Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - Saison 2017/18
Unglückliche Niederlage
Führung am Wasserturm reichte nicht für den ersten Punktgewinn im Jahr 2018
Engers. Es war das dritte Treffen der beiden Kontrahenten in dieser Saison. Zweimal hatte Rot-Weiß Koblenz die Nase vorne. Am Samstag änderte sich dies, denn erstmals gewann der FV Engers und holte sich drei wichtige Punkte für den frühzeitigen Klassenerhalt. Für Gästetrainer Fatih Cift war dieses Ergebnis eine Enttäuschung. „Wir waren die bessere Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz und auch die höhere Anzahl an Möglichkeiten. Doch leider haben wir diese nicht in Tore ummünzen können“. Dem widersprach Sascha Watzlawik nicht unbedingt in seinem Fazit: „Wir haben unsere Tore genau in den Spielphasen erzielt, als RW am Drücker war“, gab der Coach zufrieden zu Protokoll. Nur in einem Punkt hatten die beiden unterschiedliche Sichtweisen. Während Watzlawik natürlich die Schiedsrichterentscheidung zum 1:1 nicht anzweifelte, war für Cift dieser Treffer fast schon spielentscheidend. „Marcus hat mir zugesichert, dass der Ball nicht im vollen Umfang hinter der Linie war. Und wenn dieses Tor nicht fällt, gehen wir mit einer Führung in die Pause“, ärgerte sich der Coach über die Anerkennung dieses Tores, aber eben auch über das Abwehrverhalten seiner Mannschaft in dieser Spielsituation. Dabei war Rot-Weiß in dieser Partie auf einem guten Weg und hatte bis zum 1:1 Engerser Angriff fast überhaupt nicht zugelassen und die Partie in der ersten halben Stunde fast komplett bestimmt. Das Team vom Oberwerth beherrschte das Spielgeschehen am Wasserturm, zeigte ein gepflegtes Aufbauspiel und kam eben so früh zum Führungstreffer. Armin Jusufi nutzte bereits nach sechs Minuten einen Foulelfmeter zum 1:0. Alexej Eberhardt hatte Henrik Hillen gefoult und Schiedsrichter Ingo Kreutz entschied sofort auf Strafstoß. „Das Tor hat uns total aus dem Tritt gebracht, aber die Mannschaft hat sich in das Spiel zurückgekämpft“, gestand Watzlawik nach Spielende ein. Aber der FV Engers überstand die erste Drangperiode unbeschadet. Vielleicht aber auch weil sie nach 35 Minuten zum Ausgleich kamen. Nach einem Eckball von Manoel Splettstößer drückte Marian Kneuper den Ball per Kopf am Rot-Weiß-Torwart Tobias Oost vorbei. Sehr zum Ärger der Rot-Weißen, denn Marcus Fritsch hatte für sein Empfinden den Ball noch auf der Linie ins Feld zuschlagen können. Ob der Abwehrspieler mit seiner Einschätzung richtig lag, wird aber immer ein subjektiver Eindruck bleiben, denn die Aufzeichnung gab letztendlich auch keinen genauen Beleg dafür, wer hier richtiglag. Beeindruckend dann schon eher das faire Verhalten der Mannschaft, die nicht lange lamentierte und die Schiedsrichter unter Druck setzte, sondern selbst die Arme hochkrempelte und weiterkämpfte. Auch wenn die Partie in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte sich zunächst komplett drehte. Plötzlich hatte der FVE, angetrieben von Manuel Splettstößer, das Spielgeschehen im Griff. Doch nach der Pause erlebten die knapp 300 Zuschauer wieder den alten Rhythmus. Koblenz drückte und hatte die besseren und klareren Möglichkeiten. Doch sowohl Thilo Kraemer als auch Henrik Hillen scheiterten entweder an der eigenen Zielgenauigkeit oder aber an Safet Husic. Der 19-jährige Schlussmann, der nach dem Weggang von Dieter Paucken sein erstes Oberligaspiel bestritt, zeigte eine fehlerfreie Leistung und half mit, dass den Gästen kein weiterer Treffer an diesem Nachmittag gelingen sollte. So jubelten am Ende die elf Kicker in Grün, denn der FVE war eben noch ein weites Mal hellwach. Ein Freistoß von Yannik Finkenbusch landete bei Marian Kneuper, der mit der der Brust Christian Wiersch auflegte, und dieser dann den Ball zum 2:1-Siegtreffer einschob.
TuS Rot-Weiß Koblenz: Oost, Masala (83. Weber), Fritsch, Kraemer, Meinert, Jusufi, Sauerborn, Weidenbach (78. Arndt), Miles, Hillen (75. Yavuz), Engel. TH
