100 Meilen im Elsass: Frank Hardt trotzt Höhenmetern und Müdigkeit
Ultra-Trail durch Burgen, Weinberge und Geschichte
Urbar. Im Rahmen der UTMB-Serie fand am dritten Maiwochenende der „Ultra-Trail des Chevaliers“ statt. Austragungsort war das Elsass auf französischer Rheinseite. Die noch junge Veranstaltung, die erst zum dritten Mal durchgeführt wurde, erstreckt sich über beide Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin. Die Strecke führt vorbei an bekannten Burgen und verbindet sportliche Herausforderung mit eindrucksvollen Landschaften und mittelalterlicher Geschichte.
Für den TV Urbar ging Frank Hardt an den Start, der sich der 100-Meilen-Distanz stellte. Der Startschuss fiel am Freitag, dem 16. Mai 2025, pünktlich um 19:00 Uhr am Stadttor von Turckheim in der Nähe von Colmar. Zwei Reiter in historischer Kleidung führten die Teilnehmenden durch das Stadtzentrum hinaus auf die Strecke. Diese führte zunächst über Kayserberg und Aubure bis zur Burg Hout Koenigsbourg – ein erstes Etappenziel, nach dem bereits rund 60 Kilometer absolviert waren.
Die Strecke verlief über zahlreiche Anstiege durch Weinberge und elsässische Dörfer. Zwischen Châtenois und Barr zeigte sich die Region in ihrer charakteristischen Vielfalt. Nach einer kurzen Pause in Barr begann für Frank der Aufstieg mit 700 Höhenmetern zum Mont Sainte-Odile. Dieser Ort, benannt nach der heiligen Odilia, Schutzpatronin des Elsass, ist bekannt für sein Kloster aus dem 7. Jahrhundert. Nahezu zeitgleich startete in Barr auch das 35-Kilometer-Rennen. Entlang der Strecke versammelten sich Fans und Angehörige, die an mehreren Punkten Unterstützung boten. Für Frank, der zwischen Kilometer 108 und 116 unterwegs war, war dies eine willkommene Motivation, um das Gipfelplateau zu erreichen. Die Aussicht dort blieb allerdings nur ein kurzer Moment, denn etwa 40 Kilometer mit weiteren 2.000 Höhenmetern lagen noch vor ihm. Mit Einbruch der Dunkelheit begann der letzte große Anstieg von Klingenthal zum Heidenkopf. Die verbleibenden 17 Kilometer wollte Frank zügig hinter sich bringen, denn Erschöpfung und Müdigkeit machten sich in der zweiten Nacht deutlich bemerkbar. Nach einem letzten kurzen Halt in Rosheim folgte ein Anstieg, bevor sich das Ziel in Obernai zeigte. Dort führte ein steiler Downhill zur alten Stadtmauer, wo das Ziel lag.
Die Laufuhr verzeichnete am Ende eine Strecke von 159 Kilometern mit rund 6.500 Höhenmetern. Frank Hardt erreichte das Ziel nach 32 Stunden und 20 Minuten und belegte damit den 19. Platz in seiner Altersklasse.BA
