Lokalsport | 06.08.2019

Zuschauerandrang auf das Dierdorfer Springfestival

Wichtige Nachwuchsprüfungen und spannende Leistungsspringen

Doppelsieg für Leonie Schwender aus Meckenheim – Verein bedankt sich mit Fest bei den Helfern

Die Dierdorfer Nachwuchsreiterin Nora Prskavec wurde mit ihrem Pony „Tiger“ Zweite im Springreiterwettbewerb und bekam dafür einen von der Stadt Dierdorf gestifteten Pokal. Fotos: Veranstalter

Dierdorf. In Nachwuchsprüfungen sammeln junge Turnierreiter ihre ersten Wettkampferfahrungen. In Dierdorf finden sie dafür ideale Bedingungen vor. Das Publikum belohnt jede gelungene Vorstellung mit wohlwollendem Applaus. Und wenn es ein nicht so gut geklappt hat, wirkt ein tröstendes Klatschen wahre Wunder. Hilfreich war in der Dierdorfer Springarena auch Turnierrichter Josef Jürgens. Er gab den kleinen und großen Turnierstartern nach ihren Ritten Tipps, was sie im Training verbessern könntn. Wenn erforderlich, durfte der Parcoursdienst beim Überwinden eines Gehorsamssprungs auch einmal ein bisschen nachhelfen. Der Motivationssteigerung diente auch die Tatsache, dass Stadtbürgermeister Thomas Vis alljährlich zwei Pokale für die Sieger von Nachwuchsprüfungen stiftet und persönlich überreicht.

Und dann hatten natürlich alle Einsteiger die Chance, nach ihren eigenen Prüfungen die „Profis“ bei ihren Ritten über die schweren Parcours in den M- und S-Springen zu beobachten.

In diesem fortgeschrittenen Stadium befindet sich Leonie Schwender. Die junge Frau aus Meckenheim trainiert beim bekannten Manfred Nettekoven und hatte neben ihrem Spitzenpferd „Carcasone“ die Neuerwerbung „Checkman“ nach Dierdorf mitgebracht, den sie erst seit zwei Monaten besitzt. Die Anschaffung machte sich bezahlt, denn der brave braune Wallach blieb am Samstag im Zweisterne-M-Springen als einziges Pferd in beiden Umläufen fehlerfrei und sicherte seiner Reiterin damit den Sieg in dieser schweren Prüfung.

Sicherheit vor Schnelligkeit

Im Interview sagte die Reiterin: „Ich komme jedes Jahr nach Dierdorf aufs Turnier. Mir gefällt die Atmosphäre hier. Es ist alles sehr fachmännisch und liebevoll organisiert.“ Von ihrem Sieg mit Checkman war Schwender nicht sonderlich überrascht, denn sie wusste: „Die anderen hatten alle schon Fehler gemacht, ich musste also nur ohne Abwurf bleiben. Checkman ist zwar nicht besonders schnell, aber er springt sehr sicher. Ich glaube, das wird ein ganz tolles Pferd, der wird noch ein ganz Guter!“ Im Alltagsleben sitzt die 25-jährige Rheinländerin, die mit sechs Jahren mit dem Reiten angefangen hat, nicht im Sattel, sondern als Sachbearbeiterin auf einem Bürostuhl.

„Carcasone“ hatte Schwender für das schwerste Springen beim Dierdorfer Reitturnier, das S-Springen mit Siegerrunde am Sonntagnachmittag, geschont und ihn in keiner anderen Prüfung eingesetzt. Der 16-jährige Hengst ging frisch in die Prüfung und blieb in beiden Umläufen fehlerfrei. An seine Zeit von 32,34 Sekunden im Stechparcours kam keiner heran. Richard Trippe aus Schmallenberg im Hochsauerland, der seine beiden Pferde im vorausgehenden M-Springen eingesetzt und dort die Plätze eins und zwei belegt hatte, galoppierte mit der achtjährigen Stute „Glamour“ zwei Sekunden später über die Ziellinie. Marco Schmorleiz (Mayen) brauchte sechs Sekunden länger und belegte damit Platz drei. Leonie Schwender über ihren Sieg: „Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich hier gute Chancen habe. Denn ich habe meinen Fuchs frisch gelassen für das S-Springen heute, und er ist so fit im Moment. Deshalb habe ich darauf spekuliert, dass der Plan aufgeht.“ Insgesamt 18 Siege in S-Springen hat die Rheinländerin erzielt, davon neun mit „Carcasone“. Über den Sieg im „Großen Preis“ von Dierdorf konnte sie sich besonders freuen, gab es doch als Ehrenpreis ein Schwimmbecken im Wert von 1.700 Euro, gestiftet vom Unternehmen Folienbau Krämer.

