Lokalsport | 02.06.2022

HV Vallendar

Verdienter Auswärtssieg bei Vizemeister TV Homburg zum Saisonabschluss

Vallendar. Noch ein letztes Mal mussten die Vallendarer Löwen in der Oberliga-Saison 2021/2022 antreten. Dabei ging es am vergangenen Samstag zum schweren Auswärtsspiel beim heimstarken Vizemeister TV Homburg, der für die kommende Saison mit der Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Yves Kunkel vom Bundesligisten MT Melsungen bereits Titelambitionen bekundet hat. Passend zum bisherigen Saisonverlauf mit zahlreichen Verletzungen und personellen Problemen, musste man auf Abwehrchef Dominik Stein und Torhüter Marcel Schenk verzichten.

Coach Veit Waldgenbach forderte nach dem Erreichen des Klassenerhalts von der Mannschaft noch einmal Charakter zu zeigen und möglichst lange gegen den klaren Favoriten mitzuhalten. Das Homburger Team, gespickt mit Ex-Profis und erfahrenen Spielern, nahm von Beginn an im Angriff den Torhüter raus und brachte dafür einen zusätzlichen Feldspieler, um Lücken in der offensiven Deckung der Vallendarer Löwen zu reißen. Dieses taktische Mittel war in der Anfangsphase auch von Erfolg gekrönt, sodass die Gastgeber nach 7 Minuten bereits mit 7:3 in Führung gingen. Coach Waldgenbach zog die Reißleine und sortierte seine Mannen neu.

Nach der Auszeit kamen die Jungs vom HVV dann auch besser ins Spiel und erarbeiteten sich durch überlegte Angriffe immer wieder hochkarätige Möglichkeiten. In der Deckung zeigte man, trotz dauerhafter Unterzahl, einen aufopferungsvollen Kampf, der mit einigen Ballgewinnen belohnt wurde. Infolgedessen konnten die Löwen, auch Torhüter Nils Lorenz trug sich in die Torschützenliste ein, des Öfteren mit Erfolg das leere Tor der Homburger anvisieren. So entwickelte sich bis zur Pause ein offener Schlagabtausch, in dem man den Favoriten gehörig ärgerte und beim 18:17-Halbzeitstand auf Augenhöhe war.

Coach Waldgenbach dazu: „Wir sind zu Beginn nicht mit dem 7-gegen-6 der Homburger zurechtgekommen. Im Laufe der ersten Halbzeit lösten wir dies dann aber viel besser und zeigten einen großen Kampf. Auch im Angriff waren wir sehr diszipliniert und haben immer wieder auf gute Wurfchancen gewartet.“

Die Vallendarer Handballer glaubten in der Halbzeit weiter an den Sieg und wollten sich nicht auf dieser guten Halbzeit ausruhen. Rückraumakteur Schröder dazu: „Wir haben Homburg im ersten Durchgang schon ziemlich genervt. Uns war klar, dass eine gleiche Leistung in der zweiten Halbzeit gegen den Favoriten schwierig werden würde. Dennoch wollten alle in der letzten Halbzeit der Saison noch einmal alles reinwerfen.“

Das erste Mal in Führung

Dies war den Vallendarer Löwen nach Wiederanpfiff auch anzumerken. Angeführt von einem bärenstarken Nils Lorenz im Löwen-Tor, der dutzendweise freie Bälle der Homburger parierte, ging man in der 33. Minute durch Fabian Schmitt das erste Mal in Führung. Im Anschluss konnten die Mannen von Coach Waldgenbach die Führung sogar auf zwei Tore ausbauen. Homburg blieb dran, doch biss sich an der agilen und cleveren Defensive der Löwen immer wieder die Zähne aus. Offensiv agierte man sehr variabel, war von jeder Position torgefährlich und so schwer ausrechenbar. Daraus resultierte in der 49. Minute eine völlig verdiente 25:30-Führung.

Die Schlussphase leitete dann eine etwas unschönere Szene ein. Christian Schröder erzielte das 28:32 und wurde dabei unsanft zu Fall gebracht. Für den Homburger Spieler gab es folgerichtig die Rote Karte und Schröder musste den Rest der Partie verletzungsbedingt zuschauen. Zusätzlich ordnete der Homburger Coach Ecker eine Manndeckung gegen Spielmacher Kalani Schmidt an. Binnen zwei Minuten erzielten die Gastgeber drei Tore nach Gang und hatten so beim 33:34 in der 58. Minute den Anschluss hergestellt.

Es entwickelte sich ein Herzschlagfinale, in dem Homburg eine Minute vor Schluss eine Auszeit nahm. Per Siebenmeter glich der starke Homburger Ljubomir Josic bei 59:23 aus. Den Vallendarer Löwen blieb ein letzter Angriff, um zu Saisonende für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Homburg wollte durch eine offensive Deckung noch einmal einen Ballverlust provozieren und offenbarte so Lücken in der Deckung. Dies erkannte der erst 18-jährige Fynn Corcilius, nahm sich ein Herz und marschierte Richtung Tor. Corcilius war nur durch ein Foul zu stoppen und holte so den folgerichtigen Siebenmeter 7 Sekunden vor Schluss heraus. Kalani Schmidt trat an, zeigte keine Nerven und verwandelte zum viel umjubelten 34:35-Auswärtssieg beim Vizemeister TV Homburg.

Waldgenbach resümierte: „Ich bin mächtig stolz auf meine Mannschaft. Wir haben noch einmal alles in die Waagschale geworfen und wurden nun auch endlich für das hohe Engagement belohnt. Ein toller Saisonabschluss, den sich alle nach dieser turbulenten und kräftezehrenden Saison verdient haben.“Für die Vallendarer Löwen geht es nun in die wohlverdiente Sommerpause, bevor dann in wenigen Wochen bereits die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit beginnen wird.

Es spielten für den HVV: Lorenz (1), T. Corcilius (beide im Tor), Schmitt (2), Lohner (4), F. Corcilius (2), Schmidt (7/3), Schröder (6), Woods (5), Buch (5), Klein, Brügel, Fischer, Schüller (3).

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