Lokalsport | 01.08.2016

Florian Stein führt die SG Eintracht Mendig/Bell als Trainer in die neue Saison

„Wir dürfen und wir werden nicht in Hektik verfallen“

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell ist für den erst 27-jährigen Florian Stein aus Andernach die erste Trainerstation überhaupt. Er will den Verein in ruhiges Fahrwasser führen. Vor dem ersten Heimspiel der Saison am Sonntag, 7. August um 14.30 Uhr an der Brauerstraße gegen den SV Windhagen, den Aufsteiger aus der Bezirksliga Ost, hat sich der junge Übungsleiter, im vergangenen Jahr noch als Spieler für den Oberligisten SpVgg Burgbrohl aktiv, im Interview zu seinen Zielen geäußert.

Die vergangene Spielzeit verlief für Ihren neuen Verein äußerst turbulent. Warum haben Sie ausgerechnet diese Aufgabe übernommen?

Stein: So ganz unerfahren bin ich nicht. Ich habe die A-Lizenz, bin DFB-Stützpunkttrainer, Lehrreferent beim Fußballverband Rheinland und betreue verschiedene Verbandsauswahlen als Co-Trainer. Das Backgroundwissen ist also da, aber ich will mich nun nicht nur im Lehrsaal, sondern auch an der Basis profilieren. Als Grundschullehrer in Mendig bin ich der Stadt und dem Verein ja ganz gut gesonnen.

Hat Sie der Sportliche Leiter Frank Schmitz als Trainer oder als Spielertrainer engagiert? Stein: Die erste Anfrage kam an den Spieler Florian Stein, aber es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es nicht mehr geht. Ich kann mich zwar bewegen, aber nicht mehr auf dem Niveau spielen, das ich mir vorstelle. Es war ein schwieriger Schritt zu sagen, du spielst nicht mehr. Und es tut verdammt weh, gar keine Frage, aber ich werde mich den neuen Herausforderungen stellen.

Um welche Verletzung handelt es sich genau?

Stein: Um einen Knorpelschaden im Sprunggelenk. In der Saison 2014/2015 habe ich mich vor dem Rheinlandpokalfinale in Polch gegen den FSV Salmrohr fitspritzen lassen. Für 30 Minuten sollte es reichen. Ich wurde in der 60. Minute eingewechselt.

Durch die Verlängerung wurden es dann 60 Minuten. Die Schmerzen waren kaum zu ertragen. Danach habe ich mich zu einer Operation entschlossen. In der gesamten Spielzeit 2015/2016 habe ich um den Anschluss gekämpft. Im vorletzten Spiel der Saison habe ich der SpVgg Burgbrohl gegen den FC Karbach durch meinen 2:1-Siegtreffer den Klassenverbleib gesichert. Eine Woche später stand ich bei der Partie beim SV Gonsenheim zwischen den Pfosten, weil beide etatmäßigen Torhüter fehlten. Hätte es einen schöneren Moment geben können, um einen Schlussstrich zu ziehen?

In Mendig warten gleich die nächsten Herausforderungen… Stein: Absolut. Vor vier Wochen standen wir am Tiefpunkt, wir hatten gerade neun Spieler unter Vertrag. Unsere acht Neuzugänge haben wir spät bekommen, aber wir konnten uns gut verstärken. Jetzt wollen wir noch einen neuen Stürmer holen. Es ist sicherlich ein riesengroßer Umbruch, den es in dieser Form auf keinen Fall jedes Jahr geben darf. Meine Aufgabe wird es nun sein, eine funktionierende Mannschaft zu kreieren.

Was können die Zuschauer in dieser Saison von der SG Eintracht Mendig/Bell erwarten? Stein: Es wird ein schwieriger Start, da bin ich mir sicher. Wir brauchen Zeit, ein Gut, das du im Fußball allerdings nur selten hast. Die Frage wird sein: Werden alle genug Geduld aufbringen, um etwas zusammenwachsen zu lassen? Wenn wir das schaffen, werden wir konkurrenzfähig sein.

Lässt sich ein Saisonziel formulieren?

Stein: Wenn es gut läuft und wir von Verletzungen verschont bleiben, können wir Platz zehn anvisieren. Die vergangene Saison ist zugegebenermaßen unrhythmisch verlaufen. Meine Aufgabe wird es sein, die Mannschaft und den ganzen Verein in ruhiges Fahrwasser zu führen. Gegen den Ball arbeiten wir schon ganz gut, in der Offensive hakt es noch. Wir dürfen und wir werden nicht in Hektik verfallen.

Wie sehr freuen Sie sich auf die Derbys gegen Andernach, Mayen oder Mülheim-Kärlich?

Stein: Riesig, ohne Zweifel. Die Rheinlandliga ist eine attraktive Klasse. Dennoch sollten junge Spieler immer die höchstmögliche Liga anstreben. Ich konnte es nicht verstehen, dass im vergangenen Jahr viele Mannschaften nicht aufsteigen wollten. Am ersten Oberliga-Spieltag mussten wir mit Burgbrohl nach Neunkirchen ins Ellenfeld-Stadion. Marode Holztribünen, ein Ex-Bundesligist. Das hatte für mich ein ganz besonderes Flair. Im Endeffekt muss das aber jeder Verein für sich selbst entscheiden.

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