Bezug zum Westerwald

Auch ein überzeugter Fan des Dierdorfer Reitturniers ist der Profireiter Richard Trippe. Dass er den Sieg im Abschlussspringen knapp verpasste, konnte er verschmerzen. Denn im von Oliver Nilius ebenfalls anspruchsvoll gebauten Zweisterne-M-Springen lenkte Trippe seine Pferde stilistisch fein auf die Plätze eins und zwei. Zu Dierdorf hat Trippe, der außer mit den Springpferden mit Ehefrau, Kindern, Pflegern, Pony und Hund angereist war, eine besondere Beziehung: „Wir haben eine ganz enge Freundschaft mit der Familie Ralph und Brigitte Schneider aus Brückrachdorf. Es wurden viele erfolgreich Turnierpferde von uns hier in der Gegend gezüchtet, zum Beispiel auch von der Familie Günther Heinz in Freirachdorf. Dadurch haben wir immer noch den Bezug in den Westerwald. Wir kommen sehr gerne hier hin.“ Einen gewissen Aufwand bedeuten die Starts in Dierdorf schon: Die Trippes fahren mit ihrem Pferdetransporter zwei Stunden vom Stall bis auf den Turnierplatz. Seine Chancen für das S-Springen sah Richard Trippe nach den Ritten im M-Springen schon skeptisch: „Es ist heute sehr heiß. Ich hoffe, dass ich mein Pulver nicht schon in der ersten Prüfung verschossen habe.“ Aber mit einem zweiten Platz in einer starken Konkurrenz und einem schweren Springen kann man auch zufrieden sein.

Publikumsmagnet seit 70 Jahren

Am Sonntag entwickelte sich das Dierdorfer Springfestival zu einem kleinen Volksfest. Der Turnierplatz war rundherum mit Zuschauern gefüllt, im Gastronomiebereich versorgten sich die Besucher mit kühlen Getränken, herzhaften Speisen sowie Kaffee und Kuchen. Viele helfende Hände benötigte der Reitverein, um das große Zuschaueraufkommen zu bewältigen. Mitglieder aus befreundeten Vereinen in den umliegenden Ortschaften hatten bereitwillig ihre Unterstützung zugesagt und packten tatkräftig mit an. Nicht zuletzt ihrer Hilfsbereitschaft ist es zu verdanken, dass die Traditionsveranstaltung Dierdorfer Reitturnier auch im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens ein sportliches und gesellschaftliches Ereignis für die Region ist. Alle Helfer lädt der Reitverein Dierdorf zu einem großen Helferfest am Samstag, 31. August, ab 19 Uhr auf der Anlage des Vereins „Am Kohlen“ ein.

Richard Trippe aus dem Sauerland kam mit seiner ganzen Familie nach Dierdorf. Zum Verein hat er durch seine Freundschaft mit der Familie Schneider in Brückrachdorf eine enge Beziehung.

Richard Trippe aus dem Sauerland kam mit seiner ganzen Familie nach Dierdorf. Zum Verein hat er durch seine Freundschaft mit der Familie Schneider in Brückrachdorf eine enge Beziehung.

Die Dierdorfer Nachwuchsreiterin Nora Prskavec wurde mit ihrem Pony „Tiger“ Zweite im Springreiterwettbewerb und bekam dafür einen von der Stadt Dierdorf gestifteten Pokal. Fotos: Veranstalter

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