VfL Rheinbach - Fußball-Bezirksliga
Wie gewonnen - so zerronnen
1. FC Spich - VfL Rheinbach 2:0 (1:0) - VfL nur einen Spieltag Spitzenreiter
Spich. Nachdem es dem VfL Rheinbach letzte Woche gelungen war, durch einen Sieg über den bisherigen Spitzenreiter SSV Bornheim selbst die Tabellenführung zu übernehmen, hatte die Presse wohlwollend „vom Jäger zum Gejagten“ gesprochen. Selbstverständlich sollte der Platz an der Spitze keine Eintagsfliege bleiben. Mit dem festen Willen, die erreichte Position zu verteidigen, fuhr man deshalb auf die andere Rheinseite zum Spitzenspiel gegen den 1. FC Spich, der die letzten Spiele ebenfalls erfolgreich gestaltet und sich auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet hatte. Aber wie in den vergangenen Spielzeiten wurde auf der Rheinbacher Seite festgestellt, dass in Spich „die Trauben irgendwie zu hoch hängen“.
Gegen einen sehr konzentriert zu Werke gehenden Gegner gelang es Rheinbach von Anfang an nicht, in den Tritt zu kommen. Im Gegensatz zum Vorsonntag kam man überhaupt nicht in die Zweikämpfe und war gedanklich häufig einen Schritt zu langsam. Dazu kam noch, dass das nasse Spielfeld einen geordneten Spielaufbau behinderte und manch gut gedachter Spielzug durch eine ungewollte Rutschpartie frühzeitig beendet wurde. So kam es nicht überraschend, dass die Gastgeber in der 22. Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß in Führung gehen konnten.
Nach dem Wechsel verteidigte Rheinbach höher und kam entsprechend besser in das Spiel, ohne jedoch wirklich zu überzeugen. Das 2:0 für Spich nach einem Eckball (52.) brachte dann bereits die Vorentscheidung. Alle folgenden Bemühungen auf Rheinbacher Seite, durch druckvolleres Spiel eine Wende herbei zu führen, blieben erfolglos, Spichs Defensive stand sicher. Kurz vor Spielschluss traf Michael Henseler aus dem Gewühl heraus per Kopf den Pfosten. Endgültig zu einem Tag, an dem man besser gar nicht aufgestanden wäre, wurde der Sonntag dann für den VfL, als Sönke Weber nach Spielschluss noch die rote Karte sah.
Fazit: Alle Tugenden, die den VfL in den letzten Spielen ausgezeichnet hatten, lagen heute beim Gegner. „Wir haben vor der Pause auf den Gegner überhaupt keinen Zugriff bekommen. Spich hat uns den Schneid abgekauft“, kommentierte VfL-Coach Alexander Mehl. Mit Ausnahme von Torwart Sebastian Reichling, der im Stil von Manuel Neuer agierte und noch so noch einige Torchancen des Gegners verhinderte, konnte kein VfL-Spieler seine Normalform bringen. Der 2:0-Sieg der Heimmannschaft war somit folgerichtig und wurde auch von Rheinbacher Seite am Ende als hochverdient anerkannt. Es spielten: Reichling, C. Schroden (70. Neumann), Weber, M. Klemp, Breuer (63. Heinrichs), F. Schroden, Eckweiler, Zimnol, Henseler, Schulten P. Klemp (25. Wessel).
Vorschau: Am kommenden Sonntag steht für den VfL das nächste Spitzenspiel auf dem Plan. Gegner ist der neue Tabellenführer SV Siegburg, auch ein Team, das eine gute Erfolgsquote gegen Rheinbach aufweist. Deshalb wird nur mit einer Rückbesinnung auf die kämpferischen Tugenden und eine von der ersten bis zur letzten Minute voll konzentrierten Leistung eine Chance bestehen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen und die Tabellenführung im Auge zu behalten.
