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Fußball-Rheinlandpokal, dritte Runde

Umstrittene Rote Karte für Florian Schlich bringt die Gäste auf die Siegerstraße

SG Eintracht Mendig/Bell - TuS Koblenz 0:4 nach Verlängerung

21.09.2019 - 10:19

Mendig. Der Favorit wankte, aber er fiel nicht: Trotz einer über weite Strecken starken Leistung unterlag Rheinlandligist SG Eintracht Mendig/Bell in der dritten Runde des Fußball-Rheinlandpokals dem favorisierten Oberligisten TuS Koblenz mit 0:4 nach Verlängerung. 85 Minuten lang verlief die Partie vor 1005 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße auf Augenhöhe. Erst nach einer äußerst umstrittenen Roten Karte gegen SG-Kapitän Florian Schlich vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nahm die Begegnung den erwarteten Verlauf. Die Gäste rissen das Ruder an sich und gewannen letztendlich verdient, wenn auch um zwei Tore zu hoch.

Schiedsrichter Mario Schmidt aus Gerolstein wertete ein Foul des Mendiger Innenverteidigers am eingewechselten Adrian Knop in dieser besagten Szene als Notbremse, obwohl „sicherlich noch zwei Abwehrspieler hinter mir waren“, versicherte Schlich. Einer davon war der Spielertrainer höchstpersönlich. „Ich hätte auf jeden Fall eingreifen können“, erklärte Augenzeuge Kodai Stalph später in der Pressekonferenz. „Es war wenn überhaupt ein taktisches Foul.“ Ein Urteil, das TuS-Trainer Anel Dzaka unterstrich: „Das war schon eine sehr harte Entscheidung. Der Unparteiische hat aber keinen einfachen Job. Er macht Fehler, wir machen Fehler. Wir sind geduldig geblieben, weil wir wussten, dass wir hinten raus fitter sind. Der Platzverweis hat uns natürlich noch mehr in die Karten gespielt.“

Die Anfangsphase gehörte den Gästen. SG-Schlussmann Robin Rohr, der den Vorzug vor „Pokal-Torhüter“ Jan Heinemann erhalten hatte, reagierte bei einem Schrägschuss des Koblenzers Amodou Abdullei nach exakt zehn Minuten großartig. Die TuS presste früh und setzte den Gegner schon beim Spielaufbau unter Druck. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnte der Außenseiter die Partie ausgeglichen gestalten, nennenswerte Möglichkeiten gab es bis zur Pause auf beiden Seiten allerdings nicht mehr. „Wir wollten von Anfang an mutig sein, wurden aber in der ersten Viertelstunde von der Intensität und Geschwindigkeit des Gegners überrascht“, räumte Stalph ein. „Danach waren wir hervorragend organisiert und haben uns sehr gut verkauft.“

Nach Wiederanpfiff setzte sich der Abnutzungskampf weiter fort, die SG war sogar ein Stück weit spielerisch die bessere Mannschaft. „Während unserer Druckphase in der zweiten Halbzeit hat uns im letzten Drittel vielleicht die nötige Durchschlagskraft gefehlt“, gab Stalph zu. Marcel Berg, der bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 79. Minute von seinem Koblenzer Gegenspieler Almir Softic mit allen erlaubten (und ein paar unerlaubten) Mitteln bekämpft worden war, brachte es auf den Punkt: „Wir sind gerade über die rechte Seite zwei- oder dreimal bis an die Grundlinie gekommen, haben dann in der Box aber keinen Abnehmer gefunden oder waren vor dem Tor in Unterzahl. Wir können erhobenen Hauptes den Platz verlassen, wir nehmen die Niederlage so hin.“

In der Schlussphase setzte sich die physische Überlegenheit des Oberligisten mehr und mehr durch. Ein Kopfball von Knop strich aus kurzer Distanz knapp über das Tor (75.), elf Minuten später war der quirlige Stürmer an der spielentscheidenden Szene beteiligt, als er Schlich die Rote Karte verkaufte. SG-Torhüter Rohr rettete sein Team zumindest noch in die Verlängerung, als er einen Schuss von Eldin Hadzic entschärfte (90. + 4).

In der 96. Minute zeigte Schiedsrichter Schmidt auf den Elfmeterpunkt, nachdem Takahiro Hidaka ein klares Foul an Marc Richter begangen hatte. Mustafa Madanoglu war zuvor ein krasser Fehlpass unterlaufen. TuS-Kapitän Michael Stahl verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur 1:0-Führung, die Messe war gelesen. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Gegen entkräftete und demoralisierte Mendiger schraubten Knop (107.), der ebenfalls eingewechselte Leutrim Kabashi (112.) und wiederum Knop (120.) das Ergebnis in die (unverdiente) Höhe.

85 Minuten lang hatten die Zuschauer an der Brauerstraße einen echten Pokalkampf verfolgen können. Die Koblenzer Anhänger durften erleichtert zurück ans Deutsche Eck, ihr Verein ist weiterhin im Lostopf. Und auch diejenigen Besucher, die es mit den Mendigern hielten, konnten zufrieden den Nachhauseweg antreten.

