Lokalsport | 05.03.2018

Fußball-Rheinlandliga, 22. Spieltag

Wenn die besseren Kleinigkeiten entscheiden

SG Eintracht Mendig/Bell - SV Morbach 2:1 (0:0)

Das nennt sich mal eine Mauer: Bei einem Freistoß des Morbachers Jonas Mart weist Schiedsrichter Richard Kochanetzki die Mendiger (v.l.) Malte Wedemeyer, Kodai Stalph, Jeset Akwapay, John Rausch, Marcel Berg, Lars Bohm und Mathias Strahl in die Schranken. -SK-

Mendig. Zehn Gelbe und zwei Rote Karten: Es war eine intensive Begegnung am 22. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga, die die SG Eintracht Mendig/Bell vor 160 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße gegen den SV Morbach knapp mit 2:1 (0:0) für sich entschied. Durch diesen äußerst wichtigen Erfolg in einem Sechs-Punkte-Spiel gegen einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib konnten die Vulkanstädter den Abstand zur gefährdeten Zone ausbauen oder zumindest wahren, da auch der TuS Oberwinter und der VfB Linz drei wertvolle Punkte holen konnten. „Beide Mannschaften wussten genau, was auf dem Spiel stand.

In den Tabellenregionen, wo sich beide Vereine bewegen, sind viele Teams gleich stark. Jedes Spiel steht auf des Messers Schneide. Und dann entscheiden Kleinigkeiten. Heute hatte Mendig die besseren Kleinigkeiten zu bieten“, zeigte sich der Morbacher Trainer Thorsten Haubst als fairer Verlierer. „Im Endeffekt haben die fünf oder zehn Minuten unmittelbar nach der Pause entschieden, in dieser Phase haben wir zweimal gepennt“, spielte Haubst in erster Linie auf die Minuten 51 bis 54 an. Im ersten Abschnitt begegneten sich die beiden Vereine mit einigen nicht nennenswerten Chancen auf beiden Seiten auf Augenhöhe, erst in den zweiten 45 Minuten nahm die Begegnung so richtig Fahrt auf. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff war Marcel Berg von Morbachs Martin Schultheis, der wegen einer Verletzung von Marius Marx erst kurz vor Spielbeginn in die Mannschaft gerutscht war, im Strafraum gelegt worden. Kapitän Florian Schlich ließ sich diese Chance nicht entgehen und brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Führung (52.). „Dieser Foulelfmeter war zweifelhaft“, hatte Haubst eine andere Sicht auf die Dinge als Schiedsrichter Richard Kochanetzki. Als John Rausch nur 120 Sekunden später nach glänzender Vorarbeit von Malte Wedemeyer und von Jeset Akwapay auf 2:0 erhöhte, war die gute Laune bei Haubst endgültig verflogen.

Hoffnung kam bei den Gästen auf, als Yannik Kerzan ein Missverständnis zwischen SG-Torhüter Niklas Nett und Abwehrorganisator Schlich ausnutzen und auf 2:1 verkürzen konnte (61.). „Nach diesem Anschlusstreffer wurde es hektisch“, räumte der Mendiger Übungsleiter Cornel Hirt in der Pressekonferenz ein. „Wir sind beim Hinspiel mit 6:0 unter die Räder gekommen, daraus haben wir gelernt und sind Morbach laufintensiv begegnet. Unsere Umschaltsituationen hätten wir besser ausspielen müssen, dann hätten wir uns das große Zittern in der Schlussphase ersparen können.“ Nach 76 Minuten schaffte es Lars Bohm irgendwie nicht, den Ball über die Linie zu stochern. Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit scheiterte Bohm an SV-Torhüter Yannick Görgen, sodass es bis zum Ende eine enge Angelegenheit blieb. Erst als der Unparteiische die viereinhalbminütige Nachspielzeit beendet hatte, war der Erfolg unter Dach und Fach. Größere Möglichkeiten gab es für die Hunsrücker nicht mehr, allerdings lag bei den hohen Bällen in den Mendiger Strafraum irgendwie immer Gefahr in der Luft.

Die Hektik gipfelte in der 82. Minute in zwei Roten Karten gegen Matthias Strahl auf Mendiger und gegen Schultheis auf Morbacher Seite. Das Schiedsrichter-Gespann wollte einen Griff in die Genitalien und ein anschließendes Schlagen gesehen haben. Strahl und Schultheis hatten - erwartungsgemäß - „natürlich überhaupt nichts gemacht“. Morbachs Trainer Haubst fasste sich kurz: „Außer den drei Gelben hat niemand etwas bemerkt.“ Sein Gegenüber Hirt stellte sich indirekt auf die Seite der Unparteiischen: „Ich habe in meiner aktiven Zeit auch schon mal die Rote Karte gesehen: Und ich habe immer genau gewusst, wofür.“

SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Milan Rawert, Florian Schlich, Manuel Oster, Kodai Stalph, Matthias Strahl, John Rausch (90. + 3 Florian Wirths), Marcel Berg, Jeset Akwapay (75. Jörg Jenke), Lars Bohm, Malte Wedemeyer (79. Damir Mrkalj).

SV Morbach: Yannick Görgen, Matthias Haubst, Maximilian Hoffmann, Heiko Weber, Yannik Kerzan, Sebastian Schell, André Spengler, Martin Schultheis, Jonas Mart (81. Florian Knöppel), Matthias Ruster, Casmir Ogbonna Mbachu.

Schiedsrichter: Richard Kochanetzki (Koblenz).

Torfolge: 1:0 Florian Schlich (52., Foulelfmeter), 2:0 John Rausch (54.), 2:1 Yannik Kerzan (61.).

Besonderheit: Rote Karten gegen Matthias Strahl (SG Eintracht Mendig/Bell) und gegen Martin Schultheis (SV Morbach, beide 82.), beide wegen einer Tätlichkeit. Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 11. März, um 15.30 Uhr beim VfB Linz. Nächste Aufgabe für den SV Morbach: am Sonntag, 11. März, um 15 Uhr gegen den SV Mehring.

Der Mendiger John Rausch (Mitte) räumt den Morbacher Kapitän Heiko Weber geradezu aus dem Weg. Links sieht Webers Mannschaftskollege Matthias Haubst zu.

Der Mendiger John Rausch (Mitte) räumt den Morbacher Kapitän Heiko Weber geradezu aus dem Weg. Links sieht Webers Mannschaftskollege Matthias Haubst zu.

Die Erleichterung ist Trainer Cornel Hirt, der hier Manuel Oster umarmt, förmlich anzumerken. Rechts kommt Ersatztorhüter Jan Heinemann zum Gratulieren vorbei.

Die Erleichterung ist Trainer Cornel Hirt, der hier Manuel Oster umarmt, förmlich anzumerken. Rechts kommt Ersatztorhüter Jan Heinemann zum Gratulieren vorbei.

Das nennt sich mal eine Mauer: Bei einem Freistoß des Morbachers Jonas Mart weist Schiedsrichter Richard Kochanetzki die Mendiger (v.l.) Malte Wedemeyer, Kodai Stalph, Jeset Akwapay, John Rausch, Marcel Berg, Lars Bohm und Mathias Strahl in die Schranken. Fotos: -SK-

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