Lokalsport | 06.10.2016

Box-Union Weißenthurm e.V.

Verbandstraining in Herdorf

Ali Abay (re.) bewies ein gutes Auge und einen harten Schlag.

Weißenthurm. Der Boxclub Herdorf unter Leitung von Ben Limper hatte Anfang Oktober alle Vereine des Amateur-Boxverbandes Rheinland (ABVR) zu einem gemeinsamen Training in die Großturnhalle in Herdorf eingeladen. Etwa 40 Sportler und zahlreiche Trainer waren der Einladung gefolgt und freuten sich auf einen intensiven Austausch. Da durfte auch der größte Verein des Verbandes, die Weißenthurmer Box-Union, nicht fehlen. So fuhren immerhin fünf der insgesamt elf Wettkämpfer in den Westerwald, um dort einmal über den Tellerrand zu schauen, Kontakte zu knüpfen und im Sparring einmal vereinsfremde Boxer vor die Fäuste zu bekommen.

Zunächst absolvierten die Sportler ein ausgedehntes und abwechslungsreiches Aufwärmtraining, bei dem neben der Mobilisation der Muskeln und Gelenke und der Vorbereitung des Herz-Kreislauf-Systems auch koordinative Elemente gefordert waren. Beim anschließenden funktionellen Krafttraining machten die Weißenthurmer eine gute Figur. Kein Wunder, denn die Trainer der Box-Union setzen bereits seit etwa zwei Jahren auf funktionelle Körpergewichtsübungen zum Muskelaufbau. Obwohl sich funktionelles Training seit der Fußball-WM in Deutschland auch im Vereinssport zunehmender Beliebtheit erfreut, Jürgen Klinsmann hatte damals den Vorreiter dieser Trainingsform, Marc Verstegen, als Athletiktrainer verpflichtet, ist es im Boxsport bisher noch selten anzutreffen.

Ben Limper, der auch als Personal Trainer arbeitet und sich daher im Bereich Fitness und Athletik ständig weiterbilden muss, war es daher ein Anliegen, den Sportlern wie den Trainern diese Trainingsform näher zu bringen und auch funktionelles Equipment wie das Battlerope, den TRX-Schlingentrainer und die Push-up-bars zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot wurde leider recht zögerlich wahrgenommen, was bewies, dass in diesem Bereich noch großer Informations- und Schulungsbedarf besteht. Das möchte man künftig angehen und eventuell Lehrgänge dazu anbieten.

Im Sparring mussten sich die Weißenthurmer Boxer nicht verstecken

Auch im Sparring mussten sich die Weißenthurmer nicht verstecken. Die Sportler konnten sich in diesem Rahmen ausprobieren und versuchen, die im Training erlernten Elemente in der wettkampfnahen Situation des Sparrings umzusetzen. Wer selbst einmal geboxt hat, der weiß, wie schwierig dieser Transfer oft ist. Leider gab es auch ein paar Sportler, die den Unterschied zwischen Sparring und Wettkampf nicht kennen und versuchten, durch unangemessen hartes Vorgehen, einen KO zu erreichen. Das ist jedoch nicht der Sinn des Sparrings, bei dem man es nicht mit einem Gegner, sondern mit einem Trainingspartner zu tun hat und sich entsprechend verhalten sollte. Auch hier muss offenbar noch Aufklärungsarbeit geleistet werden. Da ist auch ein Umdenken der Trainer gefragt, sollte der Amateur-Boxsport doch Wert auf technisch saubere Fights anstatt auf brutale Schlägereien legen.

Noch zu wenige Frauen beim Boxen mit dabei

Insgesamt verlief das Sparring jedoch positiv und die Sportler konnten davon profitieren. Leider gab es nur zwei Damen im gesamten Boxverband, die das gestrige Trainingsangebot wahrnahmen – eine davon aus Weißenthurm, wo das Frauenboxen hoch im Kurs steht und von der Vereinsführung gefördert wird. Hier werden die Fähigkeiten von Frauen geschätzt, die oft zielstrebiger und ausdauernder trainieren als ihre männlichen Kollegen. Bislang trauen sich noch zu wenige Frauen in den Wettkampf, doch auch daran soll in Weißenthurm gearbeitet werden, weil alle dort von den Qualitäten der Frauen überzeugt ist.

Nach dem Sparring wurde noch eine Tabata-Einheit angeboten. Hierbei handelt es sich um ein kurzes, aber sehr intensives und überaus anstrengendes Intervalltraining. Auch das war für die Weißenthurmer keineswegs neu. Zum Abschluss konnten sich die Sportler bei einem lockeren Lauf noch einmal über die heutigen Erfahrungen austauschen, ehe sie dann nach drei Stunden intensiven Trainings die Heimreise antraten – nicht ohne sich bei Ben Limper noch einmal für diesen intensiven Trainingstag zu bedanken.

Ali Abay (re.) bewies ein gutes Auge und einen harten Schlag.

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