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Takahiro Hidaka, Florian Schlich, Florian Wirths (91. Alexander Huber), Björn Gilles, Kodai Stalph, Manuel Oster, Mustafa Madanoglu (99. Magomed Ibragimov), John Rausch (90. + 2 Milan Rawert), Lars Bohm, Marcel Berg (79. Niklas Heinemann).

TuS Koblenz: Dieter Paucken, Daniel von der Bracke, Michael Stahl, Admir Softic, Leon Gietzen, Nozomu Nonaka (85. Marc Richter), Leon Waldminghaus, Dominic Fuß (46. Leutrim Kabashi), Eldin Hadzic (111. Tobias Jost), Felix Käfferbitz (62. Adrian Knop), Amodou Abdullai.

Schiedsrichter: Mario Schmidt (Gerolstein).

Zuschauer: 1005.

Tore: 0:1 Michael Stahl (96., Foulelfmeter), 0:2 Adrian Knop (107.), 0:3 Leutrim Kabashi (112.), 0:4 Adrian Knop (120.).

Besonderheit: Rote Karte gegen Florian Schlich (86., SG Eintracht Mendig/Bell) wegen einer Notbremse.

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Kommentare
juergen mueller:
Die SPD ist weder sozial noch bunt. Das letzte Aufbäumen einer Partei, der schon lange nichts mehr einfällt, ausser REDEN. Die deutsche Politik allgemein ist letzten Endes gar nicht bereit, um Besserungen zu bewirken - macht was sie will, verpulvert Millionen an Steuergelder - der Dumme ist der Steuerzahler - drückt sich vor ihren Aufgaben, legt ein Showgehabe an den Tag und zwar kommunal, landes- wie vor allem bundesweit, dass es einen nur noch ankotzt. Wie TV-Philosoph Precht mit Recht sagt:"Wir leben in einer (kranken) Gesellschaft, in der die Eliten das untere Drittel aufgegeben haben". Die Zahl der Menschen, die Gefahr laufen, da weiter herunterzurutschen, ist enorm - Dank einer Politikerkaste, die in erster Linie nur an sich denkt - baut sie Scheiße, wird ohne Konsequenz zurückgetreten.
K. Schmidt:
Das Schlimme ist ja eigentlich, dass es vermutlich wirklich eine nennenswerte Zahl von Leuten gibt, die glauben, mit bunten Lichtern in der Hand tatsächlich etwas bewirken zu können. Man könnte genauso gut Aktionen erfinden wie z.B. "Käsebrot für den Weltfrieden", und jeder der morgens ein Käsebrot frühstückt kann sich als Hüter des Weltfriedens feiern. Das ist der Welt und den Kriegstreibern zwar egal, aber fürs eigene Gemüt hat man was tolles auf die Beine gestellt. So wird auch dieser bunte Laternenumzug. Stupide Symbolpolitik, von Menschen die außer solchen Symbolen ansonsten wenig bewirken, gegen Menschen denen die Symbolik am Allerwertesten vorbeigehen wird. So wird die AfD nicht geschwächt, die SPD nicht wieder erstärken, und die Welt nicht verändert.
Stefan Knoll:
Man muß kein Fan der SPD sein, um diesen absolut notwendigen Widerstand gegen die AfD zu unterstützen. Gerade bei der AfD Rheinland-Pfalz potenziert sich stark rechtes Gedankengut und politische Unfähigkeit zur einer höchst gefährlichen Mischung. Genannt seien hier nur die Namen des rheinland-pfälzischen AfD-Landesvorsitzenden Uwe Junge und Justin Cedric Salka, dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden der AfD Westerwald, die beide im Verfassungsschutzbericht zur AfD erwähnt werden.
Juri Kanzow:
Sie war, trotz anderem Bemühen, nicht echt. Die Gossensprache der Frau Nahles kam unwirklich und gekünstelt herüber - und genau das ist eben nicht das Kennzeichen der echten Gossensprache. Die Frau wollte sich mit der Gossensprache bei den Kleinen Leuten anbiedern. Die aber durchschauten, dass da ein Emporkömmling es in die abgehobene Paukerkommune namens SPD-Führung geschafft hatte und in Wirklichkeit von oben herunter abwimmelte und vernebelte. Den katastrophalen Druck, den die unkontrollierte Einwanderung auf die Kleinen Leute ausübte (ihre bezahlbaren Wohnungen fast weg, ungekannter Konkurrenzkampf um schlecht bezahlte Arbeitsplätze trotz Mindestlohn, Sozialleistungen fast pari für deutsche Malocher und entlegene Einwanderer usw.) hat Frau Nahles konsequent in die rechte Ecke verschoben und das SPD-Desaster damit katalysiert. Der Absturz ins Bodenlose geht für die Partei so lange weiter, wie die genannten Themen auf dem Verbots-Index der Partei stehen.
Wally Karl:
Gott sei Dank!
Horst Daleki :
Ich kenne seit ihrem 17 Lebensjahr sie hat am Ende richtig gemacht leider hat sie meine Wahrung vor den Schmarotzer und Schleimer nicht wahrgenommen.
Uwe Klasen:
In einem Dokument auf der Webseite von AI zeigt diese NGO, dass Objektivität, Wahrheit und Wissenschaftlichkeit für sie keine Rolle spielen, wenn es um Israel geht. Damit ist AI als sogenannte "Menschenrechtsgruppe" gut Aufgehoben unter den Antisemiten dieser Welt!
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