie immer eine Zahlenspielerei, warum seine Mannschaft, und nur seine Mannschaft, diese Begegnung gewinnen wird. So auch vor der Partie der TuS bei Eintracht Trier. Der Joker der TuS hieß diesmal Michael Stahl. Immer, wenn „Stahli“ bei einem Punktspiel im Moselstadion in der Startelf stand, gab es keinen Gegentreffer und somit zumindest einen Punkt. Sollte „Stahli“ darüber hinaus auch noch treffen, dann waren die drei Punkte sicher. So auch diesmal.
Die TuS siegte vor 4702 Zuschauern gegen die Eintracht mit 3:0 und sicherte sich im Rheinlandderby drei weitere Punkte. „Wir haben heute ein tolles Spiel gesehen mit tollen Rahmenbedingungen“, freute sich TuS-Trainer Petrik Sander über den starken Auftritt seiner Mannschaft und den achten Auswärtspunkt in der noch jungen Saison.
Die TuS begann überraschend offensiv und drängte die Gastgeber sofort in die eigene Hälfte. Rund sechs Minuten dauerte das an.
Und die Belohnung folgte auf dem Fuß beziehungsweise auf dem Kopf. Nach einem Eckball war Michael Stahl per Kopf zu Stelle und markierte den frühen Führungstreffer. Und die Schängel setzten nach. So war es nach gut zehn Minuten Julian Grupp, der sich auf der rechten Seite im Laufduell mit seinem Gegenspieler durchsetzte, aber den Abschluss ein wenig zu hoch ansetzte.
Eine Zwei-Tore-Führung wäre zu diesem Zeitpunkt hochverdient gewesen, denn die Gastgeber ließen eigentlich alle Tugenden einer Mannschaft vermissen. Das änderte sich nach dieser starken Anfangsphase ein wenig. Trier fand langsam besser ins Spiel und schaffte es, die Partie mehr ins Mittelfeld zu verlagern. Ab und an kamen die Hausherren sogar in Tornähe. So nach knapp 25 Minuten, als die Anhänger nach einem angeblichen Foulspiel sogar vehement Strafstoß forderten. Doch der gute Schiedsrichter Tobias Doring ließ weiterspielen.
Und es sollte noch dicker kommen für die Moselkicker. Innerhalb von 120 Sekunden musste Peter Rubeck zweimal verletzungsbedingt wechseln und brachte für die beiden Routiniers Michael Dingels und Chris Keilmann neue Kräfte. So blieb es bis zur Pause bei der weiterhin knappen, aber verdienten Führung für die Sander-Schützlinge.
„Wenn wir die Anfangsphase jetzt überstehen, könnte es für uns reichen“, frohlockte Ed Casel zur Pause auf der Bank. Doch dazu kam es zunächst gar nicht, denn die TuS übernahm wieder das Zepter auf dem Platz. Erst nach knapp fünf Minuten schien auch die Eintracht wieder auf dem Platz zu sein. Allerdings endeten die Angriffsversuche meist an der Strafraumgrenze. So gab es innerhalb von fünf Minuten drei Eckbälle für die Hausherren, aber das war dann auch das einzige Zählbare in dieser Spielphase.
Kurz darauf bekamen die Schängel die Partie wieder in den Griff. Und sie zeigten den Gastgebern, wie es mit ganz einfachen Mitteln geht. Fünfter Eckball von Andreas Glockner von der linken Seite, Stahl lässt den Ball passieren, Nico Charrier vollendet unbedrängt zum 2:0 (59.). Kurze Zeit später musste der Torschütze angeschlagen vom Platz. Dem Spiel der TuS tat dies keinen Abbruch. Die Schängel kontrollierten die Partie, schaukelten das Spiel locker nach Hause und konnten dank Dejan Bozic zwei Minuten nach seiner Einwechselung sogar noch den dritten Treffer nachlegen.
„Für uns gibt es einiges aufzuarbeiten“, war Peter Rubeck frustriert aufgrund des Auftritts seiner Mannschaft. „Der frühe Rückstand hat uns verunsichert. Spätestens nach dem 0:2 war die Begegnung durch.“
Eintracht Trier: Keilmann (44. Popescu), Schneider, Szimayer (74. Maurer), Anton, Alawie, Lienhard, Telch, Dingels (42. Gladrow), Henneboele, Heinz, Riedel.
TuS Koblenz: Patzler, Buchner, Glockner, Stahl, Charrier (68. Bozic), Lahn (73. von der Bracke), Grupp, Marx, Stark, Antonaci, Schmidt (84. Jusufi).
TH
