GTRVNeuwied auf Leverkusentour
Von Hochwasser, Unkelsteinen und einem ziemlich nassen Finale
Zwölf mutige Neuwieder trotzten den widrigen Witterungsverhältnissen
Leverkusen. Trotz ungünstiger Wetterprognose und Hochwassermarke eins machten sich zwölf GTRVN-Ruderer kürzlich mit zwei Vierern und einem Zweier auf den Weg in Richtung Leverkusen. Günstige Windverhältnisse am Morgen, relativ wenig Schiffsverkehr und natürlich hochwasserbedingt starke Strömung gestalteten den ersten Streckenabschnitt recht angenehm. Sogar das üblicherweise mit unberechenbaren Wellen aufwartende „Andernacher Loch“ war die Ruhe selbst. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass die Ruderer sich nicht zu früh freuen sollten. Die Begegnung mit einem an ein schwimmendes Parkhaus erinnernden Autotransporter auf der Höhe von Unkel riss die Neuwieder unsanft aus ihrer bis dahin idyllischen Morgenruhe. Die von dem Transportschiff ausgehenden Wellen gingen eine ungünstige Symbiose mit den unter Wasser befindlichen Unkelsteinen ein (aus Basaltsäulen bestehende Untiefe), türmten sich zu einer für Ruderboote nicht ungefährlichen Höhe auf und kreuzten sich zu allem Überfluss noch. Auch wenn es bis dahin keinen Tropfen geregnet hatte, so war nun doch ein leicht bis mittelschwerer Wassereinbruch in den Neuwieder Booten zu verzeichnen. Die Frühstückspause in Bad Honnef wurde dann neben der Nahrungsaufnahme auch zum Wechseln der Kleidung und zum Entwässern der Boote genutzt.
Als die Rudertruppe ihren Weg rheinabwärts fortsetzte, hatte sich der bis Bad Honnef vorherrschende Schiebe- in Gegenwind verwandelt. Zudem waren zwischen Petersberg und Post-Tower wenig verheißungsvolle graue Wolken zu sehen. Es dauerte auch nicht lange, bis der Regen einsetzte. Hinter Bonn hörte es jedoch wieder auf, sodass die in Mondorf eingeplante Mittagspause nicht völlig durchnässt angetreten werden musste. Beim Anlegen waren allerdings Improvisationsfähigkeit und Geschick gefragt, da die Anlegestelle für Ruderboote aufgrund des Hochwassers nicht genutzt werden konnte.
Von Mondorf bis Leverkusen waren nach der Mittagspause noch 35 km zu rudern, was im Verhältnis zur Gesamtstrecke von 87 km überschaubar war. Landschaftliche Genüsse sucht der Ruderer auf der Strecke zwischen Bonn und Köln vergeblich, aber das war erst einmal nebensächlich. Das Wetter hielt sich zum Glück einigermaßen, wenngleich einige Pessimisten schon die dunklen Wolken über dem Kölner Dom heraufbeschworen. In Köln erwarteten die GTRVNler zu ihrer großen Überraschung ungewöhnlich ruhige Wasserverhältnisse. Normalerweise ist es hier extrem wellig und unruhig, aber dieses Mal war alles anders. Bei nahezu glattem Wasser konnten die Neuwieder die Stadtansicht von Köln genießen und sogar eine Panoramapause vor dem Kölner Dom einlegen.
Die Wolken überm Kölner Dom
Es schien nahezu geschafft zu sein. Wären da nicht die dunklen Wolken über dem Kölner Dom gewesen. Diese Wolken waren plötzlich nicht nur über dem Dom, sondern vor, hinter, neben und vor allem über den drei Neuwieder Ruderbooten. Genau drei Kilometer vor dem Ziel drängte sich dann der Eindruck auf, die Welt ginge unter, die erfahrenen GTRVNler aber zum Glück nicht. Der Regen peitschte von allen Seiten auf Boote und Insassen ein und durchnässte jeden einzelnen innerhalb kürzester Zeit. Regenkleidung spielte keine Rolle mehr. Hinzu kam ein kräftiger Wind, Gegenwind natürlich.
Wären die Ruderer nicht so unangenehm nass und mitten im Geschehen gewesen, hätten sie dem Naturschauspiel sogar etwas abgewinnen können. Die durch den Wind gekräuselte Wasseroberfläche mit den „einschlagenden“ Regentropfen sah irgendwie gut aus. Die Ruderer sahen allerdings nicht mehr gut aus. Selbst auf das obligatorische Abschlussfoto nach der Ankunft bei Stromkilometer 695 wurde verzichtet. Nachdem die Boote mit Hochgeschwindigkeit auf den bereitstehenden Bootsanhänger verladen worden waren, wurde die triefend nasse gegen trockene Kleidung ausgetauscht. Als Belohnung für die Tagesleistung ließen sich die zwölf Neuwieder ein warmes oder je nach Befindlichkeit kühles Getränk in der Bootshaus-Gaststätte schmecken. Anschließend ging es dann erschöpft, aber guten Mutes zurück in die Deichstadt. Im Nachhinein überwogen die positiven Tageseindrücke, sodass die traditionelle Leverkusentour auch im kommenden Jahr wieder auf dem GTRVN-Programm stehen wird.
